Die Abrechnung der McCall-Kuldoplastik nach GOÄ Ziffer A3283 wirft oft Fragen auf. Erfahren Sie, wie Sie die analoge Ziffer rechtssicher anwenden.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer A3283
Ziffer A3283 (analog): Plastische Rekonstruktion nach Mc Call (McCall-Kuldoplastik)
Die Ziffer A3283 wird als Analogbewertung herangezogen, da die originale Gebührenordnung für Ärzte diese spezifische gynäkologische Rekonstruktionstechnik nicht explizit abbildet. Als Referenz dient die Ziffer 3283, welche mit einer Punktzahl von 1110 bewertet ist.
Medizinisch umfasst diese Leistung die operative Raffung des Douglas-Raums und die Fixation des Scheidenstumpfes an den sakrouterinen Ligamenten. Ziel des Eingriffs ist es, nach einer Hysterektomie die Entstehung einer Enterozele oder eines Scheidenstumpfprolapses effektiv zu verhindern.
GOÄ A3283 in der Praxis: Indikation und klinische Anwendung
Die McCall-Kuldoplastik kommt primär im Rahmen von vaginalen Hysterektomien zum Einsatz, insbesondere wenn bereits präoperativ eine Bindegewebsschwäche oder ein Descensus uteri vorliegt. Auch bei der isolierten Korrektur eines apikalen Prolapses ist diese Methode klinischer Standard.
Durch die anatomische Neuausrichtung und die Verankerung der Haltestrukturen wird der Beckenboden dauerhaft stabilisiert. Die Abrechnung der Ziffer A3283 setzt voraus, dass diese Rekonstruktion als eigenständige, über die normale Wundversorgung hinausgehende Leistung erbracht wird.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ A3283
Fallbeispiel 1: Prophylaktische Kuldoplastik bei vaginaler Hysterektomie
Eine Patientin stellt sich mit einem symptomatischen Uterus prolapsus vor. Es erfolgt eine vaginale Hysterektomie, bei der zur Vermeidung eines späteren Scheidenstumpfprolapses eine prophylaktische McCall-Kuldoplastik durchgeführt wird. Die Rekonstruktion erfordert eine separate Präparation und Nahtlegung, weshalb neben der Hysterektomie die Ziffer A3283 analog abgerechnet wird.
Fallbeispiel 2: Korrektur einer ausgeprägten Enterozele
Bei einer Patientin mit Zustand nach Hysterektomie zeigt sich eine symptomatische Enterozele. Im Zuge der operativen Sanierung erfolgt die Freilegung des Douglas-Raums und die plastische Rekonstruktion nach McCall. Da dieser Eingriff die primäre therapeutische Maßnahme darstellt, ist die Abrechnung der Ziffer A3283 vollumfänglich gerechtfertigt.
Fallbeispiel 3: Komplexe Beckenbodenrekonstruktion bei Rezidiv-Descensus
Nach einer vorangegangenen Kolporrhaphie tritt ein Rezidiv-Descensus des Scheidenstumpfes auf. Unter schwierigen anatomischen Bedingungen wird eine bilaterale McCall-Ligamentensuspension durchgeführt. Aufgrund des erheblichen Mehraufwands wird die Ziffer A3283 mit einem erhöhten Steigerungsfaktor liquidiert.
Häufige Fehler bei der GOÄ A3283: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Streitpunkt mit privaten Krankenversicherungen ist die Einstufung der McCall-Kuldoplastik als bloße Zielleistung der Hysterektomie gemäß § 4 Abs. 2a GOÄ. Prüfstellen argumentieren oft fälschlicherweise, dass der Verschluss des Peritoneums und die Stumpffixation bereits Teil der Gebärmutterentfernung seien.
Dies ist jedoch unzutreffend, da die McCall-Kuldoplastik eine zusätzliche plastische Rekonstruktion darstellt, die weit über den einfachen Wundverschluss hinausgeht. Ein weiterer Fehler ist die gleichzeitige, unzulässige Abrechnung von anderen unspezifischen Fixationsziffern, wenn diese dieselbe anatomische Region betreffen.
Achtung: Achten Sie darauf, dass die McCall-Kuldoplastik nicht mit einfachen Peritoneal- oder Vaginalnähten verwechselt wird. Nur die echte, ligamentäre Rekonstruktion rechtfertigt den Ansatz der Ziffer A3283.
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Dokumentation der GOÄ A3283: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose und präzise gynäkologische OP-Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen. Im Operationsbericht muss die Darstellung und Präparation der Ligamenta sacrouterina detailliert beschrieben werden.
Zudem sollte die genaue Anzahl und Lage der verwendeten McCall-Haltenähte sowie die Einbeziehung des hinteren Scheidenstumpfes dokumentiert sein. Auch die erfolgreiche Obliteration des Douglas-Raums zur Prophylaxe einer Enterozele muss explizit Erwähnung finden.
Dokumentation: Nach vaginaler Entfernung des Uterus Darstellung der beidseitigen sakrouterinen Ligamente. Durchzug der McCall-Nähte (PDS 2-0) durch das linke Ligament, den hinteren Scheidenstumpf und das rechte Ligament. Nach Knotung zeigt sich eine stabile, anatomisch korrekte Suspension des Scheidenstumpfes ohne Spannung.
Tipp: Verwenden Sie in Ihrem OP-Bericht explizit den Begriff "plastische Rekonstruktion nach McCall" und vermeiden Sie vage Formulierungen wie "Stumpfsicherung".
GOÄ A3283: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die Abrechnung über den Regelsatz von 2,3 hinaus bis zum Höchstsatz von 3,5 ist bei dieser Ziffer häufig medizinisch begründbar. Typische Gründe für eine Steigerung sind ausgeprägte Adhäsionen im kleinen Becken, beispielsweise infolge einer Endometriose oder früherer Operationen.
Auch eine stark veränderte Anatomie bei extremem Descensus oder ein erhöhtes Blutungsrisiko, das eine besonders vorsichtige Präparation erfordert, rechtfertigen die Anwendung eines höheren Faktors. Die Begründung muss stets patientenindividuell und nachvollziehbar in der Rechnung formuliert werden.
Typische Ziffernkombinationen
In der operativen Gynäkologie wird die Ziffer A3283 meist in Kombination mit der Ziffer 1125 (Vaginale Gebärmutterentfernung) oder der Ziffer 1145 (Plastische Operation zur Behebung einer Senkung der Scheide und/oder des Uterus) erbracht. Auch die Kombination mit einer Adnektomie nach Ziffer 1131 ist im klinischen Alltag häufig anzutreffen.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer A3283
Was hat nicht gestimmt?