Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4522
Qualitative Untersuchung des Nativmaterials zum Nachweis von Bakterienantigenen mittels Ligandenassay (z.B. Enzym- und Radioimmunassay) - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve-, je Untersuchung -Legionellen. Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Die Leistungsbeschreibung der GOÄ-Ziffer 4522 definiert ein spezifisches labordiagnostisches Verfahren zum Nachweis von Legionellen. Diese Untersuchung erfolgt aus Nativmaterial, wobei in der klinischen Praxis meist Urinproben für den Antigen-Nachweis herangezogen werden. Die Ziffer deckt alle vorbereitenden und begleitenden Schritte ab, einschließlich einer eventuellen Doppelbestimmung zur Absicherung des Ergebnisses.
Zudem ist die Erstellung einer aktuellen Bezugskurve bereits mit der Gebühr abgegolten. Ein wichtiger formaler Aspekt ist die Verpflichtung, die konkret untersuchten Parameter auf der Liquidation anzugeben. Ohne diese Angabe ist die Rechnung nicht formal korrekt und kann von Kostenträgern beanstandet werden.
GOÄ 4522 in der Praxis: Indikationen und klinischer Einsatz
Der klinische Einsatz der GOÄ-Ziffer 4522 konzentriert sich primär auf den schnellen Nachweis einer Legionellen-Pneumonie. Da diese Form der Lungenentzündung einen potenziell schweren Verlauf nehmen kann, ist eine rasche und präzise Diagnostik essenziell. Der Nachweis von Legionella-pneumophila-Antigenen im Urin liefert innerhalb kurzer Zeit ein verlässliches Ergebnis.
Typische Indikationen für diese Untersuchung sind schwere, ambulant erworbene Pneumonien oder nosokomiale Lungeninfektionen. Auch bei Patienten mit Immunsuppression oder nach Reisen ist der Test ein Standardwerkzeug. Die Abgrenzung zu aufwendigeren molekularbiologischen Verfahren wie der PCR ist wichtig, da die GOÄ 4522 ein kostengünstiges und schnelles Screening-Verfahren darstellt.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4522
Fallbeispiel 1: Verdacht auf reiseassoziierte Legionellose
Ein Patient stellt sich mit akutem hohem Fieber, trockenem Husten und Verwirrtheit nach einem Hotelaufenthalt vor. Aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Legionellen-Pneumonie wird eine Urinprobe entnommen und ein Antigen-Schnelltest durchgeführt. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4522 zum Regelsatz, da keine außergewöhnlichen Erschwernisse vorlagen.
Fallbeispiel 2: Abklärung bei immunsupprimiertem Patienten
Eine Patientin unter immunsuppressiver Therapie zeigt respiratorische Symptome und Fieber. Zum schnellen Ausschluss einer Legionellen-Infektion veranlasst die Praxis die Bestimmung des Legionellen-Antigens im Urin. Die Abrechnung erfolgt korrekt über die GOÄ-Ziffer 4522 unter Angabe des Parameters "Legionella pneumophila Antigen".
Fallbeispiel 3: Nosokomiale Pneumonie im Pflegeheim
Bei einem Heimbewohner entwickelt sich eine schwere Lungenentzündung. Zur Differenzialdiagnostik wird umgehend ein Legionellen-Antigentest aus dem Urin durchgeführt. Die Liquidation weist die GOÄ 4522 neben den allgemeinen Untersuchungsleistungen aus, um die spezifische infektiologische Abklärung abzubilden.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4522: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Liquidation der GOÄ-Ziffer 4522 ist das Versäumnis, den spezifischen Parameter auf der Rechnung anzugeben. Die Leistungsbeschreibung fordert explizit die Nennung des untersuchten Parameters, beispielsweise "Legionella-pneumophila-Antigen". Fehlt dieser Zusatz, verweigern private Krankenversicherungen und Beihilfestellen regelmäßig die Erstattung.
