Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4278
Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Die GOÄ-Ziffer 4278 beschreibt die quantitative Bestimmung von Antikörpern mittels der Komplementbindungsreaktion (KBR) spezifisch für Coxiella burneti. Diese klassische serologische Methode dient dem Nachweis einer humoralen Immunantwort gegen den Erreger des Q-Fiebers. Im Rahmen der Laboratoriumsuntersuchungen des Abschnitts M ist diese Ziffer fest verankert.
Die Leistung umfasst die gesamte labortechnische Durchführung der KBR, einschließlich der Bereitstellung von Antigenen, der Serumverdünnung und der Auswertung der Hämolysehemmung. Da es sich um eine quantitative Bestimmung handelt, muss das Ergebnis als Titer angegeben werden. Die Angabe des spezifischen Parameters auf der Liquidation ist eine formale Voraussetzung für die Erstattungsfähigkeit.
GOÄ 4278 in der Praxis: Diagnostik bei Verdacht auf Q-Fieber
Die klinische Indikation für die Bestimmung von Antikörpern gegen Coxiella burneti ist primär der Verdacht auf ein Q-Fieber. Diese Zoonose manifestiert sich häufig als grippaler Infekt, atypische Pneumonie oder ungeklärtes Fieber. Besonders exponierte Berufsgruppen wie Landwirte oder Tierärzte stehen hierbei im Fokus der differenzialdiagnostischen Abklärung.
In der Praxis wird die KBR häufig zur Verlaufsbeobachtung oder zur Bestätigung akuter Infektionen eingesetzt. Da die KBR vor allem IgG- und IgM-Antikörper erfasst, liefert sie wertvolle Hinweise auf das Infektionsstadium. Bei chronischen Verläufen, wie einer Coxiella-induzierten Endokarditis, ist die quantitative Titerbestimmung für das Therapiemonitoring unerlässlich.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4278
Fallbeispiel 1: Abklärung einer atypischen Pneumonie
Ein Patient stellt sich mit trockenem Husten, hohem Fieber und ausgeprägtem Krankheitsgefühl vor. Aufgrund des beruflichen Kontakts zu Schafherden besteht der Verdacht auf ein Q-Fieber. Das Labor führt eine KBR auf Coxiella burneti durch. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 4278 zum Regelsatz (1,15-fach) mit 16,76 €, da keine erschwerenden Faktoren vorlagen.
Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle bei gesichertem Q-Fieber
Bei einer Patientin mit bekannter Coxiella-burneti-Infektion soll der Titerverlauf kontrolliert werden, um den Therapieerfolg zu bewerten. Die quantitative Bestimmung mittels KBR zeigt einen fallenden Titer. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ 4278 unter Angabe des Parameters auf der Rechnung.
Fallbeispiel 3: Erschwerte Titerbestimmung bei Kreuzreaktivität
Bei einem Patienten mit Verdacht auf eine chronische Infektion zeigt das Serum starke unspezifische Reaktionen, die aufwendige Absorptionsschritte erfordern. Der erhöhte Zeitaufwand im Labor rechtfertigt den 1,3-fachen Höchstsatz. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4278 und einer entsprechenden Begründung auf der Liquidation.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4278: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4278 ist das Übersehen von Abrechnungsausschlüssen. Die Ziffer darf explizit nicht neben Ziffer 437 abgerechnet werden. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen prüfen diese Kombinationen im Rahmen automatisierter Rechnungsprüfungen sehr genau.
Ein weiterer formaler Fehler ist das Fehlen der Parameterangabe auf der Rechnung. Die GOÄ schreibt zwingend vor, dass der untersuchte Parameter – in diesem Fall Coxiella burneti – namentlich genannt werden muss. Fehlt dieser Zusatz, kann dies zum temporären Ausschluss der Erstattungsfähigkeit führen.
Achtung: Die alleinige Angabe der Ziffernnummer ohne den Zusatz 'Coxiella burneti (KBR)' führt in der Praxis regelmäßig zu Rückfragen und Verzögerungen bei der Erstattung durch die Kostenträger.
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Dokumentation der GOÄ 4278: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose und präzise Dokumentation ist das Fundament jeder erfolgreichen Abrechnung. Im Laborbuch sowie in der Patientenakte müssen das genaue Testergebnis als Titerwert und das angewandte Verfahren (KBR) dokumentiert sein. Auch die medizinische Indikation, die zur Veranlassung der Untersuchung führte, muss klar hervorgehen.
Für die Abrechnungsstelle ist es ratsam, standardisierte Textbausteine zu verwenden. Dies minimiert Übertragungsfehler und stellt sicher, dass alle notwendigen Informationen für die Rechnungsstellung bereitstehen. Die Dokumentation sollte im Falle von Rückfragen der Prüfinstanzen sofort abrufbar sein.
Dokumentationsbeispiel: Verdacht auf Q-Fieber bei Zoonose-Exposition. Durchführung KBR auf Coxiella burneti. Ergebnis: Titer 1:160 (positiv). Befund an Einsender übermittelt.
GOÄ 4278: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da es sich bei der GOÄ-Ziffer 4278 um eine Laborleistung des Abschnitts M handelt, liegt der Gebührenrahmen zwischen dem 1,0-fachen und dem 1,3-fachen Satz. Der Regelhöchstsatz beträgt 1,15. Eine Überschreitung dieses Satzes bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur bei Vorliegen besonderer Umstände zulässig.
Typische Begründungen für eine Steigerung sind ein ungewöhnlich hoher Aufwand bei der Probenvorbereitung, störende Begleitfaktoren im Serum des Patienten oder die Notwendigkeit von Mehrfachbestimmungen zur Absicherung grenzwertiger Ergebnisse. Die Begründung muss verständlich und patientenbezogen auf der Rechnung formuliert werden.
Typische Ziffernkombinationen
In der Praxis wird die GOÄ 4278 häufig mit anderen serologischen oder mikrobiologischen Ziffern kombiniert, um ein vollständiges Erregerprofil zu erstellen. Erlaubt ist beispielsweise die Kombination mit Ziffern für den direkten Erregernachweis mittels PCR (z. B. GOÄ 4780ff.), sofern die medizinische Notwendigkeit gegeben ist. Die Kombination mit Ziffer 437 ist jedoch strikt unzulässig.
Tipp: Achten Sie bei der Kombination von mehreren serologischen Untersuchungen am selben Untersuchungstag darauf, dass keine systemischen Ausschlüsse des Abschnitts M II verletzt werden.
Ziffer 4278 in der neuen GOÄ
Für die Ziffer 4278 sieht der Entwurf keine eigenständige Nachfolgeleistung vor. Der bisherige 2,3-fache Satz liegt bei 16,76 €; im Einzelfall ist zu prüfen, welche neue Ziffer den Untersuchungsinhalt am besten abbildet.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4278
Was hat nicht gestimmt?