Die Abrechnung der GOÄ-Ziffer A5266 wirft in der radiologischen und gynäkologischen Praxis oft Fragen auf. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie Fehler vermeiden.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer A5266
Die Ziffer A5266 wird als Analogbewertung herangezogen, da moderne stereotaktische Verfahren in der ursprünglichen Gebührenordnung nicht lückenlos abgebildet sind. Die Referenzziffer 5266 beschreibt die radiologische Leistung im Rahmen einer Intervention.
A5266 (analog): Röntgenkontrolle während stereotaktischer Biopsie
Diese Leistung umfasst die zielgerichtete radiologische Überprüfung der Nadelposition während des laufenden Eingriffs. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Gewebeentnahme exakt im Bereich der suspekten Läsion erfolgt. Die Erstellung und Auswertung der Kontrollaufnahmen sind ein integraler Bestandteil dieser Ziffer.
GOÄ A5266 in der Praxis: Präzise Steuerung bei Interventionen
Die Anwendung der GOÄ A5266 findet primär im Rahmen der gynäkologischen Radiologie statt, insbesondere bei der stereotaktischen Vakuumbiopsie der Brust. Sobald Mikrokalk oder andere nicht tastbare Befunde biopsiert werden, ist eine kontinuierliche Bildkontrolle zwingend erforderlich.
Der behandelnde Arzt nutzt die Ziffer, um den hohen technischen und zeitlichen Aufwand der stereotaktischen Zielführung abzubilden. Die Abrechnung setzt voraus, dass die Röntgenkontrolle unmittelbar der Steuerung des laufenden Eingriffs dient. Eine rein postoperative Präparateradiographie fällt hingegen unter andere Bestimmungen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ A5266
Fallbeispiel 1: Stereotaktische Vakuumbiopsie bei Mikrokalk
Eine Patientin stellt sich mit suspektem Mikrokalk in der Mammographie vor. Es erfolgt eine stereotaktische Vakuumbiopsie, bei der zur Verifizierung der Nadelposition zwei Kontrollaufnahmen durchgeführt werden. Abgerechnet wird die Biopsieleistung zusammen mit der GOÄ A5266 zum Regelsatz von 1,8-fach.
Fallbeispiel 2: Erschwerte Biopsie bei extrem dichtem Brustgewebe
Bei einer Patientin mit sehr dichtem Parenchym (ACR IV) gestaltet sich die stereotaktische Zielführung äußerst schwierig. Mehrere Justierungen der Nadel unter wiederholter Röntgenkontrolle sind notwendig. Hier wird die GOÄ A5266 mit einem erhöhten Steigerungsfaktor von 2,5-fach begründet und abgerechnet.
Fallbeispiel 3: Multifokale Biopsie an zwei getrennten Läsionen
Es werden in einer Sitzung zwei räumlich vollständig getrennte Herde in unterschiedlichen Quadranten biopsiert. Für jede der beiden Interventionen erfolgt eine eigenständige stereotaktische Steuerung. Die GOÄ A5266 kann in diesem Fall zweimal nebeneinander unter Angabe der unterschiedlichen Lokalisationen liquidiert werden.
Häufige Fehler bei der GOÄ A5266: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler liegt in der Verwechslung der intraoperativen Röntgenkontrolle mit der Präparateradiographie. Die Präparateradiographie dient der Überprüfung, ob das entnommene Gewebe den Mikrokalk enthält, und ist nicht über die A5266 abrechenbar. Hierfür existieren eigene gebührenrechtliche Ansätze.
Achtung: Die bloße Dokumentation einer einzigen Übersichtsaufnahme rechtfertigt oft nicht den vollen Ansatz der stereotaktischen Kontrolle, wenn keine echte stereotaktische Koordinatenprüfung stattfand.
Zudem beanstanden private Krankenversicherungen häufig die mehrfache Berechnung der Ziffer innerhalb derselben Sitzung am selben Herd. Mehrfachansätze sind nur bei voneinander unabhängigen Zielgebieten zulässig und müssen in der Rechnung transparent dargelegt werden.
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Dokumentation der GOÄ A5266: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen durch Prüfstellen. In der Patientinnenakte müssen die exakten stereotaktischen Koordinaten sowie die Anzahl der Kontrollaufnahmen festgehalten werden. Auch die Bestätigung der korrekten Nadelposition im Zielgebiet gehört in den Bericht.
Dokumentation: Stereotaktische Vakuumbiopsie links, Koordinatenbestimmung: X=24, Y=12, Z=45. Röntgenkontrolle zur Lageverifizierung der Biopsienadel (2 Aufnahmen). Nadelspitze exakt im Zentrum des Mikrokalkareals positioniert.
Zusätzlich sollten die digitalen Bilddaten dauerhaft im PACS archiviert werden. Jede Anpassung der Nadelposition aufgrund der Röntgenkontrolle muss im Interventionsprotokoll schriftlich begründet sein.
GOÄ A5266: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Ein Überschreiten des Schwellenwertes von 1,8 bis zum Höchstsatz von 2,5 ist bei erschwerten Bedingungen möglich. Typische Begründungen sind eine schwierige Patientinnenlagerung bei eingeschränkter Mobilität oder sehr kleine, schwer abgrenzbare Mikrokalkherde. Auch eine extreme Gewebedichte, die zusätzliche Kontrollschritte erfordert, rechtfertigt den erhöhten Faktor.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ A5266 wird regelhaft mit den operativen Ziffern für die Gewebeentnahme kombiniert. Häufig erfolgt die gemeinsame Abrechnung mit der Ziffer für die Stanzbiopsie oder die Vakuumbiopsie. Zudem können Lokalanästhesien und gegebenenfalls die Einbringung eines Markierungsclips zusätzlich angesetzt werden.
Tipp: Achten Sie darauf, dass die Sachkosten für die verwendeten Einmal-Biopsienadeln und Markierungsclips separat als Auslagen gemäß § 10 GOÄ in Rechnung gestellt werden.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer A5266
Was hat nicht gestimmt?