GOÄ 4371a: Parainfluenza-2-KBR korrekt abrechnen

4 Min. Lesezeit
GOÄ 4371a
Quantitative Bestimmung von Antikörpern mittels Komplementbindungsreaktion ( KBR) -Parainfluenza-Virus 2
Punktzahl 250  
Einfachsatz 14,57 € 1,0x
Regelhöchstsatz 16,76 € 1,1x
Höchstsatz 18,94 € 1,3x
Ausschlüsse
437

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4371a

Die GOÄ-Ziffer 4371a beschreibt eine spezialisierte Laborleistung aus dem Bereich der Mikrobiologie und Virologie. Der offizielle Leistungstext lautet:

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Konkret umfasst diese Ziffer die quantitative Bestimmung von Antikörpern mittels der Komplementbindungsreaktion (KBR) speziell für das Parainfluenza-Virus Typ 2. Diese Methode dient dem Nachweis spezifischer, komplementbindender Antikörper im Serum des Patienten, um eine abgelaufene oder akute Infektion nachzuweisen.

GOÄ 4371a in der Praxis: Diagnostik von Atemwegsinfektionen

Die Bestimmung von Antikörpern gegen das Parainfluenza-Virus Typ 2 ist insbesondere bei unklaren, schweren Infektionen der oberen und unteren Atemwege indiziert. Typische klinische Symptome umfassen das Krupp-Syndrom bei Kindern, akute Laryngotracheobronchitis oder schwere Bronchitiden bei Erwachsenen. Die KBR liefert hierbei wertvolle Hinweise auf das ursächliche Pathogen.

Obwohl moderne PCR-Verfahren heute oft bevorzugt werden, bleibt die serologische Titerbestimmung mittels KBR ein wichtiges Werkzeug zur Verlaufsbeurteilung. Ein signifikanter Titeranstieg in zwei zeitlich versetzt entnommenen Proben sichert die Diagnose einer akuten Infektion. Die Abrechnung setzt voraus, dass die Untersuchung in einem dafür ausgestatteten Labor stattfindet.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4371a

Fallbeispiel 1: V.a. Parainfluenza-Infektion bei Kleinkind

Ein zweijähriges Kind wird mit akutem, bellendem Husten und Heiserkeit in der Praxis vorstellig. Aufgrund des Verdachts auf ein schweres Krupp-Syndrom durch Parainfluenza-Viren wird eine Blutprobe entnommen. Die quantitative Bestimmung der Antikörper mittels KBR sichert den Verdacht ab. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 4371a neben der symptombezogenen Untersuchung.

Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle nach akuter Atemwegserkrankung

Bei einem erwachsenen Patienten mit langwieriger Bronchitis soll ein Titeranstieg nachgewiesen werden. Es erfolgt eine zweite Blutentnahme im Abstand von zwei Wochen zur ersten Probe. Die erneute Durchführung der KBR zeigt einen vierfachen Titeranstieg. Die Leistung wird als Speziallabor-Untersuchung nach GOÄ 4371a liquidiert.

Fallbeispiel 3: Differentialdiagnostik bei therapiereistentem Husten

Ein Patient leidet seit Wochen unter trockenem Husten, der auf Antibiotika nicht anspricht. Zum Ausschluss einer viralen Genese wird ein breites Antikörperscreening veranlasst, das auch das Parainfluenza-Virus Typ 2 umfasst. Die KBR wird durchgeführt und die GOÄ 4371a korrekt in der Liquidation ausgewiesen.

Häufige Fehler bei der GOÄ 4371a: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung dieser Ziffer ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Rechnung. Da der Verordnungstext dies explizit vorschreibt, führt ein Versäumnis schnell zur Beanstandung durch private Krankenversicherungen. Es muss stets der Zusatz "Parainfluenza-Virus 2" aufgeführt werden.

Zudem ist der Ausschluss bezüglich der Ziffer 437 strikt zu beachten. Eine parallele Abrechnung von allgemeinen KBR-Leistungen neben der spezifischen Ziffer 4371a am selben Untersuchungstag ist unzulässig. Prüfstellen achten penibel auf diese Abrechnungsausschlüsse im Laborbereich.

Achtung: Vergessen Sie niemals, den konkreten Parameter "Parainfluenza-Virus 2" auf der Liquidation anzugeben, da die Rechnung andernfalls formell fehlerhaft ist.