Achtung: Die GOÄ-Ziffer 4522 gehört zum Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) und unterliegt besonderen Höchstsätzen. Der Regelhöchstsatz für Laborleistungen im eigenen Labor oder in der Laborgemeinschaft beträgt 1,15-fach, der maximale Steigerungssatz 1,3-fach. Eine Steigerung auf den 2,3-fachen Satz ist bei Laborleistungen ausgeschlossen.
Zudem beanstanden Prüfer die mehrfache Abrechnung der Ziffer am selben Tag für dasselbe Untersuchungsmaterial. Eine Doppelbestimmung zur internen Qualitätssicherung ist bereits in der Gebühr enthalten und rechtfertigt keine erneute Berechnung der Ziffer.
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Dokumentation der GOÄ 4522: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament für eine rechtssichere Abrechnung und schützt vor Regressansprüchen. In der Patientenakte müssen die medizinische Indikation, der Entnahmezeitpunkt des Nativmaterials sowie die genaue Art des Materials (z. B. Spontanurin) dokumentiert werden. Auch das verwendete Testkit und das qualitative Ergebnis (positiv/negativ) gehören zwingend in die Akte.
Dokumentation: Verdacht auf atypische Pneumonie bei Zustand nach Auslandsreise. Urinentnahme um 09:30 Uhr. Durchführung Legionellen-Antigentest (Ligandenassay, Chargen-Nr. 12345). Ergebnis: Negativ. Befund validiert durch Dr. med. Muster.
Die Aufbewahrung der Qualitätskontrollprotokolle und der Bezugskurven des Testgeräts sollte systematisch erfolgen. Dies dient als Nachweis für die ordnungsgemäße Durchführung der Analytik gemäß den Richtlinien der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (Rili-BÄK).
GOÄ 4522: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Eine Erhöhung des Gebührensatzes über den Regelhöchstsatz von 1,15-fach bis zum Maximalsatz von 1,3-fach ist bei Laborleistungen nur in seltenen, gut begründeten Einzelfällen möglich. Relevante Begründungen können ein ungewöhnlich hoher Aufwand bei der Probenaufbereitung oder das Vorliegen von störenden Begleitsubstanzen im Urin sein, die eine wiederholte Durchführung des Assays erforderlich machten. Die Begründung muss einzelfallbezogen und für den Laien verständlich auf der Rechnung formuliert werden.
Tipp: Verwenden Sie bei einer Steigerung auf den 1,3-fachen Satz konkrete medizinische Begründungen wie "Erhöhter Zeitaufwand bei der Probenvorbereitung aufgrund stark getrübten Urins und notwendiger Zentrifugation zur Vermeidung von Messinterferenzen".
Typische Ziffernkombinationen
Im Rahmen der pneumologischen oder allgemeinmedizinischen Diagnostik wird die GOÄ 4522 häufig mit anderen diagnostischen Leistungen kombiniert. Zulässig ist die Nebeneinanderberechnung mit der symptombezogenen Untersuchung nach GOÄ-Ziffer 5 oder der Beratung nach GOÄ-Ziffer 1. Auch die Blutentnahme (GOÄ-Ziffer 250) und begleitende Entzündungsparameter aus dem Labor (z. B. CRP nach GOÄ-Ziffer 3524) können am selben Behandlungstag liquidiert werden, sofern die jeweiligen Leistungsvoraussetzungen erfüllt sind.
Ziffer 4522 in der neuen GOÄ
Der qualitative Legionellen-Antigennachweis aus Nativmaterial mittels Ligandenassay wird zur neuen Nummer 12383 — „Legionella, Antigen-IA Antigennachweis (z. B. Serogruppe 1); Nativmaterial (z. B. Urin); Signal-(Tracer-)verstärkter Immunoassay". Festpreis: 16,46 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 16,76 €). Das Nativmaterial ist anzugeben. Zu beachten: 12383 ist neben 11044 (Legionella-Schnelltest aus Urin, LFA) nicht berechnungsfähig, wenn aus demselben Probenmaterial untersucht wird.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4522
Was hat nicht gestimmt?