Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4342
Die GOÄ-Ziffer 4342 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung aus dem Bereich der Immunologie. Sie dient der quantitativen Erfassung spezifischer Antikörperklassen.
Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Die Leistung umfasst die quantitative Bestimmung von Antikörpern mittels Immunfluoreszenz oder ähnlicher Untersuchungsmethoden. Spezifisch bezieht sich diese Ziffer auf das Epstein-Barr-Virus Early Antigen restricted (EBV-EA-R). Die Ziffer deckt alle vorbereitenden und durchführenden Laborschritte ab.
GOÄ 4342 in der Praxis: Diagnostik der EBV-Reaktivierung
In der täglichen Praxis ist die Differenzierung einer abgelaufenen von einer aktiven EBV-Infektion oft eine diagnostische Herausforderung. Die Bestimmung der Early-Antigen-Antikörper liefert hierbei entscheidende Hinweise. Ein Anstieg dieser Antikörper deutet stark auf eine Virusreaktivierung oder eine frische Infektion hin.
Typische klinische Szenarien umfassen Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom oder unklaren Lymphknotenschwellungen. Auch bei immunsupprimierten Patienten ist diese Diagnostik von hoher Relevanz. Die Abgrenzung zu anderen EBV-Ziffern muss dabei stets präzise erfolgen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4342
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Reaktivierung bei chronischem Erschöpfungssyndrom
Ein Patient stellt sich mit seit Monaten anhaltender, schwerer Fatigue vor. Zum Ausschluss einer EBV-Reaktivierung veranlasst der Arzt eine quantitative Bestimmung der EA-Antikörper. Die Durchführung erfolgt mittels ELISA im Labor. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 4342 mit dem Regelhöchstsatz von 34,19 € unter Angabe des Parameters.
Fallbeispiel 2: Abklärung einer atypischen Mononukleose
Bei einer Patientin mit atypischen Symptomen eines Pfeifferschen Drüsenfiebers soll der aktuelle Infektionsstatus geklärt werden. Das Labor führt eine quantitative Bestimmung der EBV-EA-Antikörper durch. Die Abrechnung erfolgt über die Ziffer 4342, da eine quantitative Differenzierung medizinisch notwendig ist.
Fallbeispiel 3: Verlaufskontrolle unter Immunsuppression
Ein Patient unter immunsuppressiver Therapie zeigt Symptome einer viralen Infektion. Zur Verlaufskontrolle wird die Antikörperkonzentration gegen das Early Antigen quantitativ bestimmt. Die Abrechnung erfolgt korrekt nach GOÄ 4342 zum 1,15-fachen Gebührensatz.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4342: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler in der Abrechnungspraxis ist die gleichzeitige Ansetzung von qualitativen und quantitativen Tests. Die Ziffer 437 (qualitativer Nachweis) darf nicht neben der Ziffer 4342 für dasselbe Antigen berechnet werden. Prüfstellen der privaten Krankenversicherungen kürzen solche Doppelabrechnungen konsequent.
Achtung: Die Angabe des untersuchten Parameters auf der Rechnung ist eine zwingende formale Voraussetzung. Fehlt die Bezeichnung des Antigens, kann dies zum vollständigen Honorarverlust für diese Position führen.
Zudem beanstanden Beihilfestellen häufig die Steigerung des Gebührensatzes ohne eine ausreichend detaillierte Begründung. Da Laborleistungen im Abschnitt M stark reglementiert sind, müssen Abweichungen vom Regelhöchstsatz besonders sorgfältig dokumentiert werden.
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Dokumentation der GOÄ 4342: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation schützt vor Regressen und Nachfragen der Kostenträger. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation und die Anforderung des spezifischen Laborparameters klar ersichtlich sein. Auch das Testergebnis und die angewandte Methode gehören in die Dokumentation.
Dokumentation: Verdacht auf EBV-Reaktivierung bei chronischer Fatigue. Anforderung quantitative Bestimmung EBV-EA-IgG mittels ELISA. Ergebnis: 45 U/ml (positiv).
Der behandelnde Arzt sollte zudem die therapeutische Konsequenz aus dem Laborbefund kurz skizzieren. Dies untermauert die medizinische Notwendigkeit der Untersuchung im Falle einer nachträglichen Prüfung.
GOÄ 4342: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Laborleistungen des Abschnitts M weisen einen reduzierten Gebührenrahmen auf. Eine Steigerung über den Regelhöchstsatz von 1,15 bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur bei außergewöhnlichen Umständen zulässig. Solche Erschwernisse können beispielsweise durch schwierige Probenbeschaffenheit oder komplexe Differenzialdiagnosen begründet werden.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 4342 wird häufig im Rahmen eines kompletten EBV-Profils angefordert. Sinnvolle Kombinationen umfassen weitere quantitative Antikörpernachweise, sofern diese unterschiedliche Zielantigene betreffen. Eine parallele Abrechnung mit der Ziffer 4396 für andere spezifische EBV-Antikörper ist bei medizinischer Begründung möglich. Die Einhaltung der Ausschlussvorgaben ist dabei stets zu beachten.
Tipp: Achten Sie bei der Kombination mehrerer Antikörpertests darauf, dass jeder Parameter einzeln auf der Liquidation ausgewiesen wird, um Rückfragen der Erstattungsstellen zu vermeiden.
Ziffer 4342 in der neuen GOÄ
Wie der verwandte EA-D-Nachweis (Ziffer 4341) hat auch die quantitative Bestimmung von Antikörpern gegen das EBV Early Antigen restricted mittels Immunfluoreszenz im aktuellen Entwurf der neuen GOÄ keinen eigenständigen Nachfolger.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4342
Was hat nicht gestimmt?