Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4315
Qualitativer Nachweis von Antikörpern mittels Immunfluoreszenz oder ähnlichen Untersuchungsmethoden -Epstein-Barr-Virus Early Antigen restricted. Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Die GOÄ-Ziffer 4315 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung aus dem Bereich der Immunologie und Infektionsserologie. Im Fokus steht der qualitative Nachweis von Antikörpern gegen das sogenannte Early Antigen (restricted) des Epstein-Barr-Virus (EBV). Diese Untersuchung wird typischerweise mittels Immunfluoreszenztest (IFT) oder vergleichbar sensitiven Methoden durchgeführt.
Die Bestimmung dieses spezifischen Parameters liefert wichtige Hinweise auf die Aktivität des Virus im Organismus. Da es sich um eine hochspezifische Laborleistung handelt, ist die exakte Einhaltung der formalen Vorgaben für eine erfolgreiche Erstattung unerlässlich. Insbesondere die Pflicht zur Nennung des Parameters auf der Liquidation ist ein zentrales Qualitätsmerkmal.
GOÄ 4315 in der Praxis: Diagnostik der EBV-Reaktivierung
In der täglichen Praxis kommt die GOÄ 4315 vor allem dann zum Einsatz, wenn der Verdacht auf eine frische oder reaktivierte EBV-Infektion besteht. Das Early Antigen (EA) tritt in der frühen Phase der viralen Replikation auf. Ein Nachweis spricht daher meist für eine aktive virale Dynamik, was klinisch von hoher Relevanz ist.
Typische Indikationen umfassen unklare Fieberzustände, anhaltende Lymphknotenschwellungen oder den Verdacht auf ein chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS) nach einem viralen Infekt. Auch bei immunsupprimierten Patienten ist die Überwachung der EBV-Aktivität mittels dieser Ziffer ein Standardverfahren. Die Abgrenzung zu anderen EBV-Markern wie VCA oder EBNA ist für die Befundinterpretation essenziell.
Tipp: Achten Sie darauf, dass für eine vollständige EBV-Serologie häufig mehrere spezifische Antikörper bestimmt werden müssen. Die Ziffer 4315 erfasst speziell das Early Antigen (restricted) und sollte gezielt bei unklaren Verläufen eingesetzt werden.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4315
Fallbeispiel 1: Verdacht auf frische EBV-Infektion bei Jugendlichen
Ein 17-jähriger Patient stellt sich mit hohem Fieber, ausgeprägter Pharyngitis und schmerzhaften Lymphknotenschwellungen vor. Zum Ausschluss einer akuten infektiösen Mononukleose veranlasst die Praxis eine umfassende EBV-Serologie. Neben den Standard-VCA-Antikörpern wird das Early Antigen bestimmt.
Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ 4315 für den qualitativen Nachweis des EA. Da der Befund positiv ausfällt, ist die Diagnose einer frischen Infektion gesichert. Die Dokumentation in der Akte stützt die medizinische Notwendigkeit dieser differenzierten Diagnostik.
Fallbeispiel 2: V.a. Reaktivierung bei immunsupprimiertem Patienten
Eine 45-jährige Patientin unter aktiver immunsuppressiver Therapie klagt über unspezifische Abgeschlagenheit und subfebrile Temperaturen. Zur Abklärung einer möglichen viralen Reaktivierung wird eine Blutprobe ins Labor gesendet. Bestimmt werden soll unter anderem das EBV Early Antigen restricted.
Der qualitative Nachweis mittels IFT wird mit der GOÄ-Ziffer 4315 liquidiert. Aufgrund der Immunsuppression ist diese engmaschige Überwachung medizinisch vollkommen begründet. Die Abrechnung erfolgt zum Regelhöchstsatz von 1,15.
Fallbeispiel 3: Abklärung eines chronischen Erschöpfungssyndroms
Ein Patient leidet seit Monaten an schwerer Fatigue nach einem durchgemachten grippalen Infekt. Zur differentialdiagnostischen Abklärung soll eine chronisch-aktive EBV-Infektion ausgeschlossen werden. Hierzu ist die Bestimmung des Early Antigens ein entscheidender Baustein.
