Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3839
Untersuchung auf Antikörper mittels quantitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (mehr als zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Herzmuskulatur (HMA)
Die GOÄ-Ziffer 3839 beschreibt eine spezialisierte labordiagnostische Leistung aus dem Abschnitt M III (Spezielle Laboruntersuchungen). Ziel dieser Analyse ist der quantitative Nachweis von Herzmuskel-Autoantikörpern (HMA) im Serum des Patienten. Diese Antikörper richten sich gegen verschiedene Strukturen der Herzmuskelzellen und spielen eine wichtige Rolle bei der Diagnostik immunvermittelter Herzerkrankungen.
Die Durchführung erfolgt in der Regel mittels indirekter Immunfluoreszenz (IFT) auf Gefrierschnitten von tierischem oder humanem Herzgewebe. Um die Ziffer korrekt abzurechnen, muss die Bestimmung über mindestens zwei Titerstufen hinweg quantitativ erfolgen. Gemäß den allgemeinen Bestimmungen der GOÄ müssen die konkret untersuchten Parameter auf der Liquidation einzeln angegeben werden.
GOÄ 3839 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen
Die Bestimmung von Herzmuskel-Antikörpern ist ein wichtiges Werkzeug in der kardiologischen Differenzialdiagnostik. Ein primärer Anwendungsbereich ist der Verdacht auf eine autoimmune Myokarditis oder eine dilatative Kardiomyopathie (DCM). Auch nach herzchirurgischen Eingriffen oder Myokardinfarkten kann die Untersuchung zur Abklärung eines Postkardiotomie- oder Postinfarktsyndroms (Dressler-Syndrom) herangezogen werden.
Klinisch äußern sich diese Erkrankungen häufig durch unklare Herzinsuffizienzzeichen, Herzrhythmusstörungen oder thorakale Schmerzen. Der Nachweis von HMA stützt die Diagnose einer immunologischen Beteiligung und kann therapeutische Konsequenzen, wie beispielsweise eine immunsuppressive Therapie, beeinflussen. Die Abgrenzung zu rein infektiösen oder ischämischen Ursachen wird durch diese spezifische Labordiagnostik erheblich erleichtert.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3839
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Myokarditis nach viralem Infekt
Ein Patient stellt sich drei Wochen nach einem grippalen Infekt mit neu aufgetretener Belastungsdyspnoe und Herzstolpern vor. Zum Ausschluss einer postinfektiösen, autoimmunen Myokarditis veranlasst der Arzt die Bestimmung der Herzmuskel-Antikörper. Die Laboranalyse erfolgt quantitativ mittels indirekter Immunfluoreszenz über mehrere Titerstufen. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 3839 mit dem Regelsatz (1,15-fach), da keine außergewöhnlichen Erschwernisse vorlagen.
Fallbeispiel 2: Abklärung einer dilatativen Kardiomyopathie (DCM)
Bei einer Patientin mit echokardiografisch nachgewiesener linksventrikulärer Dilatation und reduzierter Ejektionsfraktion soll die Ätiologie geklärt werden. Da eine koronare Herzkrankheit ausgeschlossen wurde, besteht der Verdacht auf eine autoimmunvermittelte DCM. Die quantitative Bestimmung der HMA sichert den Verdacht ab. Die Abrechnung erfolgt über die Ziffer 3839 GOÄ unter Angabe des Parameters HMA auf der Rechnung.
Fallbeispiel 3: Postperikardiotomie-Syndrom nach Bypass-Operation
Ein Patient entwickelt vier Wochen nach einer aortokoronaren Bypass-Operation Fieber, perikarditische Brustschmerzen und einen Perikarderguss. Zur Bestätigung eines Postperikardiotomie-Syndroms wird das Serum auf Herzmuskel-Antikörper untersucht. Der Nachweis hoher Titer stützt die Verdachtsdiagnose. Die Leistung wird nach GOÄ 3839 liquidiert.
