Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4387
Bestimmung von Antikörpern mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Röteln-Virus (IgG und IgM) - Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Die GOÄ-Ziffer 4387 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung aus dem Bereich der Immunologie. Sie umfasst die quantitative oder qualitative Bestimmung von Antikörpern gegen das Röteln-Virus (IgG und IgM) unter Verwendung eines modernen Ligandenassays. Zu diesen Verfahren gehören beispielsweise der ELISA oder der Chemilumineszenz-Immunoassay.
In der Gebühr sind eventuell erforderliche Doppelbestimmungen sowie das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve bereits enthalten. Eine gesonderte Berechnung dieser Teilschritte ist daher nicht zulässig. Der Verordnungsgeber schreibt zudem explizit vor, dass die konkret untersuchten Parameter auf der Liquidation einzeln aufgeführt werden müssen. Dies dient der Transparenz gegenüber dem Kostenträger.
GOÄ 4387 in der Praxis: Indikationen und Immunitätsnachweis
Die Bestimmung von Röteln-Antikörpern ist eine Standarduntersuchung in der gynäkologischen und allgemeinmedizinischen Praxis. Ein häufiger klinischer Anwendungsfall ist die Überprüfung des Immunitätsstatus bei Frauen im gebärfähigen Alter oder bei bestehendem Kinderwunsch. Auch im Rahmen der gesetzlichen oder privaten Schwangerschaftsvorsorge spielt diese Ziffer eine zentrale Rolle.
Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Abklärung einer vermuteten akuten Infektion. Tritt bei einer schwangeren Patientin oder im Umfeld ein unklares Exanthem auf, ist die schnelle Bestimmung von IgG- und IgM-Antikörpern medizinisch indiziert. Auch im Rahmen von betriebsmedizinischen Untersuchungen, beispielsweise für Personal in Schulen oder Kindertagesstätten, wird die Leistung regelmäßig erbracht.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4387
Fallbeispiel 1: Abklärung des Immunitätsstatus vor geplanter Schwangerschaft
Eine Patientin stellt sich mit dem Wunsch nach einer baldigen Schwangerschaft in der Praxis vor. Da der Impfpass nicht auffindbar ist, soll der aktuelle Schutz gegen Röteln überprüft werden. Es erfolgt eine Blutentnahme zur Bestimmung der Röteln-IgG-Antikörper.
Die Abrechnung erfolgt mit der Ziffer 4387 zum Regelhöchstsatz. Zusätzlich wird die Blutentnahme nach Ziffer 250 berechnet. Die medizinische Begründung lautet Präkonzeptionelle Immunitätsprüfung.
Fallbeispiel 2: Verdacht auf akute Rötelninfektion
Ein Patient stellt sich mit Fieber, Lymphknotenschwellung und einem feinfleckigen Exanthem vor. Zur Differenzialdiagnostik wird eine serologische Untersuchung auf Röteln-Antikörper veranlasst. Hierbei werden sowohl Röteln-IgG als auch Röteln-IgM bestimmt.
Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 4387. Da beide Parameter (IgG und IgM) bestimmt wurden, ist die Ziffer einmalig anzusetzen, wobei beide Parameter auf der Rechnung genannt werden. Als Diagnose wird der Verdacht auf Röteln-Infektion dokumentiert.
Fallbeispiel 3: Betriebsmedizinische Untersuchung im Kindergarten
Eine Erzieherin benötigt für ihren Arbeitgeber einen Nachweis über ausreichende Immunität gegen das Röteln-Virus. Die Praxis führt die entsprechende Blutuntersuchung durch. Bestimmt wird der IgG-Antikörpertiter mittels ELISA.
Die Abrechnung erfolgt im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge. Neben der Ziffer 4387 für die Laboranalyse wird die Ziffer 250 für die Blutentnahme liquidiert. Die Dokumentation weist die berufliche Indikation klar aus.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4387: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 4387 ist die unvollständige Rechnungslegung. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen kürzen die Erstattung regelmäßig, wenn die untersuchten Parameter nicht explizit auf der Rechnung genannt werden. Der bloße Verweis auf die Ziffernnummer reicht hier nicht aus.
