Die stationäre Vorbereitung der kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse (CAPD) nach GOÄ A790 wirft oft Fragen auf. So rechnen Sie die Analogziffer korrekt ab.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer A790
Stationäre Vorbereitung einer kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse (CAPD) – analog Nr. 790 GOÄ
Die Abrechnung dieser Leistung erfolgt auf Basis der Analogempfehlung der Bundesärztekammer und der PVS. Da die kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (CAPD) in der ursprünglichen Gebührenordnung nicht ausreichend abgebildet ist, schließt diese Ziffer eine wichtige Lücke. Sie beschreibt die intensive medizinische Vorbereitung des Patienten auf das selbstständige Dialysieren.
Die Leistung umfasst die klinische Überprüfung des Dialysatzugangs sowie die strukturierte Patientenschulung unter stationären Bedingungen. Auch die Koordination der pflegerischen und ärztlichen Abläufe ist in dieser Ziffer enthalten. Vorbereitende Maßnahmen wie Spülungen des Katheters gehören ebenfalls zum Leistungsumfang.
GOÄ A790 in der Praxis: Stationäre Weichenstellung für die Peritonealdialyse
Die Einleitung einer Peritonealdialyse stellt für Patienten einen tiefgreifenden Einschnitt dar. Die stationäre Vorbereitung nach GOÄ A790 sichert die medizinische Qualität und minimiert Risiken wie Infektionen. In dieser Phase erlernt der Patient den sterilen Umgang mit den Dialysebeuteln.
Typische Indikationen für diese Leistung sind die Erst-Einstellung bei terminaler Niereninsuffizienz oder die Wiederaufnahme nach längerer Pause. Auch nach einem operativen Katheterwechsel ist die stationäre Vorbereitung oft medizinisch notwendig. Der Arzt überwacht dabei engmaschig die Funktion des Peritonealkatheters.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ A790
Fallbeispiel 1: Erstmalige CAPD-Einstellung bei terminaler Niereninsuffizienz
Ein 62-jähriger Patient mit fortgeschrittener diabetischer Nephropathie wird stationär aufgenommen. Nach erfolgreicher Katheterimplantation erfolgt die mehrtägige Vorbereitung und Schulung für die CAPD. Der Patient lernt den sterilen Beutelwechsel unter ärztlicher Aufsicht.
Die Abrechnung der GOÄ A790 erfolgt zum Regelhöchstsatz von 2,3 (67,03 €). Die medizinische Notwendigkeit der stationären Durchführung ist durch die Erst-Einstellung vollumfänglich begründet.
Fallbeispiel 2: CAPD-Wiederaufnahme nach Peritonitis-Heilung
Eine 45-jährige Patientin muss nach einer ausgeheilten Bauchfellentzündung und einem Katheterwechsel neu eingestellt werden. Die stationäre Vorbereitung dient der Funktionsprüfung des neuen Katheters und der Auffrischung der Hygienestandards. Die Patientin zeigt sich im Verlauf stabil.
Hier wird die GOÄ A790 ebenfalls mit dem Faktor 2,3 liquidiert. Die Dokumentation weist die vorangegangene Komplikation als Indikation für die stationäre Überwachung aus.
Fallbeispiel 3: Erhöhter Vorbereitungsaufwand bei kognitiven Einschränkungen
Ein 78-jähriger Patient mit beginnender Demenz soll auf die CAPD vorbereitet werden. Aufgrund der kognitiven Einschränkungen erfordert die Schulung einen massiv erhöhten Zeitaufwand und die Einbeziehung von Angehörigen. Die Vorbereitung zieht sich über mehrere Stunden hin.
In diesem Fall rechnet der Arzt die GOÄ A790 mit dem Höchstsatz von 3,5 (102,00 €) ab. Die detaillierte Begründung in der Rechnung verweist auf den erheblichen zeitlichen Mehraufwand.