Häufige Fehler bei der GOÄ 3839: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 3839 ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Rechnung. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass die untersuchten Parameter in der Liquidation genannt werden müssen. Ein einfacher Verweis auf die Ziffernziffer ohne den Zusatz "Herzmuskel-Antikörper" oder "HMA" führt regelmäßig zu Beanstandungen durch private Krankenversicherungen.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Beachtung von Ausschlussziffern. Die GOÄ-Ziffer 3839 darf nicht am selben Tag neben der GOÄ-Ziffer 3852 (Untersuchung auf Antikörper gegen Organe oder Gewebe) abgerechnet werden. Da die Ziffer 3852 ein breiteres, oft qualitatives Screening beschreibt, ist die spezifischere quantitative Bestimmung nach 3839 vorzuziehen, wenn gezielt Herzmuskel-Antikörper untersucht werden.
Achtung: Achten Sie penibel darauf, dass bei einer gleichzeitigen Anforderung anderer Autoantikörper keine Überschneidungen mit den Ausschlusskriterien der Ziffer 3852 entstehen. Eine Doppelabrechnung am selben Behandlungstag wird von den Prüfstellen konsequent gestrichen.
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Dokumentation der GOÄ 3839: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder rechtssicheren Abrechnung. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, der konkrete Verdacht sowie das detaillierte Laborergebnis dokumentiert sein. Dazu gehören die angewandte Methode, die Anzahl der untersuchten Titerstufen und der endgültige Titerwert (z. B. HMA-Titer 1:160).
Auch die therapeutische Konsequenz, die sich aus dem Testergebnis ergibt, sollte kurz skizziert werden. Dies ist besonders wichtig, wenn der Schwellenwert überschritten und ein erhöhter Steigerungssatz angewendet wird. Eine präzise Dokumentation schützt die Praxis vor Regressforderungen und langwierigen Diskussionen mit privaten Kostenträgern.
Dokumentationsbeispiel: V. a. autoimmune Myokarditis bei Zustand nach viralem Infekt. Laboranforderung: Quantitative Bestimmung von Herzmuskel-Antikörpern (HMA) mittels IFT. Ergebnis: HMA-Titer positiv (1:320). Befundbesprechung und Einleitung einer kardiologischen Verlaufskontrolle.
Tipp: Erstellen Sie in Ihrer Praxissoftware eine feste Dokumentationsvorlage für kardiologische Laboranforderungen. So stellen Sie sicher, dass Indikation, Methode und Titerstufen standardisiert erfasst werden.
GOÄ 3839: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da die GOÄ 3839 zum Abschnitt M III gehört, ist der Steigerungsrahmen für diese Laborleistung stark eingeschränkt. Der Regelhöchstsatz liegt beim 1,15-fachen Satz. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,30 ist nur in medizinisch begründeten Ausnahmefällen zulässig. Eine solche Begründung kann beispielsweise ein extrem hoher Analyseaufwand durch störende Begleitproteine oder unklare Kreuzreaktionen sein, die eine wiederholte Testung erforderlich machten.
Typische Ziffernkombinationen
In der kardiologischen Praxis wird die Bestimmung der Herzmuskel-Antikörper selten isoliert durchgeführt. Sinnvolle und erlaubte Kombinationen umfassen kardiologische Basislaborwerte wie Troponin (GOÄ 3741) oder CK-MB (GOÄ 3673) zur Erfassung akuter Myokardschäden. Auch die Bestimmung von Entzündungsparametern wie CRP (GOÄ 3741) ist neben der GOÄ 3839 problemlos möglich und medizinisch sinnvoll.
Ziffer 3839 in der neuen GOÄ
Die Ziffer 3839 (Untersuchung auf Antikörper mittels quantitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (mehr als zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Herzmuskulatur (HMA)) wird in der neuen GOÄ zur Nummer 11138. Titel: Herzmuskulatur (HMA), IFT quantitativ Autoantikörpernachweis. Der Festpreis liegt bei 32,08 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 34,19 €).
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3839
Was hat nicht gestimmt?