Der Leitfaden zur GOÄ-Ziffer A3743 (PAPP-A): Erfahren Sie alles über die korrekte Abrechnung, typische Fallbeispiele und wie Sie Honorarverluste vermeiden.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer A3743
Die GOÄ-Ziffer A3743 ist eine Analogziffer, die für die Bestimmung des schwangerschaftsassoziierten Plasmaproteins A (PAPP-A) herangezogen wird. Da dieses spezifische Protein in der ursprünglichen Gebührenordnung nicht explizit aufgeführt ist, erfolgt die Abrechnung analog zur Referenzziffer 3743.
A3743 (analog 3743): Pregnancy-associated-Plasmaprotein A (PAPP-A) - quantitativ -
Die Leistung umfasst die quantitative laborchemische Bestimmung des Proteins aus dem mütterlichen Serum. Diese Analyse ist ein zentraler Bestandteil des Ersttrimester-Screenings (ETS) zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche. Die Ziffer ist dem Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) der GOÄ zugeordnet, weshalb die spezifischen Labor-Gebührensätze Anwendung finden.
GOÄ A3743 in der Praxis: Indikation und klinischer Nutzen
Die Bestimmung von PAPP-A dient primär der pränatalen Risikoabschätzung für fetale Aneuploidien, insbesondere für das Down-Syndrom (Trisomie 21) sowie die Trisomien 13 und 18. Ein erniedrigter PAPP-A-Wert im mütterlichen Blut in Kombination mit einer vergrößerten Nackentransparenz des Fötus weist auf ein erhöhtes Risiko hin. Die Untersuchung wird standardmäßig als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) oder bei Privatversicherten als medizinisch indizierte Vorsorgeleistung durchgeführt.
Neben der Risikoabschätzung für Chromosomenanomalien liefert der PAPP-A-Wert auch Hinweise auf mögliche Plazentationsstörungen. Ein stark erniedrigter Wert im ersten Trimenon ist mit einem höheren Risiko für eine spätere Präeklampsie, intrauterine Wachstumsrestriktion (IUGR) oder Frühgeburtlichkeit assoziiert. Daher ist die Bestimmung auch bei Risikoschwangerschaften ohne primären Verdacht auf Chromosomenstörungen klinisch wertvoll.
Tipp: Bei der Aufklärung von gesetzlich versicherten Patientinnen sollte stets ein schriftlicher IGeL-Vertrag geschlossen werden, der die GOÄ-Ziffer A3743 explizit ausweist, um spätere Honorarausfälle zu vermeiden.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ A3743
Fallbeispiel 1: Ersttrimester-Screening bei einer 32-jährigen Schwangeren
Eine schwangere Patientin stellt sich in der 12. Schwangerschaftswoche (11+4 SSW) zur Durchführung des Ersttrimester-Screenings vor. Neben der Ultraschalluntersuchung zur Nackentransparenzmessung erfolgt eine Blutentnahme zur Bestimmung von PAPP-A und freiem beta-hCG. Die Abrechnung der Laborleistung erfolgt über die Analogziffer A3743 für das PAPP-A sowie die Ziffer 4078 für das freie beta-hCG.
Fallbeispiel 2: Risikoschwangerschaft mit Verdacht auf Plazentainsuffizienz
Bei einer 38-jährigen Schwangeren besteht aufgrund von Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für eine Plazentainsuffizienz. Im Rahmen der erweiterten Vorsorge wird in der 13. SSW die Bestimmung von PAPP-A veranlasst, um das Risiko für eine Präeklampsie frühzeitig zu evaluieren. Die Laboranalyse wird korrekt mit der Ziffer A3743 zum Regelsatz von 1,15-fach liquidiert.
