GOÄ 4276: Chlamydia psittaci KBR korrekt abrechnen

4 Min. Lesezeit
GOÄ 4276
Quantitative Bestimmung mittels Komplementbindungsreaktion (KBR)-Chlamydia psittaci (Ornithosegruppe)
Punktzahl 250  
Einfachsatz 14,57 € 1,0x
Regelhöchstsatz 16,76 € 1,1x
Höchstsatz 18,94 € 1,3x
Ausschlüsse
437

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4276

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Die GOÄ-Ziffer 4276 beschreibt die quantitative Bestimmung mittels Komplementbindungsreaktion (KBR) für Chlamydia psittaci, auch bekannt als Erreger der Ornithosegruppe. Diese serologische Untersuchung dient dem Nachweis von spezifischen Antikörpern im Serum des Patienten. Durch die Methode der KBR lässt sich die Konzentration der Antikörper präzise bestimmen.

Die erbrachte Leistung umfasst die gesamte Durchführung des Labortests im spezialisierten Labor. Dazu gehören die Vorbereitung der Serumprobe, der eigentliche Reaktionsansatz sowie die anschließende Auswertung des Titers. Wichtig ist, dass der konkrete Parameter zwingend auf der Liquidation ausgewiesen werden muss.

GOÄ 4276 in der Praxis: Diagnostik bei Verdacht auf Ornithose

Die Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4276 ist primär bei klinischem Verdacht auf eine Infektion mit Chlamydia psittaci indiziert. Diese Zoonose wird häufig von Vögeln auf den Menschen übertragen und äußert sich meist als atypische Pneumonie. Ärzte setzen dieses Verfahren ein, wenn Patienten nach Kontakt mit Ziervögeln oder Geflügel entsprechende respiratorische Symptome zeigen.

Da es sich um eine quantitative Bestimmung handelt, ist die Untersuchung besonders für die Verlaufskontrolle geeignet. Ein signifikanter Titeranstieg in zwei zeitlich versetzten Proben sichert die Diagnose einer akuten Infektion. Die Abgrenzung zu anderen Chlamydienarten wie Chlamydia pneumoniae erfolgt über die Spezifität des eingesetzten Antigens.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4276

Fallbeispiel 1: Verdacht auf Papageienkrankheit

Ein Patient stellt sich mit trockenem Husten, hohem Fieber und ausgeprägtem Krankheitsgefühl vor. Im Anamnesegespräch berichtet er über den kürzlichen Erwerb eines Wellensittichs. Der Arzt veranlasst eine serologische Untersuchung auf Chlamydia psittaci mittels KBR. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 4276 zum Regelhöchstsatz von 16,76 €.

Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle bei nachgewiesener Ornithose

Bei einer Patientin mit bereits diagnostizierter Ornithose soll der Therapieerfolg kontrolliert werden. Hierzu wird nach zwei Wochen eine erneute Titerbestimmung durchgeführt. Die quantitative Analyse zeigt einen abfallenden Antikörpertiter. Die Leistung wird erneut über die GOÄ-Ziffer 4276 liquidiert.

Fallbeispiel 3: Abklärung einer therapierefraktären Pneumonie

Ein Patient spricht nicht auf eine standardmäßige antibiotische Therapie einer ambulant erworbenen Pneumonie an. Zur erweiterten Differenzialdiagnostik veranlasst der behandelnde Arzt die KBR auf Chlamydia psittaci. Die Abrechnung erfolgt korrekt über die Ziffer 4276 neben den erforderlichen Basislaborwerten.

Häufige Fehler bei der GOÄ 4276: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung dieser Ziffer ist das Versäumnis, den untersuchten Parameter auf der Rechnung anzugeben. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen kürzen die Liquidation regelmäßig, wenn der Text "Chlamydia psittaci" oder "Ornithose-KBR" fehlt. Die formale Korrektheit ist hier eine zwingende Abrechnungsvoraussetzung.

Zudem ist der explizite Ausschluss der GOÄ-Ziffer 437 zu beachten. Diese Ziffer darf nicht am selben Behandlungstag für dieselbe Probe abgerechnet werden. Systematische Doppelabrechnungen von KBR-Leistungen führen bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen unweigerlich zu Beanstandungen.

