Je einmalig für – den ersten Stimulationsversuch, – die Negativkontrolle und – für die Mitogenkontrolle (falls diese erforderlich ist).
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer A3767
Die Abrechnung der Ziffer A3767 erfolgt analog zur regulären Gebührenordnungsziffer 3767. Der offizielle Leistungstext beschreibt die zugrundeliegende labormedizinische Analyse präzise.
Bestimmung von löslichen Zytokinrezeptoren oder Zytokinantagonisten (z. B. IL-2-Rezeptor) im Serum oder anderen Körperflüssigkeiten
Diese Leistung umfasst die quantitative oder qualitative Bestimmung von löslichen Mediatoren des Immunsystems. Die Analyse dient der Erfassung der immunologischen Aktivität bei entzündlichen, autoimmunen oder neoplastischen Prozessen. Alle vorbereitenden Laborschritte sowie die Erstellung des Laborberichts sind mit dieser Gebühr abgegolten.
GOÄ A3767 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen der Zytokin-Analytik
Die Bestimmung löslicher Zytokine und deren Rezeptoren ist ein wertvolles Werkzeug in der modernen Immunologie und Rheumatologie. Typische Indikationen umfassen die Verlaufsbeurteilung von chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie der Sarkoidose, bei der der lösliche Interleukin-2-Rezeptor (sIL-2R) als Aktivitätsparameter dient. Auch bei der Überwachung von immunmodulatorischen Therapien liefert dieser Parameter entscheidende Hinweise.
Darüber hinaus kommt die Ziffer bei der Abklärung von unklaren Fieberzuständen oder dem Verdacht auf ein Zytokinfreisetzungssyndrom zum Einsatz. Die Abgrenzung zu zellulären Immunanalysen ist essenziell, da A3767 ausschließlich die humoralen, löslichen Komponenten im Überstand oder Serum erfasst. Eine präzise Indikationsstellung sichert die Erstattungsfähigkeit gegenüber den privaten Krankenversicherungen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ A3767
Fallbeispiel 1: Verdacht auf aktive Sarkoidose
Ein Patient stellt sich mit pulmonalen Symptomen und Verdacht auf Sarkoidose vor. Zur Beurteilung der Krankheitsaktivität veranlasst der behandelnde Arzt die Bestimmung des löslichen Interleukin-2-Rezeptors (sIL-2R) im Serum. Die Abrechnung dieser labormedizinischen Analyse erfolgt korrekt über die Analogziffer A3767 zum Regelsatz.
Fallbeispiel 2: Monitoring einer rheumatoiden Arthritis
Bei einer Patientin mit bekannter rheumatoider Arthritis unter laufender Biologika-Therapie soll das therapeutische Ansprechen überprüft werden. Hierzu wird die Konzentration spezifischer löslicher Zytokinantagonisten im Blut bestimmt. Die Dokumentation der therapeutischen Fragestellung begründet die medizinische Notwendigkeit der Abrechnung nach GOÄ A3767.
Fallbeispiel 3: Abklärung eines unklaren Entzündungsgeschehens
Zur Differenzialdiagnostik bei anhaltendem, unklarem Fieber wird ein umfassendes immunologisches Profil erstellt. Neben den Standard-Entzündungsmarkern erfolgt die Bestimmung von löslichen Zytokinrezeptoren zur Identifikation einer systemischen Immunaktivierung. Die Leistung wird als selbstständige analoge Laborleistung mit der Ziffer A3767 in Rechnung gestellt.
Häufige Fehler bei der GOÄ A3767: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der Ziffer A3767 ist das Fehlen der expliziten Kennzeichnung als Analogbewertung auf der Liquidation. Da es sich um eine Analogziffer handelt, muss der Buchstabe „A“ der Ziffer vorangestellt werden. Fehlt dieser Hinweis, führt dies regelmäßig zur Beanstandung durch private Krankenversicherungen oder Beihilfestellen.
