Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4425
Quantitative Bestimmung von Antikörpern mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktion (z.B. Hämagglutination, Hämagglutinationshemmung, Latex-Agglutination) -Aspergillus-
Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Die GOÄ-Ziffer 4425 beschreibt eine spezialisierte labordiagnostische Leistung aus dem Bereich der Mikrobiologie und Immunologie. Im Fokus steht der quantitative Nachweis von spezifischen Antikörpern gegen den Schimmelpilz Aspergillus. Diese Untersuchung erfolgt mittels klassischer immunologischer Nachweisverfahren wie der Agglutinations- oder Fällungsreaktion.
Die Leistung umfasst die gesamte Durchführung der Analyse im Labor, einschließlich der Probenvorbereitung und der Auswertung. Da es sich um eine quantitative Bestimmung handelt, liefert das Ergebnis präzise Titerangaben. Dies ist für die Verlaufsbeurteilung einer Infektion von zentraler Bedeutung.
GOÄ 4425 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen
Die Bestimmung von Aspergillus-Antikörpern ist insbesondere bei Verdacht auf eine Aspergillose indiziert. Dies betrifft häufig immungeschwächte Patienten, Asthmatiker oder Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen. Auch bei dem Verdacht auf eine allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA) liefert dieser Test entscheidende diagnostische Hinweise.
Klinisch relevant ist die quantitative Bestimmung auch zur Verlaufskontrolle unter einer antimykotischen Therapie. Ein sinkender Antikörpertiter kann auf einen Therapieerfolg hinweisen, während persistierende oder steigende Titer eine Anpassung der Medikation erfordern. Die Abgrenzung zu qualitativen Suchtests ist hierbei essenziell, da die GOÄ 4425 explizit die quantitative Analyse honoriert.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4425
Fallbeispiel 1: Verdacht auf chronisch pulmonale Aspergillose
Ein Patient mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) stellt sich mit anhaltendem Husten und Gewichtsverlust vor. Zum Ausschluss einer chronisch pulmonalen Aspergillose veranlasst die Praxis eine quantitative Antikörperbestimmung gegen Aspergillus. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4425 zum Regelsatz (1,15-fach), da keine laborinternen Besonderheiten vorlagen.
Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle bei nachgewiesener ABPA
Bei einer Patientin mit bekannter allergischer bronchopulmonaler Aspergillose wird im Rahmen der Verlaufskontrolle der Antikörpertiter bestimmt. Das Labor führt die quantitative Bestimmung mittels Latex-Agglutination durch. Abgerechnet wird die Ziffer 4425 unter Angabe des spezifischen Parameters "Aspergillus-Antikörper" auf der Liquidation.
Fallbeispiel 3: Abklärung bei immunsupprimierten Patienten
Ein Patient unter immunsuppressiver Therapie nach Organtransplantation zeigt unklares Fieber und pulmonale Symptome. Neben weiteren diagnostischen Schritten wird die quantitative Bestimmung von Aspergillus-Antikörpern eingeleitet. Die Abrechnung der GOÄ 4425 erfolgt hierbei regelkonform neben anderen laborchemischen Parametern, unter Beachtung der Ausschlussziffern.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4425: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4425 ist das Fehlen der konkreten Parameterangabe auf der Rechnung. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass die untersuchten Parameter anzugeben sind. Fehlt dieser Zusatz, kann die private Krankenversicherung oder die Beihilfestelle die Erstattung verweigern.
Zudem muss der strikte Ausschluss bezüglich der GOÄ-Ziffer 437 beachtet werden. Eine gleichzeitige Abrechnung dieser beiden Ziffern für dieselbe Probencharge ist unzulässig und führt bei Prüfungen regelmäßig zu Kürzungen. Private Krankenversicherungen prüfen diese Kombinationen automatisiert.
Achtung: Die Ziffer 4425 darf nicht für rein qualitative Schnelltests herangezogen werden. Handelt es sich nicht um ein quantitatives Verfahren, ist eine Abrechnung über diese Ziffer nicht statthaft.
Neue Ziffern-Artikel & Abrechnungstipps, kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Dokumentation der GOÄ 4425: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder rechtssicheren Abrechnung. In der Patientenakte müssen sowohl die klinische Indikation als auch das angewandte Testverfahren präzise festgehalten werden. Auch das exakte quantitative Testergebnis (z. B. Titerstufe oder Konzentrationsangabe) gehört zwingend in die Dokumentation.
Für die Abrechnung ist zudem die Archivierung der Qualitätskontrollen des Labors ratsam. Dies belegt im Zweifelsfall die ordnungsgemäße Durchführung der Agglutinations- oder Fällungsreaktion.
Dokumentationsbeispiel: Verdacht auf pulmonale Aspergillose bei COPD. Blutentnahme zur quantitativen Bestimmung von Aspergillus-Antikörpern mittels Latex-Agglutination. Ergebnis: Titer 1:160. Parameter auf Rechnung ausgewiesen.
GOÄ 4425: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da es sich um eine Leistung des Abschnitts M (Laboratoriumsuntersuchungen) handelt, ist der Gebührenrahmen eingeschränkt. Der Regelhöchstsatz liegt bei 1,15, während der maximale Höchstsatz bei 1,30 liegt. Eine Steigerung über den Schwellenwert von 1,15 hinaus erfordert eine besondere, patientenbezogene Begründung.
Gründe für eine Überschreitung des Regelsatzes können beispielsweise ein ungewöhnlich hoher Aufwand bei der Probenaufbereitung oder schwierige visuelle Auswertungen bei der Fällungsreaktion sein. Diese Begründungen müssen einzelfallbezogen und nachvollziehbar auf der Rechnung formuliert werden.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 4425 wird häufig mit anderen labordiagnostischen Ziffern kombiniert, um ein vollständiges Bild zu erhalten. Sinnvoll ist oft die Kombination mit der Bestimmung des Gesamt-IgE oder spezifischer IgE-Antikörper gegen Aspergillus (z. B. nach GOÄ-Ziffer 3891). Wichtig bleibt hierbei, dass keine Doppelabrechnungen methodisch identischer Verfahren aus derselben Probe erfolgen.
Tipp: Bei der Kombination von immunologischen Laborziffern empfiehlt sich stets eine genaue Prüfung der jeweiligen Präambeln des Abschnitts M, um unzulässige Überschneidungen zu vermeiden.
Ziffer 4425 in der neuen GOÄ
Die quantitative Aspergillus-Antikörperbestimmung mittels Agglutination wird zur neuen Nummer 11481 — „Aspergillus, IHA Antikörpernachweis; Indirekte Hämagglutination; Auswertung: visuell-quantitativ (Titer)". Festpreis: 25,22 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 16,09 €). Andere Agglutinationsverfahren für Aspergillus (z. B. Latex-Agglutination) sind in der neuen Ziffer nicht explizit benannt.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4425
Was hat nicht gestimmt?