Achtung: Achten Sie penibel darauf, dass bei der Abrechnung der GOÄ 4276 der exakte Parametername auf der Rechnung gedruckt wird. Ohne diese Angabe ist die Rechnung formal fehlerhaft und der Erstattungsanspruch gefährdet.

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Dokumentation der GOÄ 4276: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer rechtssicheren Abrechnung. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, der Verdacht auf eine Ornithose sowie der konkrete Laborauftrag dokumentiert sein. Auch der Befundbericht des Labors mit dem exakten Titerergebnis gehört zwingend in die Akte.

Sollte eine Steigerung des Gebührensatzes über den Regelsatz hinaus notwendig sein, muss die medizinische Begründung direkt in der Dokumentation verankert werden. Dies erleichtert die spätere Begründungserstellung auf der Rechnung erheblich. Eine sorgfältige Dokumentation schützt die Praxis vor Honorarrückforderungen.

Dokumentation: Verdacht auf Ornithose bei Züchterkontakt. Blutentnahme erfolgt. Laborauftrag: KBR Chlamydia psittaci (GOÄ 4276). Befund: Titer 1:64 (positiv).

Tipp: Hinterlegen Sie in Ihrer Praxissoftware eine Standard-Dokumentationsvorlage für zoonotische Infektionen, um alle abrechnungsrelevanten Details schnell und vollständig zu erfassen.

GOÄ 4276: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Die GOÄ-Ziffer 4276 gehört zum Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) und unterliegt besonderen Bestimmungen. Der Regelhöchstsatz liegt beim 1,15-fachen Satz, während der maximale Höchstsatz beim 1,3-fachen Satz liegt. Eine Steigerung über den Schwellenwert von 1,15 hinaus erfordert eine medizinische Begründung, wie etwa einen ungewöhnlich hohen Aufwand bei der Probenaufbereitung.

Typische Ziffernkombinationen

Häufig wird die GOÄ 4276 zusammen mit der Ziffer für die Blutentnahme (GOÄ 250) abgerechnet. Auch die Kombination mit anderen serologischen Untersuchungen zum Ausschluss von Differenzialdiagnosen ist üblich. Wichtig ist, dass keine unzulässigen Überschneidungen mit anderen KBR-Leistungen desselben Erregerspektrums stattfinden.

Ziffer 4276 in der neuen GOÄ

Für die Ziffer 4276 sieht der Entwurf keine eigenständige Nachfolgeleistung vor. Der bisherige 2,3-fache Satz liegt bei 16,76 €; im Einzelfall ist zu prüfen, welche neue Ziffer den Untersuchungsinhalt am besten abbildet.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4276

Die GOÄ-Ziffer 4276 darf bei der quantitativen Bestimmung von Antikörpern gegen Chlamydia psittaci mittels Komplementbindungsreaktion abgerechnet werden. Typische Indikationen sind der Verdacht auf Ornithose oder eine atypische Pneumonie nach Vogelkontakt. Die Abrechnung setzt voraus, dass der untersuchte Parameter auf der Rechnung angegeben wird.
Die GOÄ-Ziffer 4276 darf nicht neben der GOÄ-Ziffer 437 berechnet werden. Dieser Ausschluss betrifft denselben Untersuchungstag und dieselbe Probe. Achten Sie darauf, diese Ziffern in der Abrechnungssoftware gegeneinander zu sperren.
Der Regelhöchstsatz der GOÄ-Ziffer 4276 beträgt 16,76 € bei einem Steigerungsfaktor von 1,15. Der einfache Gebührensatz liegt bei 14,57 €. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 (18,94 €) ist nur mit einer schriftlichen Begründung zulässig.
Ja, die Angabe des untersuchten Parameters auf der Rechnung ist eine zwingende formale Voraussetzung für die Abrechnung der GOÄ 4276. Fehlt diese Angabe, können Kostenträger die Erstattung rechtmäßig verweigern. Es empfiehlt sich, Bezeichnungen wie 'Chlamydia psittaci KBR' explizit aufzuführen.
Ja, eine Steigerung der GOÄ 4276 bis zum 1,3-fachen Höchstsatz ist möglich, erfordert jedoch eine medizinische Begründung. Da es sich um eine Laborleistung des Abschnitts M handelt, ist der Spielraum auf maximal das 1,3-fache begrenzt. Typische Begründungen sind schwierige Probenverhältnisse oder ein außergewöhnlicher Analyseaufwand.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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