Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4031
GOÄ 4031: Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Thyroxin
Die Leistungsziffer 4031 beschreibt die quantitative Bestimmung des Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4) im Serum mittels eines Ligandenassays. Diese labormedizinische Untersuchung dient der Beurteilung der Schilddrüsenfunktion und ist dem Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) der Gebührenordnung für Ärzte zugeordnet.
In der Leistungsbeschreibung ist explizit verankert, dass eine eventuelle Doppelbestimmung sowie das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve bereits mit der Gebühr abgegolten sind. Eine gesonderte Berechnung dieser Teilschritte ist daher ausgeschlossen. Zudem gilt die obligate Vorgabe, dass der konkret untersuchte Parameter auf der Liquidation namentlich ausgewiesen werden muss.
GOÄ 4031 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen
Die Bestimmung des Gesamt-Thyroxins nach GOÄ 4031 kommt vor allem bei der primären Diagnostik und Verlaufskontrolle von Schilddrüsenerkrankungen zum Einsatz. Typische Indikationen umfassen den Verdacht auf eine Hyperthyreose oder Hypothyreose sowie das Monitoring unter einer thyreostatischen oder substitutionstherapeutischen Medikation.
In der modernen Labordiagnostik hat die Bestimmung des freien Thyroxins (fT4 nach GOÄ 4032) zwar an Bedeutung gewonnen, da sie unabhängig von Bindungsproteinen ist. Dennoch bleibt die Bestimmung des Gesamt-T4 nach GOÄ 4031 ein wichtiger Parameter, insbesondere bei Verdacht auf Veränderungen der Schilddrüsenhormon-Bindungsproteine wie dem thyroxinbindenden Globulin (TBG).
Tipp: Bei Schwangeren oder Patientinnen unter oralen Kontrazeptiva kann das Gesamt-T4 aufgrund erhöhter TBG-Konzentrationen physiologisch erhöht sein, ohne dass eine Hyperthyreose vorliegt. In diesen Fällen liefert die Kombination mit fT4 (GOÄ 4032) Klarheit.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4031
Fallbeispiel 1: Erstdiagnostik bei Verdacht auf Hyperthyreose
Eine Patientin stellt sich mit Tachykardie, Gewichtsverlust und innerer Unruhe vor. Zur Abklärung einer Schilddrüsenüberfunktion veranlasst die Praxis eine laborchemische Untersuchung. Neben dem TSH-Wert wird das Gesamt-Thyroxin bestimmt.
Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 4031 für die Thyroxin-Bestimmung sowie die entsprechenden Ziffern für TSH. Da es sich um eine Erstdiagnostik handelt, ist die Indikation medizinisch vollumfänglich begründet.
Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle unter L-Thyroxin-Substitution
Ein Patient mit bekannter primärer Hypothyreose stellt sich zur regelmäßigen Laborkontrolle unter stabiler Medikation mit L-Thyroxin vor. Es erfolgt die Blutentnahme zur Bestimmung des T4-Spiegels.
Für die quantitative Bestimmung des Thyroxins wird die GOÄ 4031 mit dem Regelsatz von 1,15fach (16,76 €) liquidiert. Die Dokumentation weist die Verlaufskontrolle als klare Indikation aus.
Fallbeispiel 3: Differenzialdiagnostik bei veränderten Bindungsproteinen
Bei einer schwangeren Patientin soll der Schilddrüsenstatus präzise erfasst werden. Da Östrogene die Synthese des thyroxinbindenden Globulins stimulieren, wird neben dem freien Hormon auch das Gesamt-Thyroxin analysiert.
Die Bestimmung des Gesamt-T4 wird nach GOÄ-Ziffer 4031 abgerechnet. Die Schwangerschaft und die damit verbundene hormonelle Umstellung dienen hierbei als medizinische Begründung für die parallele Bestimmung.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4031: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 4031 ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Liquidation. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass der untersuchte Parameter (hier: "Thyroxin" oder "T4") auf der Rechnung angegeben werden muss, andernfalls droht eine Beanstandung durch die privaten Krankenversicherungen.
Zudem führt die gleichzeitige Abrechnung von Gesamt-T4 (GOÄ 4031) und freiem T4 (GOÄ 4032) aus derselben Blutprobe häufig zu Rückfragen. Ohne eine spezifische medizinische Begründung in der Patientenakte wird die parallele Bestimmung beider Parameter von Prüfstellen oft als unwirtschaftlich eingestuft, da das freie T4 meist eine ausreichende diagnostische Aussagekraft besitzt.
Achtung: Achten Sie darauf, dass Laborleistungen des Abschnitts M grundsätzlich dem reduzierten Gebührenrahmen unterliegen. Der Regelsatz liegt hier bei 1,15fach und der Höchstsatz bei 1,3fach. Eine Überschreitung des 1,15-fachen Satzes erfordert eine besonders detaillierte Begründung.
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Dokumentation der GOÄ 4031: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer rechtssicheren Abrechnung. In der Patientenakte müssen die klinische Symptomatik, die Arbeitsdiagnose und die daraus resultierende Indikation zur Laboruntersuchung zweifelsfrei nachvollziehbar sein.
Darüber hinaus sollten die vom Labor übermittelten Rohdaten sowie der schriftliche Befund direkt in die elektronische Patientenakte eingepflegt werden. Bei einer eventuellen Wirtschaftlichkeitsprüfung muss der behandelnde Arzt nachweisen können, warum die Bestimmung des Gesamt-T4 medizinisch notwendig war.
Dokumentationsbeispiel:
Anamnese: Patient klagt über unerklärlichen Gewichtsverlust und Tremor. V.a. Hyperthyreose. Blutentnahme erfolgt. Laborauftrag: TSH, fT4 und Gesamt-T4 (GOÄ 4031) zur Abklärung einer potenziellen Bindungsproteinstörung bei bekannter Östrogeneinnahme.
GOÄ 4031: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da die GOÄ 4031 zum Abschnitt MII gehört, ist der Gebührenrahmen auf das 1,3-fache des Gebührensatzes begrenzt. Eine Steigerung über den Regelhöchstsatz von 1,15fach hinaus ist nur in seltenen, medizinisch begründeten Ausnahmefällen zulässig. Mögliche Begründungen können erhebliche technische Schwierigkeiten bei der Probenaufbereitung oder seltene störende Begleitfaktoren im Serum des Patienten sein.
Typische Ziffernkombinationen
In der täglichen Praxis wird die GOÄ 4031 selten isoliert angewendet. Sinnvolle und zulässige Kombinationen im Rahmen eines Schilddrüsenprofils umfassen unter anderem die Bestimmung von TSH (GOÄ 4024 oder analoge Ziffern) sowie die Bestimmung von freiem T3 (GOÄ 4033). Es ist jedoch stets auf das Wirtschaftlichkeitsgebot zu achten, um Überlappungen und unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden.
Ziffer 4031 in der neuen GOÄ
Die Thyroxin-Bestimmung (Gesamt-T4) mittels Ligandenassay wird zur neuen Nummer 12030 — „Thyroxin (T4)" — mit 8,25 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 16,76 €). Thyroxin ohne den Zusatz „frei" bezeichnet das Gesamt-T4 — das freie Thyroxin (fT4) wird als eigenständige neue Ziffer 11998 separat abgebildet.
\nStand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4031
Was hat nicht gestimmt?