Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4276
Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Die GOÄ-Ziffer 4276 beschreibt die quantitative Bestimmung mittels Komplementbindungsreaktion (KBR) für Chlamydia psittaci, auch bekannt als Erreger der Ornithosegruppe. Diese serologische Untersuchung dient dem Nachweis von spezifischen Antikörpern im Serum des Patienten. Durch die Methode der KBR lässt sich die Konzentration der Antikörper präzise bestimmen.
Die erbrachte Leistung umfasst die gesamte Durchführung des Labortests im spezialisierten Labor. Dazu gehören die Vorbereitung der Serumprobe, der eigentliche Reaktionsansatz sowie die anschließende Auswertung des Titers. Wichtig ist, dass der konkrete Parameter zwingend auf der Liquidation ausgewiesen werden muss.
GOÄ 4276 in der Praxis: Diagnostik bei Verdacht auf Ornithose
Die Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4276 ist primär bei klinischem Verdacht auf eine Infektion mit Chlamydia psittaci indiziert. Diese Zoonose wird häufig von Vögeln auf den Menschen übertragen und äußert sich meist als atypische Pneumonie. Ärzte setzen dieses Verfahren ein, wenn Patienten nach Kontakt mit Ziervögeln oder Geflügel entsprechende respiratorische Symptome zeigen.
Da es sich um eine quantitative Bestimmung handelt, ist die Untersuchung besonders für die Verlaufskontrolle geeignet. Ein signifikanter Titeranstieg in zwei zeitlich versetzten Proben sichert die Diagnose einer akuten Infektion. Die Abgrenzung zu anderen Chlamydienarten wie Chlamydia pneumoniae erfolgt über die Spezifität des eingesetzten Antigens.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4276
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Papageienkrankheit
Ein Patient stellt sich mit trockenem Husten, hohem Fieber und ausgeprägtem Krankheitsgefühl vor. Im Anamnesegespräch berichtet er über den kürzlichen Erwerb eines Wellensittichs. Der Arzt veranlasst eine serologische Untersuchung auf Chlamydia psittaci mittels KBR. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 4276 zum Regelhöchstsatz von 16,76 €.
Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle bei nachgewiesener Ornithose
Bei einer Patientin mit bereits diagnostizierter Ornithose soll der Therapieerfolg kontrolliert werden. Hierzu wird nach zwei Wochen eine erneute Titerbestimmung durchgeführt. Die quantitative Analyse zeigt einen abfallenden Antikörpertiter. Die Leistung wird erneut über die GOÄ-Ziffer 4276 liquidiert.
Fallbeispiel 3: Abklärung einer therapierefraktären Pneumonie
Ein Patient spricht nicht auf eine standardmäßige antibiotische Therapie einer ambulant erworbenen Pneumonie an. Zur erweiterten Differenzialdiagnostik veranlasst der behandelnde Arzt die KBR auf Chlamydia psittaci. Die Abrechnung erfolgt korrekt über die Ziffer 4276 neben den erforderlichen Basislaborwerten.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4276: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung dieser Ziffer ist das Versäumnis, den untersuchten Parameter auf der Rechnung anzugeben. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen kürzen die Liquidation regelmäßig, wenn der Text "Chlamydia psittaci" oder "Ornithose-KBR" fehlt. Die formale Korrektheit ist hier eine zwingende Abrechnungsvoraussetzung.
Zudem ist der explizite Ausschluss der GOÄ-Ziffer 437 zu beachten. Diese Ziffer darf nicht am selben Behandlungstag für dieselbe Probe abgerechnet werden. Systematische Doppelabrechnungen von KBR-Leistungen führen bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen unweigerlich zu Beanstandungen.
Achtung: Achten Sie penibel darauf, dass bei der Abrechnung der GOÄ 4276 der exakte Parametername auf der Rechnung gedruckt wird. Ohne diese Angabe ist die Rechnung formal fehlerhaft und der Erstattungsanspruch gefährdet.
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Dokumentation der GOÄ 4276: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer rechtssicheren Abrechnung. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, der Verdacht auf eine Ornithose sowie der konkrete Laborauftrag dokumentiert sein. Auch der Befundbericht des Labors mit dem exakten Titerergebnis gehört zwingend in die Akte.
Sollte eine Steigerung des Gebührensatzes über den Regelsatz hinaus notwendig sein, muss die medizinische Begründung direkt in der Dokumentation verankert werden. Dies erleichtert die spätere Begründungserstellung auf der Rechnung erheblich. Eine sorgfältige Dokumentation schützt die Praxis vor Honorarrückforderungen.
Dokumentation: Verdacht auf Ornithose bei Züchterkontakt. Blutentnahme erfolgt. Laborauftrag: KBR Chlamydia psittaci (GOÄ 4276). Befund: Titer 1:64 (positiv).
Tipp: Hinterlegen Sie in Ihrer Praxissoftware eine Standard-Dokumentationsvorlage für zoonotische Infektionen, um alle abrechnungsrelevanten Details schnell und vollständig zu erfassen.
GOÄ 4276: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die GOÄ-Ziffer 4276 gehört zum Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) und unterliegt besonderen Bestimmungen. Der Regelhöchstsatz liegt beim 1,15-fachen Satz, während der maximale Höchstsatz beim 1,3-fachen Satz liegt. Eine Steigerung über den Schwellenwert von 1,15 hinaus erfordert eine medizinische Begründung, wie etwa einen ungewöhnlich hohen Aufwand bei der Probenaufbereitung.
Typische Ziffernkombinationen
Häufig wird die GOÄ 4276 zusammen mit der Ziffer für die Blutentnahme (GOÄ 250) abgerechnet. Auch die Kombination mit anderen serologischen Untersuchungen zum Ausschluss von Differenzialdiagnosen ist üblich. Wichtig ist, dass keine unzulässigen Überschneidungen mit anderen KBR-Leistungen desselben Erregerspektrums stattfinden.
Ziffer 4276 in der neuen GOÄ
Für die Ziffer 4276 sieht der Entwurf keine eigenständige Nachfolgeleistung vor. Der bisherige 2,3-fache Satz liegt bei 16,76 €; im Einzelfall ist zu prüfen, welche neue Ziffer den Untersuchungsinhalt am besten abbildet.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4276
Was hat nicht gestimmt?