Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4069
Die Gebührenordnung für Ärzte beschreibt die Leistung unter der Ziffer 4069 im Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) wie folgt:
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve - Untersuchungen mit ähnlichem methodischen Aufwand
Die Ziffer 4069 ist mit 750 Punkten bewertet. Dies entspricht im einfachen Gebührensatz einem Honorar von 43,72 Euro. Da es sich um eine Leistung des Speziallabors (Abschnitt M III) handelt, liegt der Regelhöchstsatz bei dem 1,15-fachen Satz, was 50,27 Euro entspricht.
Die Leistungsbeschreibung fordert explizit, dass die untersuchten Parameter in der Rechnung anzugeben sind. Die Ziffer umfasst methodisch die Doppelbestimmung sowie das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve, weshalb diese Teilschritte nicht separat berechnet werden dürfen.
GOÄ 4069 in der Praxis: Indikationen und Methodik
Die Bestimmung von Hormonen mittels Ligandenassay nimmt in der modernen Diagnostik eine zentrale Rolle ein. Typische klinische Situationen umfassen die Abklärung von endokrinen Störungen, Schilddrüsenerkrankungen oder Fertilitätsstörungen. Auch im Rahmen des Therapiemonitorings bei hormonellen Substitutionstherapien wird diese Ziffer regelmäßig herangezogen.
Zu den typischen Parametern, die unter diese Ziffer fallen, gehören beispielsweise Schilddrüsenhormone wie freies T3 oder freies T4, sofern sie mittels Ligandenassay bestimmt werden. Auch Sexualhormone wie Östradiol, Progesteron oder Testosteron werden häufig über diese Ziffer abgerechnet. Die Wahl der Ziffer 4069 setzt voraus, dass der methodische Aufwand dem eines klassischen Ligandenassays entspricht.
Tipp: Bei der Abrechnung ist darauf zu achten, dass für jeden einzelnen Hormonparameter die Ziffer 4069 separat angesetzt werden kann, sofern es sich um unterschiedliche Analyten handelt. Eine Zusammenfassung zu einer Pauschale ist unzulässig.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4069
Fallbeispiel 1: Abklärung einer primären Hypothyreose
Ein Patient stellt sich mit Symptomen wie Müdigkeit und Gewichtszunahme vor. Zur Diagnostik einer Schilddrüsenunterfunktion veranlasst der Arzt die Bestimmung von freiem T3 (fT3) und freiem T4 (fT4) mittels Ligandenassay im Labor.
Die medizinische Begründung liegt in der differenzialdiagnostischen Abklärung der Schilddrüsenfunktion. Da zwei getrennte Parameter bestimmt werden, erfolgt die Abrechnung durch den zweifachen Ansatz der GOÄ-Ziffer 4069.
Auf der Liquidation werden die Parameter fT3 und fT4 explizit ausgewiesen. Die Abrechnung lautet: 2 × GOÄ 4069 (fT3, fT4).
Fallbeispiel 2: Fertilitätsdiagnostik bei Zyklusstörungen
Eine Patientin klagt über unregelmäßige Zyklen und unerfüllten Kinderwunsch. Zur hormonellen Statusbestimmung werden Östradiol und das luteinisierende Hormon (LH) mittels Ligandenassay bestimmt.
Die Bestimmung dient der Beurteilung der ovariellen Funktion und der Steuerung des Menstruationszyklus. Beide Parameter erfordern einen vergleichbaren methodischen Aufwand.
Die Abrechnung erfolgt korrekt durch den zweifachen Ansatz der Ziffer 4069 unter Nennung der Parameter Östradiol und LH auf der Rechnung.
Fallbeispiel 3: Verlaufskontrolle unter Testosteronsubstitution
Bei einem männlichen Patienten mit bekanntem Hypogonadismus erfolgt eine regelmäßige Verlaufskontrolle unter laufender Testosteronsubstitutionstherapie.
Die Bestimmung des Gesamttestosterons im Serum ist zur Überprüfung der therapeutischen Zielbereiche und zur Vermeidung von Überdosierungen medizinisch notwendig.
Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 4069 einfach, wobei der Parameter "Gesamttestosteron" auf der Rechnung aufgeführt wird.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4069: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 4069 ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Rechnung. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen kürzen Rechnungen regelmäßig, wenn lediglich die Ziffer ohne den Zusatz des spezifischen Hormons aufgeführt ist.
Zudem darf die Doppelbestimmung, die in vielen Laborsystemen standardmäßig zur Qualitätssicherung durchgeführt wird, nicht als separate Leistung berechnet werden. Diese ist mit der Gebühr für die Ziffer 4069 bereits vollständig abgegolten. Ein gesonderter Ansatz von Zuschlägen für die Erstellung der Bezugskurve führt ebenfalls zu Beanstandungen.
Achtung: Es ist darauf zu achten, dass Ziffern aus dem Bereich der physikalisch-chemischen Untersuchungen nicht fälschlicherweise neben der Ziffer 4069 für denselben Analyten berechnet werden. Dies verstößt gegen das Zieldiagnostikprinzip.
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Dokumentation der GOÄ 4069: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung und schützt vor Regressforderungen. In der Patientenakte müssen die medizinische Indikation für die Hormonbestimmung sowie die konkreten Laboranforderungen unmissverständlich festgehalten werden.
Auch die Laborergebnisse inklusive der herangezogenen Referenzbereiche und der angewandten Methodik sollten direkt in der elektronischen Patientenakte hinterlegt sein. Bei externer Vergabe der Laborleistung muss der Überweisungsauftrag die medizinische Fragestellung präzise dokumentieren.
Dokumentation: Verdacht auf ovarielle Insuffizienz bei sekundärer Amenorrhoe. Blutentnahme zur Bestimmung von FSH und LH mittels Ligandenassay (GOÄ 4069). Laborbefund archiviert am 15.10.2023.
GOÄ 4069: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da die GOÄ 4069 dem Abschnitt M III (Speziallabor) angehört, ist der Gebührenrahmen auf das 1,3-fache des Gebührensatzes begrenzt. Eine Steigerung über den Regelhöchstsatz von 1,15 hinaus bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur bei Vorliegen besonderer Umstände zulässig.
Als Begründung für eine Überschreitung des Schwellenwertes kommen ein ungewöhnlich hoher methodischer Aufwand bei schwierigen Probenmatrizes oder extreme logistische Herausforderungen bei der Probenaufbereitung in Betracht. Die Begründung muss einzelfallbezogen und für den Laien verständlich auf der Rechnung formuliert werden.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 4069 wird häufig in Kombination mit der Ziffer 250 (Blutentnahme) oder der Ziffer 3500 (Harnuntersuchung) abgerechnet. Auch die Kombination mit Beratungsleistungen nach Ziffer 1 oder Ziffer 3 im selben Behandlungsfall ist üblich, sofern die Beratung über die reine Befundmitteilung hinausgeht.
Nicht zulässig ist die gleichzeitige Abrechnung von einfacheren Bestimmungsmethoden für denselben Parameter am selben Untersuchungstag, wenn diese methodisch durch den Ligandenassay ersetzt wurden. Hier gilt das Gebot der wirtschaftlichen Leistungserbringung.
Ziffer 4069 in der neuen GOÄ
Die Sammelziffer für Ligandenassay-Hormonbestimmungen mit hohem methodischem Aufwand (heute 2,3-fach: 50,28 €) entfällt als generische Auffangziffer. Für S100-Protein existiert ein spezifischer Nachfolger:
- 12710 S100-Protein aus Serum, Plasma oder Liquor — Signal-(Tracer-)verstärkter Immunoassay (37,46 €)
Für alle anderen Parameter, die bisher über diese Sammelziffer abgerechnet wurden, ist die tatsächlich bestimmte Substanz maßgeblich — im neuen Katalog ist die jeweilige spezifische Einzelziffer zu identifizieren. Die alte Abrechnungsbestimmung, die das Nennen des tatsächlichen Parameters in der Rechnung verlangte, bleibt damit auch in der Übergangslogik sinngebend.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4069
Was hat nicht gestimmt?