Die Durchführung des Tests wird über die Ziffer 4315 abgerechnet. Der negative Befund hilft, andere Ursachen für die Erschöpfung in den Fokus zu rücken. Die Abrechnung verläuft dank präziser Indikationsstellung reibungslos.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4315: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Liquidation der GOÄ 4315 ist das Versäumnis, den konkreten Parameter auf der Rechnung anzugeben. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass die untersuchten Parameter anzugeben sind. Fehlt dieser Zusatz, führt dies fast immer zu einer Beanstandung durch die privaten Krankenversicherungen.
Zudem müssen die strikten Ausschlussziffern beachtet werden. Die GOÄ 4315 darf nicht neben den Ziffern 437 und 4337 abgerechnet werden. Eine parallele Abrechnung dieser Ziffern am selben Behandlungstag für dieselbe Probe ist unzulässig und wird von Prüfstellen konsequent gestrichen.
Achtung: Das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Liquidation führt regelmäßig zu Beanstandungen durch Beihilfestellen und private Krankenversicherungen. Geben Sie stets "Epstein-Barr-Virus Early Antigen restricted" an.
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Dokumentation der GOÄ 4315: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose und präzise Dokumentation ist das beste Schild gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation und der konkrete Verdacht klar festgehalten werden. Auch die verwendete Untersuchungsmethode, wie beispielsweise der Immunfluoreszenztest, gehört in die Dokumentation.
Der erhaltene Befund (qualitativ positiv oder negativ) muss mitsamt dem Datum der Probenentnahme und der Auswertung archiviert werden. Dies erleichtert nicht nur spätere Rückfragen von Kostenträgern, sondern sichert die Praxis auch forensisch und fachlich ab. Ein standardisiertes Vorgehen spart hierbei wertvolle Zeit.
Dokumentation: V.a. EBV-Reaktivierung bei Z.n. Organtransplantation. Durchführung des qualitativen Nachweises von EBV-EA (restricted) mittels Immunfluoreszenztest (IFT). Ergebnis: Positiv. Befundbesprechung erfolgt.
GOÄ 4315: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da die GOÄ 4315 dem Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) angehört, gelten hier besondere Regeln für die Steigerung. Der Regelhöchstsatz liegt bei dem 1,15-fachen Satz, während der maximale Höchstsatz auf das 1,3-fache begrenzt ist. Eine Steigerung über den Schwellenwert von 1,15 hinaus erfordert eine detaillierte, patientenbezogene Begründung.
Gründe für eine Steigerung auf den 1,3-fachen Höchstsatz können beispielsweise eine extrem schwierige Probenaufbereitung oder unvorhergesehene biologische Besonderheiten der Patientenprobe sein. Allgemeine Floskeln werden von den Kostenträgern meist nicht akzeptiert. Die Begründung muss daher stets individuell formuliert werden.
Typische Ziffernkombinationen
In der Praxis wird die GOÄ 4315 selten isoliert angewendet. Häufig erfolgt die Abrechnung in Kombination mit anderen serologischen Parametern zur vollständigen EBV-Diagnostik. Hierzu gehören beispielsweise die Bestimmung von VCA-IgG oder EBNA-1-IgG.
Solange keine expliziten Ausschlussziffern wie die 437 oder 4337 tangiert werden, ist die gemeinsame Abrechnung zulässig. Es ist jedoch darauf zu achten, dass für jeden erbrachten Parameter die entsprechende Ziffer separat aufgeführt und benannt wird. Dies sichert eine transparente und beanstandungsfreie Erstattung.
Ziffer 4315 in der neuen GOÄ
Der Nachweis von Antikörpern gegen das Epstein-Barr-Virus Early Antigen restricted (EA-R) führt in der neuen GOÄ — wie der verwandte EA-D-Nachweis (Ziffer 4314) und der EBNA-Nachweis (Ziffer 4316) — auf Nummer 11580 „Epstein-Barr-Virus, je Antigen, IA Antikörpernachweis, z.B. gegen EA, EBNA-1, VCA; Serum oder Plasma; Signal-(Tracer-)verstärkter Immunoassay; Auswertung: apparativ-quantitativ-testspezifisch" — Festpreis 15,96 € (heute: 19,43 €). Der Methodenwechsel vom qualitativen IFT auf den Immunoassay ist strukturell vorgeschrieben; die „je Antigen"-Logik erlaubt bei Untersuchung mehrerer EBV-Antigene separate Abrechnung mit Angabe des jeweiligen Antigens in der Rechnung.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4315
Was hat nicht gestimmt?