Ein weiterer kritischer Punkt ist der Ausschluss der Ziffer 437. Die Ziffer 437 beschreibt den Hämagglutinationshemmungstest (HAHT) für das Röteln-Virus. Da es sich hierbei um ein alternatives Testverfahren handelt, dürfen die Ziffern 437 und 4387 für denselben Erreger nicht nebeneinander abgerechnet werden.
Achtung: Achten Sie darauf, dass bei der Abrechnung der Ziffer 4387 immer die genaue Bezeichnung der Parameter (z. B. Röteln-IgG) auf der Rechnung steht. Das Fehlen dieser Angabe führt fast immer zu Rückfragen oder Kürzungen durch die Kostenträger.
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Dokumentation der GOÄ 4387: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung. In der Patientenakte müssen die Indikation für die Untersuchung, der Laborauftrag und das Testergebnis detailliert festgehalten werden. Insbesondere bei einer geplanten Steigerung des Gebührensatzes ist eine präzise Dokumentation unerlässlich.
Das Laborergebnis sollte inklusive der Referenzwerte des Labors und einer kurzen Interpretation in den Akten hinterlegt sein. Dies erleichtert nicht nur die spätere Argumentation gegenüber Kostenträgern, sondern sichert den Arzt auch haftungsrechtlich ab.
Dokumentationsbeispiel:
Indikation: Ausschluss Röteln-Infektion bei unklarem Exanthem.
Laborauftrag: Röteln-Antikörper (IgG und IgM) mittels Ligandenassay (GOÄ 4387).
Ergebnis: Röteln-IgG: 120 IU/ml (positiv), Röteln-IgM: negativ.
Interpretation: Bestehende Immunität, kein Hinweis auf akute Infektion.
GOÄ 4387: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da die GOÄ-Ziffer 4387 dem Abschnitt M (Laborleistungen) angehört, liegt der Schwellenwert bei 1,15. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich. Typische Begründungen für eine Überschreitung des Regelhöchstsatzes sind schwierige Probenaufbereitungen, beispielsweise bei stark lipämischem oder hämolytischem Serum.
Typische Ziffernkombinationen
Die Ziffer 4387 wird in der Praxis selten isoliert erbracht. Sinnvolle Kombinationen ergeben sich vor allem mit Beratungsleistungen nach Ziffer 1 oder Ziffer 3 sowie der Blutentnahme nach Ziffer 250. Im Rahmen einer Schwangerschaftsvorsorge kann die Ziffer auch neben anderen serologischen Untersuchungen wie der Toxoplasmose-Bestimmung stehen.
Tipp: Nutzen Sie bei der Beratung über das Testergebnis und die Konsequenzen für eine geplante Schwangerschaft die Ziffer 3. Diese ist neben der Blutentnahme und den Laborleistungen voll berechnungsfähig, sofern die Mindestdauer von 10 Minuten eingehalten wurde.
Ziffer 4387 in der neuen GOÄ
Der Rötelnvirus-Antikörpernachweis (IgG und IgM) mittels Ligandenassay wird in der neuen GOÄ als erregerspezifische Immunoassay-Ziffer weitergeführt: Nummer 11601 „Rötelnvirus, IA Antikörpernachweis; Serum oder Plasma, Liquor; Signal-(Tracer-)verstärkter Immunoassay; Auswertung: apparativ-quantitativ-testspezifisch" — Festpreis 13,77 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 16,09 €). Der Preis sinkt leicht. Die IgG/IgM-Differenzierung gibt es in der neuen GOÄ nicht mehr als separate Ziffer; Methode und Grundsystematik bleiben erhalten.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4387
Was hat nicht gestimmt?