Die analoge Abrechnung des Cell-Savers nach GOÄ A791 wirft oft Fragen auf. Erfahren Sie alles zu Indikationen, Fallbeispielen und Ausschlusskriterien.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer A791
Anwendung des Cell-Savers (maschinelle Autotransfusion) - analog
Die Ziffer A791 beschreibt die maschinelle Autotransfusion mittels eines sogenannten Cell-Savers. Diese Methode dient der Aufbereitung von Wundblut, das während einer Operation verloren geht. Das Blut wird gesammelt, gewaschen, gefiltert und dem Patienten als Erythrozytenkonzentrat wieder zurückgegeben.
Durch diese Wundblutaufbereitung lässt sich der Bedarf an Fremdblutkonserven drastisch reduzieren. Die Abrechnung erfolgt analog zur Ziffer 791, da die moderne Cell-Saver-Technologie im ursprünglichen Gebührenverzeichnis nicht eigenständig abgebildet ist.
GOÄ A791 in der Praxis: Intraoperative Autotransfusion
Die Anwendung des Cell-Savers kommt vor allem bei Eingriffen mit zu erwartendem hohem Blutverlust zum Einsatz. Typische Fachgebiete sind die Orthopädie, die Herz-Thorax-Chirurgie sowie die Gefäßchirurgie. Die medizinische Notwendigkeit ergibt sich aus dem Ziel, transfusionsassoziierte Risiken zu minimieren.
Eine gezielte Eigenblutrückgewinnung ist besonders bei Patienten mit seltenen Blutgruppen oder bei der Ablehnung von Fremdblut indiziert. Die Ziffer A791 deckt dabei den gesamten technischen und personellen Aufwand der Maschinenbedienung während der Operation ab.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ A791
Fallbeispiel 1: Hüft-Totalendoprothese
Bei einer komplexen Revisionsoperation einer Hüft-Totalendoprothese wird mit einem erheblichen Blutverlust gerechnet. Der Cell-Saver wird kontinuierlich zur Gewinnung von Eigenblut eingesetzt. Die medizinische Indikation für die autologe Transfusion ist somit gegeben. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer A791 zum Regelsatz.
Fallbeispiel 2: Rekonstruktion der Aorta abdominalis
Während der offenen Sanierung eines Bauchaortenaneurysmas kommt es zu einem plötzlichen, massiven Blutverlust. Das OP-Team bereitet das Wundblut unter hohem Zeitdruck maschinell auf. Aufgrund der akuten Instabilität des Patienten und des enormen Aufwands ist eine Schwellenwertüberschreitung gerechtfertigt. Die Ziffer A791 wird mit dem Faktor 3,5 abgerechnet.
Fallbeispiel 3: Mehretagige Spondylodese
Bei einer langstreckigen Wirbelsäulenversteifung erfolgt die kontinuierliche Absaugung und Aufbereitung des Wundsekrets über mehrere Stunden. Der zeitliche Aufwand übersteigt das übliche Maß deutlich. Die Abrechnung der Cell-Saver-Anwendung erfolgt hier mit einem gesteigerten Faktor von 2,8 unter Angabe der Zeitdauer.
Häufige Fehler bei der GOÄ A791: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler liegt in der unzulässigen Doppelabrechnung von Transfusionsleistungen. Wenn die Rücktransfusion des aufbereiteten Blutes bereits in anderen berechneten Ziffern enthalten ist, kann es zu Kürzungen kommen. Die exakte Trennung von Aufbereitung und Applikation muss aus der Rechnung hervorgehen.
Achtung: Die reinen Sachkosten für das Einmal-Set des Cell-Savers dürfen nicht in der Gebühr der Ziffer A791 untergehen. Diese müssen separat als Auslagen gemäß Paragraf 10 GOÄ in Rechnung gestellt werden.
Zudem fordern private Krankenversicherungen häufig den Nachweis der medizinischen Notwendigkeit. Ein pauschaler Einsatz des Cell-Savers ohne dokumentierten oder zu erwartenden relevanten Blutverlust führt regelmäßig zu Abrechnungsbeanstandungen.
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Dokumentation der GOÄ A791: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das wichtigste Instrument zur Abwehr von Honorarkürzungen. Im OP-Protokoll müssen die Start- und Endzeiten der Cell-Saver-Nutzung exakt festgehalten werden. Auch die gewonnenen und reinfundierten Blutmengen sind präzise zu dokumentieren.
Dokumentation: Cell-Saver-Einsatz von 09:15 bis 12:30 Uhr bei Hüft-TEP-Wechsel. Gewonnenes Wundblut: 1200 ml. Reinfundiertes Erythrozytenkonzentrat: 450 ml. Keine Komplikationen.
Zusätzlich sollte das verwendete Geräteprotokoll als Anlage zur Patientenakte genommen werden. Dies dient als objektiver Nachweis für das tatsächliche Reinfusionsvolumen und die ordnungsgemäße Durchführung der maschinellen Autotransfusion.
Tipp: Vermerken Sie im Freitext der Rechnung stets das reinfundierte Volumen, um Rückfragen der Erstattungsstellen von vornherein zu vermeiden.
GOÄ A791: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Eine Erhöhung des Gebührensatzes über den 2,3-fachen Satz hinaus erfordert eine einzelfallbezogene Begründung. Typische Gründe für eine Faktorerhöhung sind ein extrem hoher Blutverlust, eine überdurchschnittlich lange Operationsdauer oder technische Erschwernisse bei der Aufbereitung.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ A791 wird regelmäßig mit den Ziffern für die Anästhesie und den operativen Hauptleistungen kombiniert. Auch die Kombination mit Ziffern für das hämodynamische Monitoring ist üblich. Es ist jedoch darauf zu achten, dass keine Überschneidungen mit anderen transfusionsmedizinischen Leistungen vorliegen.
Ziffer A791 in der neuen GOÄ
Der Cell-Saver (maschinelle Autotransfusion) war in der alten GOÄ nicht eigenständig abgebildet — die BÄK empfahl die Analogberechnung über Nr. 791. In der neuen GOÄ ist die Leistung jetzt explizit verankert: Nummer 1729 „Blutautotransfusion mittels zellseparierendem Gerät, einschließlich Indikationsstellung, Sammlung, Antikoagulation und Aufbereitung des Blutes" — 60,89 € je Sitzung. Eine Analogberechnung entfällt. Gegenüber dem heutigen 2,3-fachen Satz von 42,89 € eine deutliche Steigerung.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer A791
Was hat nicht gestimmt?