Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4314
Qualitativer Nachweis von Antikörpern mittels Immunfluoreszenz oder ähnlichen Untersuchungsmethoden -Epstein-Barr-Virus Early Antigen diffus-
Die offizielle Leistungsbeschreibung der GOÄ-Ziffer 4314 definiert den qualitativen Nachweis von Antikörpern gegen das diffuse Early Antigen des Epstein-Barr-Virus (EBV-EA-D). Diese Analyse erfolgt in der Regel über die Methode der indirekten Immunfluoreszenz (IFT) oder vergleichbare immunologische Verfahren wie den ELISA. Als zwingende Vorgabe bestimmt die Gebührenordnung, dass die untersuchten Parameter auf der Liquidation explizit anzugeben sind.
Die Leistung ist dem Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen), Unterabschnitt M III (Speziallabor), zugeordnet. Damit unterliegt die Ziffer 4314 den spezifischen Bestimmungen für Speziallaborleistungen, was insbesondere für die Höchstsätze und die Abrechnung im Laborverbund von Bedeutung ist. Die Erbringung erfordert eine präzise apparative Ausstattung und fachliche Expertise in der immunologischen Diagnostik.
GOÄ 4314 in der Praxis: Diagnostik der EBV-Primärinfektion
In der täglichen Praxis spielt die Bestimmung der Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus Early Antigen eine entscheidende Rolle bei der Abklärung des Pfeifferschen Drüsenfiebers (infektiöse Mononukleose). Die klinische Symptomatik mit Fieber, Pharyngitis und Lymphknotenschwellungen erfordert oft eine schnelle und zuverlässige laborchemische Bestätigung. Der Nachweis von EA-Antikörpern hilft dabei, das Stadium der Infektion genauer einzugrenzen.
Diese Antikörper treten typischerweise in der frühen Phase einer Primärinfektion auf und fallen meist nach drei bis sechs Monaten wieder unter die Nachweisgrenze. Ein positiver Befund spricht daher in Kombination mit anderen Markern für eine akute Infektion oder eine Reaktivierung des Virus. Die Abgrenzung zu einer abgelaufenen Infektion, bei der in der Regel nur noch EBNA-1-Antikörper nachweisbar sind, wird durch diese Ziffer maßgeblich unterstützt.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4314
Fallbeispiel 1: Verdacht auf akutes Pfeiffersches Drüsenfieber
Ein Patient stellt sich mit ausgeprägter Abgeschlagenheit, schmerzhafter zervikaler Lymphadenopathie und Fieber vor. Zur Diagnosesicherung veranlasst der behandelnde Arzt eine umfassende EBV-Serologie im Labor. Neben den VCA-Antikörpern wird der qualitative Nachweis von EBV-EA-Antikörpern durchgeführt. Die Abrechnung erfolgt für diesen Parameter korrekt über die GOÄ-Ziffer 4314.
Fallbeispiel 2: Abklärung einer EBV-Reaktivierung bei Immundefekt
Bei einem immunsupprimierten Patienten besteht der Verdacht auf eine Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus aufgrund unklarer Leberwerterhöhungen. Das Labor führt den qualitativen Nachweis des Early Antigens mittels Immunfluoreszenztest durch. Da es sich um eine eigenständige Fragestellung handelt, wird die GOÄ 4314 neben den Basismarkern auf der Rechnung ausgewiesen.
Fallbeispiel 3: Differenzialdiagnostik bei chronischem Erschöpfungssyndrom
Ein Patient leidet seit Monaten unter unklarer Erschöpfung, weshalb eine chronisch aktive EBV-Infektion ausgeschlossen werden soll. Im Rahmen der Stufendiagnostik wird das diffuse Early Antigen qualitativ bestimmt. Die Abrechnung der erbrachten Laborleistung erfolgt regelkonform mit der Ziffer 4314 zum Regelhöchstsatz von 1,15.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4314: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4314 ist das Übersehen der expliziten Ausschlussziffern. Die Ziffer darf laut den allgemeinen Bestimmungen nicht neben den Nummern 437 und 4337 berechnet werden. Prüfstellen der privaten Krankenversicherungen und Beihilfestellen gleichen diese Kombinationen systematisch ab und kürzen die Liquidation bei Verstößen.