Häufige Fehler bei der GOÄ A790: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler ist die unzulässige Doppelabrechnung von Vorbereitungsleistungen am selben Kalendertag. Private Krankenversicherungen prüfen genau, ob neben der GOÄ A790 weitere analoge Dialyseziffern abgerechnet wurden. Dies führt regelmäßig zu Kürzungen, wenn keine strikte zeitliche oder inhaltliche Trennung vorliegt.
Zudem beanstanden Prüfstellen oft das Fehlen einer ausführlichen Begründung bei der Überschreitung des Schwellenwertes. Die bloße Angabe "erhöhter Aufwand" reicht für den 3,5-fachen Satz nicht aus. Es müssen patientenindividuelle Faktoren dokumentiert sein.
Achtung: Die GOÄ A790 darf nicht für rein ambulante Vorbereitungen herangezogen werden. Der stationäre Charakter der Leistung ist zwingende Voraussetzung für die Abrechnung dieser Analogziffer.
Neue Ziffern-Artikel & Abrechnungstipps, kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Dokumentation der GOÄ A790: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen alle schulungsrelevanten Einzelschritte detailliert festgehalten werden. Dazu gehören die Dauer der Einweisung, die Vitalparameter und der Zustand der Katheteraustrittsstelle.
Auch die Kooperation des Patienten und das Verständnis der hygienischen Richtlinien sollten dokumentiert werden. Dies dient nicht nur der forensischen Absicherung, sondern liefert auch die Argumente für eine eventuelle Schwellenwertüberschreitung.
Dokumentation: Stationäre CAPD-Vorbereitung durchgeführt. Katheterfunktion geprüft, Spülung ohne Widerstand. 45-minütige Schulung des Patienten zum sterilen Beutelwechsel. Patient zeigt gutes Verständnis, Hygienevorgaben fehlerfrei umgesetzt.
GOÄ A790: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die Erhöhung des Steigerungssatzes über den 2,3-fachen Satz hinaus erfordert eine medizinische Begründung. Typische Gründe sind anatomische Erschwernisse, ausgeprägte Sprachbarrieren oder die Notwendigkeit, die Schulung aufgrund von Kreislaufinstabilitäten mehrfach zu unterbrechen. Auch die Simultanschulung von Bezugspersonen rechtfertigt einen höheren Faktor.
Typische Ziffernkombinationen
Neben der GOÄ A790 können begleitende ärztliche Leistungen wie die symptombezogene Untersuchung nach GOÄ 5 abgerechnet werden. Auch Beratungen nach GOÄ 1 oder GOÄ 3 sind bei entsprechendem Gesprächsbedarf kombinierbar. Es ist jedoch darauf zu achten, dass diese Leistungen nicht integraler Bestandteil der CAPD-Vorbereitung sein dürfen.
Tipp: Nutzen Sie bei komplexen Schulungssituationen die Kombination mit den Ziffern für die Betreuung chronisch Kranker, sofern die Leistungsvoraussetzungen erfüllt sind.
Ziffer A790 in der neuen GOÄ
Die stationäre Vorbereitung auf ein Heimdialyseverfahren (CAPD, Analogziffer zu Nr. 790) wird in der neuen GOÄ über den eigenen Zuschlag 3415 „Intensivierte Betreuung bei Durchführung einer Trainingsdialyse zur Vorbereitung auf ein Heimdialyseverfahren" abgebildet — 266,61 € je Trainingsdialyse-Sitzung, gegenüber dem heutigen 2,3-fachen Satz von 67,02 €.
Der Zuschlag setzt voraus, dass in derselben Sitzung eine der Primärdialyseziffern der neuen GOÄ (3400, 3403, 3406 oder 3413) abgerechnet wird. Mengenbegrenzung: innerhalb der ersten zwei Monate nach Erstdialyse bis zu 25-mal berechnungsfähig. Zeitpunkt der Erstdialyse und bisherige Ansatzzahl müssen dokumentiert sein.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer A790
Was hat nicht gestimmt?