Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3832
Die offizielle Leistungsbeschreibung der GOÄ-Ziffer 3832 im Gebührenverzeichnis lautet wie folgt:
Untersuchung auf Antikörper mittels quantitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (mehr als zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Basalmembran (GBM)
Diese Leistung ist dem Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen), Unterabschnitt M III (Speziallabor), zugeordnet. Sie umfasst die hochspezifische quantitative Analyse von Autoantikörpern gegen die glomeruläre Basalmembran (Anti-GBM). Diese Antikörper richten sich gegen die nicht-kollagene Domäne der Alpha-3-Kette des Typ-IV-Kollagens.
Die Bestimmung ist ein essenzieller Bestandteil der nephrologischen und rheumatologischen Labordiagnostik. Gemäß den Abrechnungsbestimmungen müssen die konkret untersuchten Parameter zwingend auf der Liquidation angegeben werden.
GOÄ 3832 in der Praxis: Diagnostik bei renalen und pulmonalen Autoimmunerkrankungen
Die Bestimmung von Anti-GBM-Antikörpern nach GOÄ 3832 ist klinisch indiziert bei Verdacht auf ein Goodpasture-Syndrom oder eine rapid-progressive Glomerulonephritis (RPGN). Typische Symptome, die diese Untersuchung rechtfertigen, sind eine rasch progrediente Niereninsuffizienz, Hämaturie, Proteinurie oder pulmonale Hämorrhagien. Die frühzeitige Diagnose ist lebensrettend, da die Erkrankung unbehandelt rasch zum Nierenversagen führt.
Neben der Primärdiagnostik dient die quantitative Bestimmung auch der Verlaufskontrolle unter immunsuppressiver Therapie oder Plasmapherese. Ein sinkender Antikörpertiter korreliert in der Regel mit einem positiven Therapieansprechen. Daher wird die Leistung im Verlauf einer intensivmedizinischen Behandlung häufiger benötigt.
Tipp: Dokumentieren Sie bei wiederholter Durchführung im Rahmen des Therapiemonitorings stets das Datum und die aktuelle klinische Dynamik, um die medizinische Notwendigkeit gegenüber Kostenträgern transparent darzustellen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3832
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Goodpasture-Syndrom
Ein Patient stellt sich mit Hämoptoe (Bluthusten) und einem akuten Kreatininanstieg in der Praxis vor. Zur schnellen Differenzialdiagnostik eines pulmonal-renalen Syndroms wird die Bestimmung der Anti-GBM-Antikörper veranlasst. Die Abrechnung erfolgt nach GOÄ 3832 mit dem Regelsatz, da es sich um eine Standardindikation handelt. Die Dokumentation weist die dringliche Verdachtsdiagnose aus.
Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle unter Plasmapherese
Bei einer Patientin mit gesicherter Anti-GBM-Glomerulonephritis wird eine therapeutische Plasmapherese durchgeführt. Zur Überwachung des Therapieerfolgs und zur Entscheidung über weitere Plasmaaustausche wird der Titer quantitativ bestimmt. Die Abrechnung der GOÄ 3832 ist hierbei mehrfach im Behandlungsverlauf gerechtfertigt. Die jeweilige Titerstufe wird im Laborbefund exakt dokumentiert.
Fallbeispiel 3: Abklärung einer isolierten rapid-progressiven Glomerulonephritis
Ein Patient zeigt Anzeichen eines nephritischen Syndroms mit raschem Verlust der glomerulären Filtrationsrate ohne Lungenbeteiligung. Zum Ausschluss einer renal limitierten Anti-GBM-Erkrankung wird die quantitative Immunfluoreszenzuntersuchung durchgeführt. Da parallel keine anderen IFT-Autoantikörpertests nach GOÄ 3852 liquidiert werden, ist die Abrechnung der GOÄ 3832 vollkommen konfliktfrei möglich.
Häufige Fehler bei der GOÄ 3832: Was Prüfer beanstanden
Der häufigste Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 3832 ist die Missachtung von Ausschlussziffern. Die Ziffer 3832 darf explizit nicht neben der GOÄ-Ziffer 3852 (Untersuchung auf Antikörper mittels indirekter Immunfluoreszenz) abgerechnet werden. Dies führt bei gemeinsamen Anforderungen in der Praxis oft zu Honorarkürzungen durch die privaten Krankenversicherungen.