Achtung: Die Ziffer A3767 darf nicht mit allgemeinen Entzündungsmarkern wie dem C-reaktiven Protein (CRP) verwechselt oder unbegründet nebeneinander abgerechnet werden, wenn diese dieselbe diagnostische Zielsetzung verfolgen.
Zudem ist darauf zu achten, dass für Laborleistungen des Abschnitts M ein reduzierter Gebührenrahmen bis maximal 1,3-fach gilt. Eine Abrechnung mit dem sonst üblichen ärztlichen Höchstsatz von 2,3-fach ist ausgeschlossen und stellt einen schweren Abrechnungsfehler dar.
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Dokumentation der GOÄ A3767: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose und präzise Dokumentation ist das Fundament für eine erfolgreiche Honorardurchsetzung. In der Patientenakte müssen die spezifische klinische Fragestellung sowie das konkrete Untersuchungsergebnis dokumentiert sein. Der Verweis auf die medizinische Notwendigkeit der Zytokin-Bestimmung sollte direkt aus der Anamnese hervorgehen.
Dokumentation: Bestimmung des löslichen IL-2-Rezeptors im Serum mittels ELISA zur Aktivitätsbeurteilung bei bekannter Sarkoidose. Laborbefund liegt vor und wurde validiert.
Zusätzlich empfiehlt es sich, den verwendeten Testkit oder die methodische Durchführung kurz im Laborbuch oder der Software zu hinterlegen. Dies erleichtert die Argumentation bei eventuellen Rückfragen der Kostenträger erheblich.
Tipp: Hinterlegen Sie in Ihrer Praxissoftware eine feste Dokumentationsvorlage für Analogziffern, um die geforderten Begründungen bei der Rechnungsstellung automatisch zu generieren.
GOÄ A3767: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die Steigerung der Ziffer A3767 über den Regelhöchstsatz von 1,15-fach hinaus bis zum Höchstsatz von 1,3-fach erfordert eine patientenbezogene Begründung. Typische Gründe für eine Erhöhung des Faktors sind ein erhöhter präanalytischer Aufwand oder schwierige Probenverhältnisse, beispielsweise bei stark lipämischen oder hämolytischen Seren. Die Begründung muss auf der Rechnung verständlich und nachvollziehbar formuliert sein.
Typische Ziffernkombinationen
Die Ziffer A3767 wird häufig im Rahmen eines umfassenden Immundiagnostik-Profils erbracht. Sinnvolle Kombinationen ergeben sich mit Ziffern für die Blutentnahme (Ziffer 250) sowie mit grundlegenden Laboruntersuchungen des Abschnitts M, wie dem Blutbild (Ziffer 3550). Eine zeitgleiche Abrechnung von mehreren analogen Zytokinbestimmungen ist nur dann zulässig, wenn es sich um nachweisbar unterschiedliche Zielstrukturen handelt.
Ziffer A3767 in der neuen GOÄ
A3767 (Quantiferon-TB-Gold-Test, immunologischer Bluttest zum Tuberkulose-Nachweis, analog Nr. 3767 GOÄ) wird zur neuen Nummer 12120 „Interferon-Gamma-Release-Assay (IGRA), insgesamt" — Festpreis 70,76 €. Die neue Leistung bündelt Stimulatoren, Inkubation, Interferon-Gamma-Bestimmung und Auswertung. Das verwendete Antigen oder Antigengemisch ist auf der Rechnung anzugeben.
Besonderheit: Bei Verwendung einer Lymphozytensuspension statt Vollblut ist die vorausgehende Zellisolierung zusätzlich nach Nummer 11795 berechnungsfähig. Die alte A3767 betraf ausschließlich den Vollblut-basierten QFT-Gold. Bisher lag der 2,3-fache Satz bei 30,16 €; der neue Festpreis liegt mit 70,76 € deutlich höher.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer A3767
Was hat nicht gestimmt?