GOÄ-Updates per E-Mail

Neue Ziffern-Artikel & Abrechnungstipps, kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Dokumentation der GOÄ 4371a: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder rechtssicheren Abrechnung. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, das Datum der Probenentnahme sowie der detaillierte Laborbefund dokumentiert sein. Auch der Nachweis über den zeitlichen Verlauf bei Mehrfachbestimmungen ist essenziell.

Besonders bei der Begründung von Schwellenwertüberschreitungen ist eine präzise Dokumentation der Probenbeschaffenheit hilfreich. Falls die KBR aufgrund von Störfaktoren wiederholt werden musste, sollte dies vermerkt werden. Ein kurzes Dokumentationsbeispiel zeigt den optimalen Aufbau.

Dokumentation: Verdacht auf Parainfluenza-2-Infektion bei anhaltendem bellendem Husten. Blutentnahme am [Datum]. Laborbefund: KBR Parainfluenza-Virus 2 positiv mit Titer 1:32.

GOÄ 4371a: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Die GOÄ-Ziffer 4371a gehört zum Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) und hat einen Regelhöchstsatz von 1,15-fach. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3-fach ist nur unter Angabe von besonderen Gründen zulässig. Solche Gründe können eine schwierige Probenaufbereitung bei stark lipämischem Serum oder ein ungewöhnlich hoher Zeitaufwand bei der Auswertung sein.

Typische Ziffernkombinationen

In der täglichen Praxis wird die GOÄ 4371a häufig mit der Ziffer für die Blutentnahme (GOÄ 250) kombiniert. Auch die Kombination mit anderen spezifischen viralen Antikörpertests (z. B. Influenza oder RSV) ist üblich, sofern diese nicht denselben Ausschlusskriterien unterliegen. Die Kombination mit Beratungsgebühren wie der GOÄ 1 oder GOÄ 3 ist am Tag der Befundbesprechung ebenfalls möglich.

Tipp: Kombinieren Sie die Ziffer bei begründetem Verdacht mit der Blutentnahme nach GOÄ 250, um den gesamten diagnostischen Prozess abzubilden.

Ziffer 4371a in der neuen GOÄ

Die quantitative Parainfluenza-Virus-2-Antikörperbestimmung mittels Komplementbindungsreaktion (KBR) hat in der neuen GOÄ keinen eigenständigen Nachfolger. Der Entwurf sieht für diesen Erreger keine gesonderte Ziffer mehr vor.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4371a

Zum einfachen Gebührensatz (1,0-fach) kostet die GOÄ-Ziffer 4371a genau 14,57 €. Beim Regelhöchstsatz (1,15-fach) beträgt die Gebühr 16,76 €, während der Höchstsatz (1,3-fach) bei 18,94 € liegt.
Die GOÄ-Ziffer 4371a darf nicht neben der Ziffer 437 abgerechnet werden. Dies gilt für denselben Untersuchungstag und dieselbe biologische Probe.
Ja, laut den offiziellen Abrechnungsbestimmungen der GOÄ muss der untersuchte Parameter zwingend auf der Rechnung angegeben werden. Fehlt diese Angabe, ist die Liquidation formell fehlerhaft.
Ja, eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 ist bei medizinischer Begründung möglich. Typische Gründe sind schwierige Probenbeschaffenheiten wie stark lipämisches oder hämolytisches Serum.
Die Ziffer 4371a rechnet die quantitative Bestimmung von Antikörpern mittels der Komplementbindungsreaktion (KBR) ab. Sie bezieht sich speziell auf das Parainfluenza-Virus Typ 2.
War dieser Artikel hilfreich?

Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

Nächster Schritt

Dranbleiben oder direkt loslegen

GOÄ-Updates erhalten

Neue Artikel, Abrechnungstipps und GOÄ-Änderungen, kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Kein Spam. Nur relevante Inhalte zur GOÄ-Abrechnung.

Doctario kennenlernen

In 30 Minuten zeigen wir Ihnen, wie Doctario Ihre privatärztliche Abrechnung automatisiert, persönlich und unverbindlich.

  • Automatische GOÄ-Erkennung
  • Transparente Abrechnung
  • Persönlicher Support
Erstgespräch buchen
30 Minuten Kostenlos Unverbindlich