Fallbeispiel 3: Durchführung des Screenings im Rahmen einer Zwillingsschwangerschaft
Eine Patientin mit einer gemini-graviditas wünscht eine präzise Risikoabschätzung. Da die Interpretation der Laborwerte bei Mehrlingen komplexer ist und einen erhöhten Beratungs- und Auswertungsaufwand erfordert, wird die Bestimmung von PAPP-A durchgeführt. Die Abrechnung der GOÄ A3743 erfolgt hierbei mit einem begründeten erhöhten Steigerungssatz von 1,3-fach.
Häufige Fehler bei der GOÄ A3743: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ A3743 ist die fehlerhafte Anwendung der Steigerungssätze. Da es sich um eine Laborleistung des Abschnitts M handelt, liegt der Regelhöchstsatz bei 1,15-fach und der Höchstsatz bei 1,3-fach. Eine Abrechnung mit dem Faktor 2,3-fach, wie er für ärztliche Leistungen üblich ist, führt unweigerlich zur Beanstandung durch die privaten Krankenversicherungen.
Zudem beanstanden Prüfstellen häufig die unvollständige Kennzeichnung als Analogabrechnung. Da PAPP-A nicht direkt in der GOÄ enthalten ist, muss auf der Rechnung zwingend das Zeichen „A“ vorangestellt und die Bezeichnung der Originalziffer 3743 mit dem Zusatz „analog“ versehen werden. Das Fehlen dieser formalen Kriterien kann zum Verlust des Vergütungsanspruchs führen.
Achtung: Die Bestimmung von PAPP-A darf nicht am selben Tag mehrfach berechnet werden, selbst wenn mehrere Proben analysiert wurden. Es gilt das pflichtbewusste Prinzip der Einmaligkeit pro Behandlungstag für denselben Laborparameter.
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Dokumentation der GOÄ A3743: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder rechtssicheren Abrechnung. In der Patientenakte müssen das genaue Gestationsalter (berechnet nach der Scheitel-Steiß-Länge oder der letzten Menstruation) sowie der genaue Zeitpunkt der Blutentnahme dokumentiert sein. Diese Angaben sind für die spätere Plausibilitätsprüfung durch die Kostenträger essenziell.
Zudem sollte das schriftliche Einverständnis der Patientin nach dem Gendiagnostikgesetz (GenDG) dokumentiert werden, da das Ersttrimester-Screening eine genetische Untersuchung im weiteren Sinne darstellt. Der Laborbefund mit dem quantitativen Messergebnis in mIU/ml sowie der entsprechende MoM-Wert (Multiple of Median) müssen fest in der elektronischen Patientenakte hinterlegt sein.
Dokumentation: 12+1 SSW, Blutentnahme für ETS erfolgt. Einverständniserklärung nach GenDG liegt schriftlich vor. Laborbefund PAPP-A: 2,45 mIU/ml (entspricht 0,85 MoM) in Akte archiviert.
GOÄ A3743: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die Steigerung der GOÄ A3743 über den Regelhöchstsatz von 1,15-fach hinaus bis zum Höchstsatz von 1,3-fach ist nur in medizinisch begründeten Ausnahmefällen zulässig. Typische Begründungen sind ein außergewöhnlich hoher Analyseaufwand bei schwierigen Probenverhältnissen oder die aufwendige mathematische Korrektur bei Mehrlingsschwangerschaften. Die Begründung muss für den medizinischen Laien verständlich und patientenbezogen auf der Liquidation formuliert sein.
Typische Ziffernkombinationen
In der täglichen Praxis wird die Bestimmung von PAPP-A selten isoliert durchgeführt. Sie ist fast immer Teil eines diagnostischen Komplexes. Typische zulässige Kombinationen umfassen die Ziffer 4078 (freies beta-hCG) sowie sonographische Leistungen nach Ziffer 1007 (Nackentransparenzmessung). Auch die Beratung im Zusammenhang mit der Pränataldiagnostik nach Ziffer 3 oder Ziffer 1 ist in derselben Sitzung berechnungsfähig, sofern die Leistungsinhalte vollständig erbracht wurden.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer A3743
Was hat nicht gestimmt?