Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3807.H2
Die offizielle Leistungsbeschreibung im Gebührenverzeichnis lautet:
Untersuchung auf Antikörper mittels qualitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (bis zu zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Endomysium
Diese Leistung beschreibt den qualitativen Nachweis von Endomysium-Antikörpern (EMA) im Serum des Patienten. Die Untersuchung erfolgt in der Regel mittels der Methode der indirekten Immunfluoreszenz (IFT). Sie dient als hochspezifischer Marker in der Diagnostik glutenassoziierter Erkrankungen.
GOÄ 3807.H2 in der Praxis: Diagnostik der Zöliakie
In der täglichen Praxis wird die Bestimmung der Endomysium-Antikörper vor allem bei Verdacht auf eine gluteninduzierte Enteropathie (Zöliakie) veranlasst. Typische Symptome wie chronische Diarrhö, unerklärlicher Gewichtsverlust oder Mangelerscheinungen rechtfertigen diese Untersuchung. Auch bei der Hauterkrankung Dermatitis herpetiformis Duhring ist der Test ein wichtiges diagnostisches Werkzeug.
Da die Sensitivität und Spezifität dieser Antikörper sehr hoch sind, gilt das Verfahren als Goldstandard in der serologischen Diagnostik. Häufig wird die Untersuchung mit der Bestimmung von Transglutaminase-Antikörpern kombiniert, um die diagnostische Sicherheit zu maximieren.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3807.H2
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Zöliakie bei chronischer Diarrhö
Ein Patient stellt sich mit anhaltenden abdominellen Beschwerden und chronischer Diarrhö vor. Zur Abklärung einer Zöliakie veranlasst der Arzt eine serologische Untersuchung auf Endomysium-Antikörper (IgA). Die Abrechnung erfolgt mit der Ziffer 3807.H2 zum Regelsatz, da keine Erschwerungsgründe vorliegen.
Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle unter glutenfreier Diät
Bei einer bekannten Zöliakie-Patientin soll der Erfolg der glutenfreien Ernährung überprüft werden. Der Arzt bestimmt erneut die Endomysium-Antikörper, um einen Rückgang des Titers zu dokumentieren. Diese Verlaufskontrolle wird ebenfalls über die GOÄ-Ziffer 3807.H2 abgerechnet.
Fallbeispiel 3: Abklärung bei Dermatitis herpetiformis Duhring
Ein Patient zeigt stark juckende, bläschenförmige Hautveränderungen an den Streckseiten der Extremitäten. Zum Ausschluss einer kutanen Manifestation der Zöliakie wird die Bestimmung der Endomysium-Antikörper eingeleitet. Die Abrechnung erfolgt korrekt über die Ziffer 3807.H2 unter Angabe des spezifischen Parameters.
Häufige Fehler bei der GOÄ 3807.H2: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler in der Abrechnungspraxis ist das Fehlen der konkreten Parameterangabe auf der Rechnung. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass die untersuchten Parameter genannt werden müssen. Ein einfacher Verweis auf die Ziffer ohne den Zusatz "Endomysium-Antikörper" führt regelmäßig zu Beanstandungen.
Zudem muss der strikte Ausschluss der Ziffer 3852 beachtet werden. Beide Ziffern dürfen für dieselbe Untersuchung oder am selben Untersuchungstag für ähnliche Fragestellungen nicht nebeneinander berechnet werden.
Achtung: Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen prüfen vermehrt, ob bei der Abrechnung der GOÄ 3807.H2 auch ein Ausschluss von Immunglobulin-Mangelzuständen dokumentiert wurde, da ein selektiver IgA-Mangel das Testergebnis verfälschen kann.
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Dokumentation der GOÄ 3807.H2: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist für die rechtssichere Abrechnung unerlässlich. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, die angewandte Methode sowie das genaue Testergebnis festgehalten werden. Auch die Angabe der untersuchten Titerstufen ist für eventuelle Rückfragen der Kostenträger wichtig.
Dokumentation: V. a. Zöliakie bei chronischer Diarrhö. Durchführung IFT auf Endomysium-Antikörper (IgA). Ergebnis: Positiv bei Titer 1:10. Parameter auf Liquidation ausgewiesen.
Durch diese strukturierte Erfassung in der medizinischen Dokumentation lassen sich spätere Honorarkürzungen effektiv vermeiden.
GOÄ 3807.H2: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da es sich bei der GOÄ 3807.H2 um eine Leistung des Abschnitts M (Laboratoriumsuntersuchungen) handelt, ist der Gebührenrahmen eingeschränkt. Der Regelhöchstsatz liegt bei 1,15, und eine Steigerung ist maximal bis zum 1,3-fachen Satz zulässig. Eine Überschreitung des Schwellenwertes erfordert eine schriftliche Begründung auf der Rechnung, wie beispielsweise einen erhöhten Zeitaufwand bei schwierigen Serumverhältnissen.
Typische Ziffernkombinationen
Die Bestimmung der Endomysium-Antikörper wird häufig mit der Bestimmung des Gesamt-IgA (Ziffer 3530) kombiniert, um einen Immunglobulin-A-Mangel auszuschließen. Auch die Kombination mit der Ziffer für die Blutentnahme (Ziffer 250) ist im Praxisalltag üblich und zulässig.
Tipp: Achten Sie bei der Kombination mit anderen Antikörpertests darauf, dass keine unzulässigen Überschneidungen mit allgemeinen Suchtests vorliegen, um den Vorwurf einer Übertherapie zu vermeiden.
Ziffer 3807.H2 in der neuen GOÄ
An die Stelle der alten Ziffer 3807.H2 (Untersuchung auf Antikörper mittels qualitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (bis zu zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Endomysium) treten in der neuen GOÄ 2 spezifische Leistungen (bisher beim 2,3-fachen Satz: 19,43 €). Welche zutrifft, hängt von Analyt und Methode ab:
- 11131 Endomysium-IgA, IFT qualitativ Autoantikörpernachweis (25,63 €)
- 11132 Endomysium-IgG, IFT qualitativ Bei vermutetem oder bekannten IgA-Mangel und/oder negativem Befund für Endomysium-IgA. (25,63 €) – bei: selektiver IgA-Mangel
Die Bandbreite reicht von 25,63 € bis 25,63 € — die Dokumentation des Analyten entscheidet.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3807.H2
Was hat nicht gestimmt?