Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4192
Untersuchung mittels Atomabsorption, flammenlos-Blei
Die GOÄ-Ziffer 4192 beschreibt die quantitative Bestimmung von Blei im menschlichen Probenmaterial mittels der flammenlosen Atomabsorptionsspektrometrie (GF-AAS). Diese hochsensitive Methode wird im Speziallabor eingesetzt, um selbst geringste Spuren des Schwermetalls präzise nachzuweisen. Die Leistung ist dem Abschnitt M III (Speziallabor) der Gebührenordnung für Ärzte zugeordnet.
Ein wesentlicher Aspekt dieser Ziffer ist die explizite Vorgabe in der Leistungsbeschreibung, dass die untersuchten Parameter in der Rechnung anzugeben sind. Ohne diese Spezifikation ist die Abrechnung formal unvollständig.
GOÄ 4192 in der Praxis: Indikationen und klinische Relevanz
Die Bestimmung von Blei ist vor allem in der Arbeitsmedizin und der Umweltmedizin von zentraler Bedeutung. Typische Indikationen umfassen den Verdacht auf eine akute oder chronische Bleiintoxikation durch berufliche Exposition oder Umweltquellen.
Klinische Symptome wie unerklärliche abdominelle Beschwerden, mikrozytäre Anämie ohne Eisenmangel oder neurologische Defizite rechtfertigen diese Untersuchung. Auch das Monitoring von Arbeitnehmern in bleiverarbeitenden Betrieben erfordert regelmäßige Kontrollen nach dieser Ziffer.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4192
Fallbeispiel 1: Verdacht auf berufsbedingte Bleiexposition
Ein Patient, der in einer Batterie-Recycling-Anlage arbeitet, stellt sich mit chronischer Müdigkeit und rezidivierenden Bleikoliken vor. Der Arzt veranlasst eine Blutentnahme zur Bestimmung des Bleispiegels im Vollblut.
Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4192 zum Regelsatz (1,15-fach = 27,48 €). Zusätzlich werden die Symptombezogene Untersuchung (GOÄ 5) und die Blutentnahme (GOÄ 250) berechnet.
Fallbeispiel 2: Pädiatrischer Verdacht bei Altbausanierung
Ein Kleinkind zeigt Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsverzögerungen, nachdem die Familie eine Wohnung in einem Altbau saniert hat. Es besteht der Verdacht auf eine Bleibelastung durch alten Wandstaub.
Der Kinderarzt veranlasst die Bestimmung von Blei im Vollblut mittels flammenloser AAS. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 4192 neben den entsprechenden pädiatrischen Basisziffern.
Fallbeispiel 3: Verlaufskontrolle nach nachgewiesener Intoxikation
Bei einem Patienten mit diagnostizierter Bleivergiftung wird eine Verlaufskontrolle nach Einleitung einer Chelattherapie durchgeführt. Hierbei wird die Ausscheidung von Blei im 24-Stunden-Urin gemessen.
Die Analyse des Urins wird über die GOÄ-Ziffer 4192 liquidiert, wobei der untersuchte Parameter (Blei im Urin) auf der Rechnung explizit ausgewiesen wird.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4192: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Rechnungslegung ist das Versäumnis, den konkreten Parameter anzugeben. Die bloße Nennung der Ziffer 4192 ohne den Zusatz "Blei im Vollblut" oder "Blei im Urin" führt oft zur Zurückweisung durch private Krankenversicherungen.
Zudem wird fälschlicherweise manchmal der normale Gebührenrahmen bis zum 2,3-fachen Satz angewendet. Da es sich um eine Leistung des Speziallabors handelt, ist der Gebührenrahmen auf maximal 1,3-fach begrenzt.
Achtung: Die Angabe des untersuchten Parameters auf der Liquidation ist zwingend erforderlich. Fehlt diese Angabe, ist die Rechnung formell fehlerhaft und der Erstattungsanspruch des Patienten gefährdet.
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Dokumentation der GOÄ 4192: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist die beste Absicherung gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, das entnommene Probenmaterial und das exakte Analyseergebnis dokumentiert werden.
Auch die Aufklärung des Patienten über die Notwendigkeit der Untersuchung bei Selbstzahlern sollte schriftlich festgehalten werden. Dies gilt insbesondere, wenn die Untersuchung im Rahmen umweltmedizinischer Fragestellungen ohne akuten Krankheitsverdacht erfolgt.
Dokumentation: Bestimmung von Blei im Vollblut mittels flammenloser Atomabsorptionsspektrometrie (GF-AAS) bei Verdacht auf chronische Intoxikation. Befund: 150 µg/l (Referenzbereich < 50 µg/l).
Tipp: Verwenden Sie für die Probenentnahme spezielle, metallfreie Monovetten, um eine exogene Kontamination der Probe zu verhindern, und dokumentieren Sie dies in der Akte.
GOÄ 4192: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Eine Erhöhung des Schwellenwertes über den 1,15-fachen Satz hinaus bis zum 1,3-fachen Höchstsatz erfordert eine medizinische Begründung. Typische Gründe für eine Steigerungsfähigkeit sind schwierige Probenmatrizes oder ein erhöhter Aufwand bei der Probenvorbereitung, beispielsweise bei stark lipämischen oder hämolytischen Blutproben.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 4192 wird häufig mit anderen labormedizinischen Ziffernkombinationen des Abschnitts M liqudiert. Sinnvoll ist oft die gleichzeitige Bestimmung von Kreatinin im Urin (GOÄ 3585) zur Standardisierung der Bleiausscheidung oder das Blutbild (GOÄ 3524) zum Nachweis einer basophilen Tüpfelung der Erythrozyten.
Ziffer 4192 in der neuen GOÄ
Die alte Ziffer 4192 wird zur Nummer 12838 — „Blei Vollblut (antikoaguliert), Urin (z.B. 24-Std.-Urin); z.B. elektrothermische (flammenlose) Atomabsorptionsspektrometrie; Auswertung: apparativ- quantitativ.“ — mit festem Satz von 23,22 € (bisher beim 2,3-fachen Satz: 27,48 €).
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4192
Was hat nicht gestimmt?