GOÄ A5864: Fraktionierte stereotaktische Bestrahlung abrechnen

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GOÄ A5864
Fraktionierte stereotaktische Präzisionsbestrahlung bei Kindern und Jugendlichen mit malignen Kopf-, Halstumoren und bei allen Patienten (ohne Altersbegrenzung) mit benignen Kopf-, Hirntumoren mittels Linearbeschleuniger, ggf. einschließlich Fixierung mit Ring oder Maske –, je zwei Fraktionen,
Punktzahl 6900  
Einfachsatz 402,18 € 1,0x
Regelhöchstsatz 723,93 € 1,8x
Höchstsatz 1005,46 € 2,5x

Leitfaden zur Abrechnung der GOÄ-Ziffer A5864 für fraktionierte stereotaktische Präzisionsbestrahlung: Indikationen, Fallbeispiele und Fallstricke.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer A5864

Fraktionierte stereotaktische Präzisionsbestrahlung bei Kindern und Jugendlichen mit malignen Kopf-, Halstumoren und bei allen Patienten (ohne Altersbegrenzung) mit benignen Kopf-, Hirntumoren mittels Linearbeschleuniger, ggf. einschließlich Fixierung mit Ring oder Maske –, je zwei Fraktionen, analog 1 × Nr. 5855 GOÄ.

Die Ziffer A5864 beschreibt eine hochpräzise strahlentherapeutische Methode unter Verwendung eines Linearbeschleunigers. Diese Technik ermöglicht es, Tumorgewebe mit maximaler Dosis zu bestrahlen, während das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich geschont wird. Die Abrechnung erfolgt analog über die Gebührenordnungsposition 5855.

Ein wesentlicher Aspekt dieser Ziffer ist die Abrechnungseinheit. Die Gebührenposition ist jeweils für zwei Fraktionen (Bestrahlungssitzungen) einmal berechnungsfähig. Bei einer ungeraden Anzahl an Fraktionen wird die verbleibende Einzelsitzung mit dem halben Gebührensatz (0,5-fach) angesetzt.

GOÄ A5864 in der Praxis: Indikationen und Abgrenzung

Die Anwendung der GOÄ A5864 ist an strenge medizinische Indikationskriterien gebunden. Bei Erwachsenen ist die Abrechnung auf benigne Kopf- und Hirntumoren beschränkt. Typische Beispiele hierfür sind das Akustikusneurinom ab einer bestimmten Größe, hormonaktive oder inoperable Hypophysenadenome sowie komplexe Meningeome an der Schädelbasis.

Bei Kindern und Jugendlichen hingegen ist die Indikation erweitert. Hier darf die fraktionierte stereotaktische Präzisionsbestrahlung auch bei malignen Kopf- und Halstumoren angewendet und abgerechnet werden. Dazu zählen unter anderem Medulloblastome, Ependymome und maligne Gliome.

Eine klare Abgrenzung muss zur einzeitigen stereotaktischen Bestrahlung (Radiochirurgie) nach den Ziffern A5860 und A5861 erfolgen. Während die Radiochirurgie eine Einzeitbestrahlung darstellt, erfordert die A5864 eine fraktionierte Durchführung über mehrere Tage oder Wochen.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ A5864

Fallbeispiel 1: Akustikusneurinom bei einem Erwachsenen

Ein 54-jähriger Patient stellt sich mit einem Akustikusneurinom von 2,7 cm Durchmesser vor. Es wird eine fraktionierte stereotaktische Präzisionsbestrahlung mit insgesamt 26 Fraktionen durchgeführt. Da die Ziffer A5864 je zwei Fraktionen abbildet, erfolgt die Abrechnung über 13 Einheiten der Ziffer A5864 (analog 5855).

Fallbeispiel 2: Medulloblastom bei einem Kind

Bei einem 10-jährigen Kind erfolgt zur Dosiserhöhung in der hinteren Schädelgrube eine fraktionierte Bestrahlung mit 25 Fraktionen. Die Abrechnung erfolgt für die ersten 24 Fraktionen mit 12 Einheiten. Die verbleibende 25. Fraktion wird mit einem 0,5-fachen analogen Ansatz berechnet, was insgesamt 12,5 Einheiten der Ziffer A5864 entspricht.

Fallbeispiel 3: Chondrom der Schädelbasis als Ausnahmefall

Ein Patient mit einem inoperablen Chondrom der Schädelbasis benötigt aufgrund der klinischen Konstellation 32 Fraktionen. Grundsätzlich ist die Ziffer A5864 auf maximal 15 Ansätze (30 Fraktionen) in sechs Monaten begrenzt. Da es sich um eine medizinisch indizierte Ausnahme handelt, können die verbleibenden zwei Fraktionen durch einen einmaligen zusätzlichen Ansatz der Ziffer A5864 geltend gemacht werden, sodass insgesamt 16 Einheiten abgerechnet werden.

Häufige Fehler bei der GOÄ A5864: Was Prüfer beanstanden

Achtung: Die Fixierung des Patienten mittels Maske oder Ring ist integraler Bestandteil der Leistung nach GOÄ A5864. Eine separate Abrechnung von Fixierungshilfen oder entsprechenden Lagerungsleistungen ist neben dieser Ziffer nicht zulässig und führt regelmäßig zu Beanstandungen durch private Krankenversicherungen.

