Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3815.H2
Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) definiert die Leistung unter der Ziffer 3815.H2 im Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) wie folgt:
Untersuchung auf Antikörper mittels qualitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (bis zu zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Langerhans Inseln (ICA)
Diese Ziffer beschreibt die laboranalytische Bestimmung von Autoantikörpern gegen die Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse. Die methodische Durchführung erfolgt in der Regel über die indirekte Immunfluoreszenz (IFT) auf Gefrierschnitten von humanem oder tierischem Pankreasgewebe. Die Leistung umfasst die qualitative Analyse sowie die Differenzierung über bis zu zwei Titerstufen.
GOÄ 3815.H2 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen
Der Nachweis von Inselzell-Antikörpern (ICA) besitzt einen hohen Stellenwert in der Differenzialdiagnostik des Diabetes mellitus. Die Bestimmung wird primär eingesetzt, um einen beginnenden oder manifesten Diabetes mellitus Typ 1 von einem Typ-2-Diabetes abzugrenzen. Da ICA-Antikörper oft Jahre vor den ersten klinischen Symptomen auftreten, eignet sich die Methode auch zur Risikoabschätzung bei Verwandten ersten Grades von Typ-1-Diabetikern.
Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist der Verdacht auf einen LADA-Diabetes (Latent Autoimmune Diabetes in Adults). Diese Sonderform des Diabetes manifestiert sich erst im Erwachsenenalter und wird klinisch häufig zunächst fälschlicherweise als Typ-2-Diabetes eingestuft. Die Bestimmung der ICA-Antikörper sichert hier die korrekte Diagnose und beeinflusst die therapeutische Strategie maßgeblich.
Tipp: Bei der Abklärung eines unklaren Diabetes mellitus im Erwachsenenalter liefert die Bestimmung der ICA-Antikörper zusammen mit GADA (Glutamatdehydrogenase-Antikörpern) die höchste diagnostische Sensitivität.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3815.H2
Fallbeispiel 1: Erstdiagnose eines jugendlichen Diabetes
Ein 14-jähriger Patient stellt sich mit Polydipsie, Polyurie und Gewichtsverlust vor. Zur Bestätigung des Verdachts auf einen Diabetes mellitus Typ 1 wird eine Autoantikörper-Diagnostik veranlasst. Die Bestimmung der ICA-Antikörper erfolgt mittels indirekter Immunfluoreszenz.
Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 3815.H2 zum 1,15-fachen Satz (19,44 €). Auf der Rechnung wird der Parameter "Langerhans Inseln (ICA)" explizit ausgewiesen.
Fallbeispiel 2: Verdacht auf LADA-Diabetes
Eine 45-jährige normalgewichtige Patientin zeigt eine zunehmend schlechte Stoffwechseleinstellung unter oralen Antidiabetika. Zur Abklärung eines latenten autoimmunen Diabetes des Erwachsenen (LADA) wird die Bestimmung der Inselzell-Antikörper angefordert.
Die Abrechnung der erbrachten Laborleistung erfolgt über die Ziffer 3815.H2. Da die Analyse aufgrund technischer Besonderheiten im Labor einen erhöhten Aufwand erfordert, wird die Ziffer mit dem 1,3-fachen Satz (21,97 €) und entsprechender Begründung liquidiert.
Fallbeispiel 3: Risikoabschätzung bei Familienanamnese
Die Schwester eines Typ-1-Diabetikers wünscht eine Risikoabschätzung. Es erfolgt die Blutentnahme und die qualitative Bestimmung der ICA-Antikörper mittels Immunfluoreszenz in zwei Titerstufen.
Die Abrechnung der Ziffer 3815.H2 erfolgt regulär zum 1,15-fachen Satz. Die Indikation und das Verwandtschaftsverhältnis werden in der Patientenakte dokumentiert.
Häufige Fehler bei der GOÄ 3815.H2: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 3815.H2 ist das Übersehen von Ausschlussziffern. Die Ziffer darf explizit nicht neben der GOÄ-Ziffer 3852 (andere immunologische Untersuchungen) für denselben Analyten abgerechnet werden. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen prüfen diese Kombinationen systematisch und kürzen die Erstattung bei Verstößen.
Ein weiterer Angriffspunkt für Beanstandungen ist die fehlende Spezifizierung des Parameters auf der Liquidation. Die GOÄ schreibt zwingend vor, dass die untersuchten Parameter in der Rechnung anzugeben sind. Die bloße Nennung der Ziffer 3815.H2 ohne den Zusatz Langerhans Inseln (ICA) führt regelmäßig zu formalen Reklamationen.
Achtung: Achten Sie darauf, dass bei der Durchführung von Kombinationsuntersuchungen (z. B. ICA und GADA) jede Ziffer separat und mit dem korrekten spezifischen Parameter aufgeführt wird, um Honorarverluste zu vermeiden.
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Dokumentation der GOÄ 3815.H2: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose und präzise Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung und schützt vor Regressforderungen. In der Patientenakte müssen sowohl die medizinische Indikation als auch das konkrete Testergebnis zweifelsfrei dokumentiert sein. Dazu gehören das Datum der Probenentnahme, die angewandte Methode (z. B. IFT) und das qualitative Ergebnis inklusive der Titerstufen.
Für die Dokumentation in der Praxissoftware empfiehlt sich ein standardisiertes Schema, das alle abrechnungsrelevanten Details erfasst. Dies erleichtert auch die spätere Rechnungsstellung und eventuelle Nachfragen von Kostenträgern.
Dokumentationsbeispiel:
Indikation: V. a. LADA-Diabetes bei unzureichendem Ansprechen auf OAD.
Labor: Bestimmung von ICA-Antikörpern mittels indirekter Immunfluoreszenz (IFT).
Ergebnis: ICA positiv (Titer 1:10). Parameter für GOÄ 3815.H2 dokumentiert.
GOÄ 3815.H2: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Als Leistung des Abschnitts M (Labor) ist die Steigerung der GOÄ 3815.H2 streng reglementiert. Der Regelsatz liegt bei 1,15. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur bei Vorliegen besonderer Umstände zulässig. Typische Begründungen für eine Schwellenwertüberschreitung sind ein ungewöhnlich hoher zeitlicher Aufwand bei der Titerbestimmung oder schwierige Differenzierungen bei unspezifischen Hintergrundfluoreszenzen.
Typische Ziffernkombinationen
In der Praxis wird die Bestimmung der ICA-Antikörper häufig mit anderen labordiagnostischen Parametern kombiniert. Sinnvoll und zulässig ist die gemeinsame Abrechnung mit der Bestimmung des C-Peptids (GOÄ-Ziffer 4022) zur Beurteilung der endogenen Insulinsekretion. Auch die Kombination mit der Bestimmung von HbA1c (GOÄ-Ziffer 3561) zur Beurteilung der langfristigen Stoffwechsellage ist im klinischen Alltag die Regel und abrechnungstechnisch vollkommen unbedenklich.
Ziffer 3815.H2 in der neuen GOÄ
Die Ziffer 3815.H2 (Untersuchung auf Antikörper mittels qualitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (bis zu zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Langerhans Inseln (ICA)) wird in der neuen GOÄ zur Nummer 11139. Titel: Inselzellen (ICA), IFT qualitativ Autoantikörpernachweis. Der Festpreis liegt bei 19,45 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 19,43 €). Die Leistung ist 1 berechnungsfähig.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3815.H2
Was hat nicht gestimmt?