Die Abrechnung der konventionellen Tomographie nach GOÄ 5290 wirft oft Fragen auf. Erfahren Sie, wie Sie Fallstricke vermeiden und korrekt liquidieren.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 5290
Schichtaufnahme(n) (Tomographie), bis zu fünf Strahlenrichtungen oder Projektionen, je Strahlenrichtung oder Projektion
Die Gebührenziffer 5290 beschreibt eine Spezialuntersuchung aus dem Bereich der radiologischen Diagnostik. Im Zentrum steht die konventionelle Röntgentomographie, auch als Verwischungstomographie bekannt. Diese Methode dient der isolierten Abbildung bestimmter Gewebeschichten.
Durch eine gezielte Bewegung von Röntgenröhre und Film werden störende Überlagerungen systematisch verwischt. Übrig bleibt eine scharfe Abbildung der gewünschten Ebene in einer Dicke von meist drei bis zwanzig Millimetern. Diese Spezialuntersuchung grenzt sich historisch und technisch klar von modernen Schnittbildverfahren ab.
GOÄ 5290 in der Praxis: Indikationen und Stellenwert
In der modernen Medizin hat die klassische Schichtaufnahme stark an Bedeutung verloren. Verfahren wie die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) bieten meist eine deutlich höhere Detailauflösung. Dennoch verbleiben spezifische Nischen für die Anwendung der Ziffer 5290.
Typische Indikationen finden sich in der Beurteilung komplexer knöcherner Strukturen, wenn modernere Verfahren nicht verfügbar oder kontraindiziert sind. Die Untersuchung dient der Lokalisierung pathologischer Prozesse in sonst verdeckten Körperpartien. Die Wahl der Projektionsrichtung bestimmt hierbei maßgeblich den diagnostischen Nutzen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 5290
Fallbeispiel 1: Schichtuntersuchung des Kiefergelenks
Ein Patient stellt sich mit unklaren Schmerzen im Bereich des Kiefergelenks vor. Zur genaueren Beurteilung der knöchernen Gelenkanteile wird eine konventionelle Tomographie in zwei Projektionen durchgeführt. Die Abrechnung erfolgt über die zweimalige Ansetzung der GOÄ-Ziffer 5290, da zwei unterschiedliche Ebenen dargestellt wurden.
Fallbeispiel 2: Abklärung knöcherner Strukturen am Felsenbein
Bei Verdacht auf eine feine Fraktur im Bereich des Felsenbeins wird eine Schichtaufnahme veranlasst. Aufgrund einer Kontraindikation für andere Verfahren fällt die Wahl auf die Verwischungstomographie. Die Dokumentation weist die medizinische Notwendigkeit und die gewählte Strahlenrichtung präzise aus.
Fallbeispiel 3: Spezialdiagnostik bei liegendem Osteosynthesematerial
Zur Beurteilung der knöchernen Durchbauung nahe einer Metallplatte wird eine Schichtaufnahme durchgeführt. Die Metallartefakte wären in einer Standard-CT zu stark ausgeprägt. Die konventionelle Schichtaufnahme liefert hier eine artefaktarme Darstellung der Grenzlamelle.
Häufige Fehler bei der GOÄ 5290: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler liegt in der fehlerhaften Auslegung des Begriffs der Strahlenrichtung. Die Formulierung meint die untersuchte Ebene und nicht die Anzahl der physisch angefertigten Einzelbilder. Werden in einer einzigen Projektion mehrere Aufnahmen gemacht, ist die Ziffer dennoch nur einmal berechnungsfähig.
Achtung: Die digitale Volumentomographie (DVT) darf niemals über die GOÄ 5290 abgerechnet werden. Für die DVT existiert eine klare Analogempfehlung der Bundesärztekammer nach den Ziffern 5370 und 5377.
Zudem führt die Nebeneinanderberechnung mit der Panoramaschichtaufnahme nach Ziffer 5004 häufig zu Beanstandungen. Diese Kombination ist für dieselbe anatomische Region ausgeschlossen. Private Krankenversicherungen prüfen diese Ausschlusskriterien regelmäßig sehr genau.
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Dokumentation der GOÄ 5290: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation schützt vor Honorarkürzungen durch die Kostenträger. In der Patientenakte müssen die medizinische Indikation und die konkreten Einstellungsdaten exakt festgehalten werden. Auch die Anzahl der untersuchten Projektionsebenen muss zweifelsfrei hervorgehen.
Dokumentation: Konventionelle Tomographie des rechten Kiefergelenks in 2 Ebenen (sagittal und koronal) zur Beurteilung der Gelenkflächen bei Verdacht auf Arthrose. Keine Voraufnahmen verfügbar.
Der schriftliche Befundbericht muss für jede abgerechnete Strahlenrichtung eine spezifische Beurteilung enthalten. Fehlt diese Differenzierung, wird die Abrechnung mehrerer Einheiten häufig gestrichen. Eine sorgfältige Befunddokumentation sichert somit den Honoraranspruch.
GOÄ 5290: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Der Schwellenwert der Ziffer 5290 liegt beim 1,8-fachen Satz. Ein Überschreiten dieses Satzes bis zum 2,5-fachen Höchstsatz erfordert eine patientenbezogene Begründung. Typische Gründe sind eine erschwerte Lagerung bei ausgeprägter Adipositas oder starke Schmerzen, die die Einstelltechnik erheblich erschweren.
Typische Ziffernkombinationen
Häufig wird die Schichtaufnahme im Anschluss an eine Standard-Röntgenuntersuchung durchgeführt. Die Kombination mit den entsprechenden Ziffern für Skelettaufnahmen ist zulässig, sofern die Schichtaufnahme als weiterführende Diagnostik indiziert war. Eine zeitgleiche Abrechnung von Schnittbildverfahren wie CT oder MRT am selben Organ ist hingegen nicht plausibel.
Tipp: Dokumentieren Sie bei einer Überschreitung des Regelsatzes immer den konkreten zeitlichen Mehraufwand und die anatomischen Besonderheiten direkt in der Rechnung.
Ziffer 5290 in der neuen GOÄ
Die konventionelle Röntgentomographie wird zur neuen Nummer 13271 — „Röntgentomographien bis zu fünf Strahlenrichtungen oder Projektionen, je Strahlenrichtung oder Projektion" — zum festen Satz von 38,22 € je Strahlenrichtung oder Projektion (heute beim 2,3-fachen Satz: 68,20 €; Preisrückgang). Die Obergrenze von fünf Strahlenrichtungen und die je-Einheit-Abrechnung bleiben erhalten. Es handelt sich ausschließlich um konventionelle Röntgentomographie (Verwischungstomographie), nicht um Computertomographie.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 5290
Was hat nicht gestimmt?