Ein häufiger Abrechnungsfehler betrifft die Überschreitung der Höchstgrenze. Die fraktionierte stereotaktische Präzisionsbestrahlung ist innerhalb von sechs Monaten maximal fünfzehnmal berechnungsfähig, was 30 Fraktionen entspricht. Höhere Fraktionszahlen ohne das Vorliegen einer expliziten, dokumentierten Ausnahmeindikation wie einem Chondrom werden von Prüfstellen konsequent gestrichen.

Zudem beanstanden Prüfer häufig die fehlerhafte Berechnung ungerader Fraktionszahlen. Es ist nicht zulässig, bei 25 Fraktionen einfach auf 13 Einheiten aufzurunden. Stattdessen muss die ungerade Fraktion exakt als halbe analoge Gebührenposition (0,5-fach) ausgewiesen werden.

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Dokumentation der GOÄ A5864: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose und präzise Dokumentation ist das wichtigste Instrument zur Abwehr von Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die genaue Indikation, die Tumorlokalisation sowie die metrischen Kriterien wie Tumordurchmesser oder der Abstand zu sensiblen Risikoorganen exakt festgehalten werden. Auch die Anzahl und das Datum jeder einzelnen Bestrahlungsfraktion müssen lückenlos dokumentiert sein.

Besonders bei der Ausschöpfung von Ausnahmeregelungen oder bei Überschreitung von Standardfraktionierungen ist eine detaillierte medizinische Begründung unabdingbar. Dies gilt beispielsweise für seltene ZNS-Tumoren oder spezifische Knochentumoren der Schädelbasis.

Dokumentationsbeispiel: Fraktionierte stereotaktische Präzisionsbestrahlung mittels Linearbeschleuniger bei benignem Meningeom der Schädelbasis (Größe 2,8 cm, Distanz zum Chiasma opticum 1,5 mm). Durchführung von insgesamt 28 Fraktionen im Zeitraum vom 01.10. bis 10.11. Fixierung mittels individuell angefertigter Maske erfolgt.

GOÄ A5864: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Der Schwellenwert der Ziffer A5864 liegt beim 1,8-fachen Satz, was einem Betrag von 723,93 € entspricht. Eine Überschreitung dieses Satzes bis zum 2,5-fachen Höchstsatz (1005,46 €) erfordert eine einzelfallbezogene, patientenspezifische Begründung. Typische Gründe für eine Faktorerhöhung sind ein extrem hoher Positionierungsaufwand bei unruhigen Patienten, anatomische Besonderheiten oder eine unmittelbare Nähe zu hochsensiblen Risikoorganen wie dem Sehnerv.

Typische Ziffernkombinationen

Die aufwendige Behandlungsplanung für die fraktionierte stereotaktische Präzisionsbestrahlung ist nicht in der Ziffer A5864 enthalten. Diese kann und sollte separat nach der Ziffer A5863 abgerechnet werden. Nicht nebeneinander berechenbar am selben Behandlungstag für dasselbe Zielvolumen sind hingegen die einzeitigen radiochirurgischen Leistungen.

Tipp: Achten Sie darauf, die Bestrahlungsplanung nach Ziffer A5863 immer zeitlich vor Beginn der eigentlichen Bestrahlungsserie zu dokumentieren und abzurechnen, um logische Konflikte bei der Rechnungsprüfung zu vermeiden.

Ziffer A5864 in der neuen GOÄ

Die fraktionierte stereotaktische Präzisionsbestrahlung bei Kindern und Jugendlichen sowie bei benignen Kopf-/Hirntumoren wird zur neuen Nummer 13616 — „Fraktionierte stereotaktische Bestrahlung (mehr als 1 MeV), ggf. einschließlich Fixierung" — mit 253,31 € je Gy (erstes Zielvolumen je 1 Gy, jedes weitere je 5 Gy).

Die alte Taktung „je zwei Fraktionen" und die Alters-/Indikationsbeschränkung entfallen; die neue Abrechnung orientiert sich an Gy-Schritten und ist indikationsneutral. Heute lag der 2,3-fache Satz bei 723,92 €; der Gesamtbetrag hängt künftig von der tatsächlichen Dosissumme ab.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer A5864

Bei einer ungeraden Anzahl an Bestrahlungen wird die letzte einzelne Fraktion mit dem halben analogen Satz berechnet. Beispielsweise ergeben 25 Fraktionen insgesamt einen 12,5-fachen Ansatz der Ziffer A5864. Eine Aufrundung auf die nächste volle Ziffer ist gebührenrechtlich nicht zulässig.
Nein, die Fixierung mittels Maske oder Ring ist bereits im Leistungsumfang der Ziffer A5864 enthalten. Eine zusätzliche Abrechnung von Lagerungs- oder Fixierungshilfen für dieselbe Sitzung ist ausgeschlossen.
Die Ziffer A5864 ist innerhalb von sechs Monaten maximal 15-mal berechnungsfähig, was insgesamt 30 Bestrahlungsfraktionen entspricht. Medizinisch begründete Ausnahmefälle wie Chondrome erlauben unter strengen Voraussetzungen zusätzliche Ansätze.
Ja, die aufwendige Behandlungsplanung ist nicht in der Bestrahlungsleistung enthalten. Sie kann separat über die GOÄ-Ziffer A5863 neben der Ziffer A5864 in Rechnung gestellt werden.
Nein, bei erwachsenen Patienten ist die Ziffer A5864 ausschließlich für benigne Kopf- und Hirntumoren anwendbar. Für maligne Kopf- und Halstumoren darf die Ziffer nur bei Kindern und Jugendlichen herangezogen werden.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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