Achtung: Die zeitgleiche Abrechnung von qualitativen und quantitativen Bestimmungen desselben Antikörpers am selben Untersuchungstag ist nicht zulässig. Dies führt bei einer Rechnungsprüfung unweigerlich zur Beanstandung und zum Honorarausfall.
Zudem wird oft versäumt, den konkreten Untersuchungsparameter auf der Rechnung anzugeben. Die GOÄ schreibt im Leistungstext unmissverständlich vor, dass die Bezeichnung des Parameters aufgeführt werden muss. Fehlt dieser Zusatz, entspricht die Rechnung nicht den formalen Vorgaben des Paragrafen 12 der GOÄ.
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Dokumentation der GOÄ 4314: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament für eine erfolgreiche und rechtssichere Abrechnung. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, die spezifische Laboranforderung sowie das Untersuchungsergebnis detailliert festgehalten werden. Auch die angewandte Methode, wie beispielsweise der Immunfluoreszenztest, sollte dokumentiert sein.
Dokumentation: Verdacht auf reaktivierte EBV-Infektion bei Splenomegalie. Anforderung Labor: Qualitativer Nachweis von EBV-EA-IgG mittels indirektem Immunfluoreszenztest (IFT). Befund: Positiv. Parameter auf Liquidation ausgewiesen.
Im Falle von Rückfragen durch Kostenträger dient diese Dokumentation als Nachweis der medizinischen Notwendigkeit. Insbesondere bei einer wiederholten Durchführung des Tests innerhalb eines kurzen Zeitraums ist eine präzise Begründung in den Krankenunterlagen unverzichtbar.
GOÄ 4314: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da die GOÄ-Ziffer 4314 dem Speziallabor (Abschnitt M III) angehört, liegt der Gebührenrahmen zwischen dem 1,0-fachen und dem 1,3-fachen Satz. Der Regelhöchstsatz beträgt das 1,15-fache der Gebühr. Eine Steigerung auf den Höchstsatz von 1,3 ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich, wenn die Durchführung der Untersuchung einen außergewöhnlichen Aufwand erfordert hat.
Tipp: Begründen Sie eine Überschreitung des Schwellenwertes stets mit patientenspezifischen Besonderheiten, wie etwa schwierigen Probenverhältnissen oder unklaren, schwer interpretierbaren Fluoreszenzmustern, die eine wiederholte Analyse notwendig machten.
Typische Ziffernkombinationen
Die Bestimmung des Early Antigens erfolgt selten isoliert, sondern meist im Rahmen eines EBV-Profils. Sinnvolle und erlaubte Kombinationen umfassen den Nachweis von VCA-IgG und VCA-IgM sowie den Nachweis von EBNA-1-Antikörpern. Diese ergänzenden Parameter werden über die jeweils zutreffenden Ziffern des Abschnitts M abgerechnet, sofern keine Ausschlüsse vorliegen.
Ziffer 4314 in der neuen GOÄ
Der Nachweis von Antikörpern gegen das Epstein-Barr-Virus Early Antigen diffus (EA-D) wechselt in der neuen GOÄ die Methode: Aus dem qualitativen Immunfluoreszenztest wird ein Signal-verstärkter Immunoassay, der in der gemeinsamen EBV-Antigen-Position erfasst wird: Nummer 11580 „Epstein-Barr-Virus, je Antigen, IA Antikörpernachweis, z.B. gegen EA, EBNA-1, VCA; Serum oder Plasma; Signal-(Tracer-)verstärkter Immunoassay; Auswertung: apparativ-quantitativ-testspezifisch" — Festpreis 15,96 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 19,43 €). Die Ziffer gilt je untersuchtem Antigen; wird EA-D neben anderen EBV-Antigenen untersucht, kann jede Antigenspezifität einmal angesetzt werden — das jeweilige Antigen ist in der Rechnung anzugeben.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4314
Was hat nicht gestimmt?