Wie wird die analoge GOÄ-Ziffer A5267 für die Röntgenkontrolle während einer stereotaktischen Biopsie fehlerfrei abgerechnet? Unser Leitfaden zeigt es.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer A5267
Die Ziffer A5267 ist eine Analogbewertung der Gebührenordnung für Ärzte. Da die moderne stereotaktische Biopsie in der ursprünglichen GOÄ nicht explizit abgebildet ist, greifen Mediziner auf diese Analogziffer zurück. Als Referenz dient hierbei die Ziffer 5267.
Ziffer A5267 (analog zu 5267): Röntgenkontrolle während stereotaktischer Biopsie
Diese Leistung umfasst die gezielte Röntgenkontrolle während eines stereotaktischen Eingriffs. Sie dient der Verifizierung der korrekten Positionierung von Instrumenten oder Markierungen im Zielgewebe. Die Ziffer deckt somit die technische Durchführung und die fachliche Beurteilung der Kontrollaufnahme ab.
GOÄ A5267 in der Praxis: Präzise Lagekontrolle bei stereotaktischen Eingriffen
In der klinischen Praxis findet die GOÄ A5267 vor allem in der Senologie und der Neurochirurgie Anwendung. Ein typisches Einsatzgebiet ist die stereotaktische Vakuumbiopsie der weiblichen Brust bei unklarem Mikrokalk. Hierbei ist eine kontinuierliche Überprüfung der Nadelposition unerlässlich.
Durch die präzise Bildgebung wird sichergestellt, dass die Gewebeprobe exakt aus dem suspekten Areal entnommen wird. Auch nach der erfolgreichen Biopsie wird die Ziffer für die Lagekontrolle eines platzierten Markierungsclips herangezogen. Dies sichert die spätere Auffindbarkeit des Befundes für eventuelle Operationen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ A5267
Fallbeispiel 1: Stereotaktische Vakuumbiopsie der Mamma
Eine Patientin stellt sich mit suspektem Mikrokalk in der Mammographie vor. Es erfolgt eine stereotaktische Vakuumbiopsie zur histologischen Abklärung. Während des Eingriffs wird eine Röntgenkontrolle durchgeführt, um die korrekte Lage der Biopsienadel im Kalkherd zu sichern. Die Abrechnung erfolgt mit der Ziffer A5267 zum 1,8-fachen Regelsatz.
Fallbeispiel 2: Clip-Markierung nach Biopsie
Nach erfolgreicher Gewebeentnahme aus der Brust wird ein metallischer Clip zur Markierung der Biopsiestelle eingebracht. Die anschließende Lagekontrolle des Clips wird mittels einer Röntgenaufnahme in zwei Ebenen durchgeführt. Auch diese postoperative Kontrolle wird über die GOÄ A5267 abgerechnet, um die exakte Positionierung zu dokumentieren.
Fallbeispiel 3: Stereotaktische Hirnbiopsie
Bei einem Patienten mit einem tief sitzenden Hirntumor wird eine stereotaktische Biopsie durchgeführt. Zur Absicherung der korrekten Sondenlage erfolgt eine intraoperative Röntgen-Lagekontrolle. Aufgrund der hohen anatomischen Komplexität und des erhöhten Risikos wird die Ziffer A5267 mit dem 2,5-fachen Höchstsatz liquidiert.
Häufige Fehler bei der GOÄ A5267: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ A5267 ist die unzulässige Doppelabrechnung. Wenn die Bildgebung bereits integraler Bestandteil der Hauptleistung ist, darf die Kontrollziffer nicht zusätzlich berechnet werden. Dies führt regelmäßig zu Kürzungen durch private Krankenversicherungen.
Achtung: Die Ziffer A5267 darf nicht berechnet werden, wenn die Bildgebung bereits integraler Bestandteil der Hauptleistung ist. Prüfen Sie stets die Leistungsbeschreibungen der kombinierten Ziffern.
Zudem beanstanden Prüfstellen häufig das Fehlen einer separaten Indikationsstellung für die Kontrollaufnahme. Die medizinische Notwendigkeit muss aus der Dokumentation klar hervorgehen. Eine routinemäßige Durchführung ohne dokumentierten Grund wird oft nicht anerkannt.
Neue Ziffern-Artikel & Abrechnungstipps, kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Dokumentation der GOÄ A5267: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose und präzise Dokumentation ist das Fundament für eine erfolgreiche Honorardurchsetzung. In der Patientenakte müssen der genaue Zeitpunkt, die Indikation und das Ergebnis der Röntgenkontrolle festgehalten werden. Auch die Strahlenexposition und die Einstelltechnik gehören in den Bericht.
Dokumentation: Stereotaktische Vakuum-Mamma-Biopsie links bei Mikrokalk. Röntgenkontrolle (A5267) zur Verifizierung der Nadelposition vor Probenentnahme. Nadelspitze exakt im Zielgebiet positioniert. Bilddokumentation archiviert.
Zudem müssen die erzeugten Röntgenbilder dauerhaft im PACS-System der Praxis oder Klinik archiviert werden. Bei einer nachträglichen Prüfung durch den Medizinischen Dienst oder die Beihilfe dienen diese Bilder als wichtigster Beweis für die Leistungserbringung.
Tipp: Archivieren Sie die Kontrollaufnahmen stets digital im PACS-System mit eindeutigem Zeitstempel, um bei Rückfragen von Kostenträgern die medizinische Notwendigkeit lückenlos belegen zu können.
GOÄ A5267: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die Erhöhung des Steigerungsfaktors über den 1,8-fachen Regelsatz hinaus ist bei der GOÄ A5267 möglich. Hierfür muss eine patientenindividuelle und medizinisch begründete Erschwernis vorliegen. Typische Gründe sind eine schwierige anatomische Lage des Befundes oder eine mangelnde Kooperationsfähigkeit des Patienten.
Auch ein extrem dichtes Brustgewebe, das die Sichtbarkeit des Mikrokalks erschwert, rechtfertigt eine Faktorsteigerung bis zum 2,5-fachen Satz. Die Begründung muss für den Laien verständlich auf der Liquidation formuliert sein.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ A5267 wird häufig in Kombination mit den operativen Ziffern für die Biopsie abgerechnet. Dazu gehören beispielsweise die Ziffern für die Stanzbiopsie oder die offene Gewebeentnahme. Auch die Lokalanästhesie und die postoperative Überwachung sind typische Begleitdaten.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer A5267
Was hat nicht gestimmt?