Achtung: Achten Sie penibel darauf, dass bei einer umfassenden Autoantikörper-Diagnostik keine unzulässigen Kombinationen am selben Untersuchungstag entstehen. Weichen Sie gegebenenfalls auf alternative, nicht ausgeschlossene Ziffern aus oder trennen Sie die Untersuchungstage, falls medizinisch vertretbar.
Ein weiterer Beanstandungsgrund ist das Fehlen der konkreten Parameterangabe auf der Rechnung. Die GOÄ schreibt vor, dass der untersuchte Parameter (z. B. Anti-Basalmembran-Antikörper) namentlich genannt werden muss. Fehlt dieser Zusatz, ist die Rechnung formal fehlerhaft und der Erstattungsanspruch gefährdet.
Neue Ziffern-Artikel & Abrechnungstipps, kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Dokumentation der GOÄ 3832: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose und präzise Dokumentation ist das beste Schild gegen Honorarkürzungen und Regresse. In der Patientenakte müssen die Indikation, die angewandte Methode sowie das quantitative Ergebnis dokumentiert sein. Insbesondere bei der Anwendung von ähnlichen Untersuchungsmethoden wie dem ELISA muss die Quantitative Bestimmung klar hervorgehen.
Dokumentation: Quantitative Bestimmung von Anti-GBM-Antikörpern mittels ELISA. Indikation: V. a. Goodpasture-Syndrom bei Hämoptoe und akutem Kreatininanstieg. Ergebnis: Anti-GBM-Titer 1:160 (positiv). Methode: ELISA (analog GOÄ 3832).
Bewahren Sie die originalen Laborbefunde inklusive der Titerstufen oder Konzentrationsangaben gut auf. Bei Rückfragen von Prüfstellen oder Beihilfestellen dient dieser Befundbericht als primärer Nachweis der Leistungserbringung.
GOÄ 3832: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da die GOÄ 3832 dem Abschnitt M (Laborleistungen) angehört, ist der Gebührenrahmen stark eingeschränkt. Der Regelhöchstsatz liegt beim 1,15-fachen Satz (34,19 €), der maximale Höchstsatz beim 1,3-fachen Satz (38,64 €). Eine Steigerung über den Schwellenwert von 1,15 hinaus erfordert eine fundierte, patientenbezogene Begründung.
Gerechtfertigt ist eine Steigerung beispielsweise bei stark lipämischen oder hämolytischen Proben, die einen erheblichen Zusatzaufwand bei der Probenvorbereitung erfordern. Auch das Vorliegen von störenden Begleitantikörpern, die die Ablesung der Immunfluoreszenz erschweren, kann als Begründung dienen.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 3832 wird im Praxisalltag häufig mit Ziffern für die Blutentnahme (GOÄ 250) und grundlegenden Nierenfunktionsparametern kombiniert. Hierzu gehören beispielsweise Kreatinin (GOÄ 3585) oder Harnstoff (GOÄ 3584). Auch eine begleitende Urindiagnostik mittels Urinsediment (GOÄ 3652) ist eine typische und abrechnungsfähige Kombination.
Ziffer 3832 in der neuen GOÄ
An die Stelle der alten Ziffer 3832 (Untersuchung auf Antikörper mittels quantitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (mehr als zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Basalmembran (GBM)) treten in der neuen GOÄ 2 spezifische Leistungen (bisher beim 2,3-fachen Satz: 34,19 €). Welche zutrifft, hängt von Analyt und Methode ab:
- 11122 Basalmembran, IFT quantitativ Autoantikörpernachweis (36,80 €) – bei: Basalmembran/Alveolen
- 11183 Basalmembran/Glomerulus, IA Autoantikörpernachweis (21,08 €) – bei: Immunoassay (IA, Signal-Tracer-verstärkt)
Die Bandbreite reicht von 21,08 € bis 36,80 € — die Dokumentation des Analyten entscheidet.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3832
Was hat nicht gestimmt?