Die Abrechnung der Mamma-MRT nach GOÄ 5721 wirft oft Fragen auf. Unser Leitfaden zeigt Ihnen Fallbeispiele, Ausschlüsse und Tipps zur Steigerung.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 5721
Magnetresonanztomographie der Mamma(e) - Punktzahl: 4000
Die Ziffer 5721 beschreibt die Magnetresonanztomographie der Mamma(e), also die MRT-Untersuchung der weiblichen oder männlichen Brust. Diese Leistung umfasst die gesamte Durchführung der Untersuchung inklusive der Auswertung und Dokumentation. Die Abrechnung erfolgt unabhängig davon, ob eine einseitige oder eine beidseitige Untersuchung durchgeführt wurde.
Die Leistung ist je Sitzung nur einmal berechnungsfähig. Eine mehrfache Berechnung für die linke und rechte Brust in derselben Sitzung ist durch den Wortlaut der Ziffer ausgeschlossen.
GOÄ 5721 in der Praxis: Indikationen und klinischer Einsatz
Die MRT der Mamma stellt ein hochsensibles bildgebendes Verfahren dar. Sie wird primär eingesetzt, wenn sonstige bildgebende Verfahren wie Mammographie oder Sonographie keine eindeutigen Ergebnisse liefern. Typische Indikationen umfassen das präoperative Staging bei nachgewiesenem Mammakarzinom zur Bestimmung der Tumorausdehnung und zum Ausschluss weiterer Krankheitsherde.
Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist das Screening von Patientinnen mit einem familiär erhöhten Brustkrebsrisiko, beispielsweise bei nachgewiesener BRCA-Mutation. Auch bei der Beurteilung von Brustimplantaten auf eventuelle Rupturen liefert die MRT entscheidende diagnostische Informationen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 5721
Fallbeispiel 1: Abklärung bei unklarem Tastbefund
Eine Patientin stellt sich mit einem unklaren Tastbefund in der linken Brust vor, der sonographisch nicht eindeutig zugeordnet werden kann. Zur weiteren Abklärung wird eine MRT der Mammae veranlasst. Die Untersuchung erfolgt mit Kontrastmittelunterstützung.
Die Abrechnung umfasst die GOÄ-Ziffer 5721 für die MRT-Untersuchung. Zusätzlich wird die Kontrastmitteleinbringung nach Nr. 346 berechnet. Das verwendete Kontrastmittel wird als Sachkosten gesondert in Rechnung gestellt.
Fallbeispiel 2: Präoperatives Staging bei Mammakarzinom
Bei einer Patientin wurde histologisch ein Mammakarzinom der rechten Brust gesichert. Vor der chirurgischen Intervention soll das genaue Ausmaß des Tumors bestimmt und ein multizentrisches Wachstum ausgeschlossen werden.
Neben der GOÄ-Ziffer 5721 für die MRT-Leistung kommen hier computergestützte Rekonstruktionsverfahren zum Einsatz. Die dreidimensionale Rekonstruktion nach Nr. 5732 wird zusätzlich angesetzt, um die Operationsplanung optimal zu unterstützen.
Fallbeispiel 3: Verdacht auf Implantatruptur
Eine Patientin mit kosmetischen Brustimplantaten klagt über lokale Schmerzen und eine Formveränderung der rechten Brust. Der Verdacht auf eine intrakapsuläre Ruptur soll mittels MRT abgeklärt werden.
Die Untersuchung erfolgt ohne Kontrastmittel mit speziellen silikonselektiven Sequenzen. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 5721 zum Regelhöchstsatz von 1,8, da keine erschwerenden Faktoren vorlagen.
Häufige Fehler bei der GOÄ 5721: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler in der Abrechnungspraxis ist der Versuch, die GOÄ 5721 bei einer beidseitigen Untersuchung zweifach anzusetzen. Da der Leistungstext explizit die Formulierung „Mamma(e)“ enthält, ist die beidseitige Darstellung bereits mit der einmaligen Berechnung abgegolten.
Achtung: Die Nebeneinanderberechnung der GOÄ 5721 und der Höchstwertziffer 5735 ist ausgeschlossen. Wenn mehrere MRT-Untersuchungen in einer Sitzung stattfinden, greift die Höchstwertregelung, was eine genaue Dokumentation und Begründung erfordert.
Zudem beanstanden private Krankenversicherungen häufig die zusätzliche Berechnung von Sequenzen, die bereits zum Standardleistungsumfang gehören. Nur besondere Zusatzrekonstruktionen nach den Nummern 5731 bis 5733 dürfen separat aufgeführt werden.
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Dokumentation der GOÄ 5721: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist essenziell, um Honorarkürzungen durch Kostenträger zu vermeiden. Der Befundbericht muss die medizinische Notwendigkeit der Untersuchung, die verwendeten Sequenzen sowie die detaillierte Beurteilung beider Brüste enthalten.
Tipp: Vermerken Sie bei Untersuchungen mit Kontrastmittel stets die genaue Dosierung, den Applikationsweg und die zeitliche Abfolge der dynamischen Messungen im Protokoll.
Auch die Begründung für eventuelle Abweichungen vom Regelsatz muss direkt aus der Dokumentation hervorgehen. Dies erleichtert die Argumentation bei späteren Rückfragen erheblich.
Dokumentation: Indikation: Ausschluss einer Implantatruptur beidseitig. Durchführung einer MRT der Mammae ohne KM-Gabe. Sequenzen: T2-TIRM, T2-TSE axial, silikonselektive Sequenzen. Befund: Intakte Implantate beidseitig, kein Nachweis freier Silikonanteile.
GOÄ 5721: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die Erhöhung des Schwellenwertes über den 1,8-fachen Satz hinaus bis zum 2,5-fachen Höchstsatz erfordert eine patientenbezogene Begründung. Ein erhöhter Zeitaufwand kann beispielsweise durch ausgeprägte Klaustrophobie der Patientin begründet werden, die eine intensive Betreuung erfordert.
Auch technische Schwierigkeiten, wie starke Artefakte durch metallische Implantatteile oder die Notwendigkeit zusätzlicher, nicht standardisierter Sequenzen zur Differenzierung unklarer Befunde, rechtfertigen eine Faktorerhöhung.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 5721 wird in der radiologischen Praxis selten isoliert angewendet. Häufig erfolgt die Kombination mit der Kontrastmitteleinbringung nach Nr. 346 sowie den Sachkosten für das verwendete Kontrastmittel.
Zusätzlich können ergänzende Leistungen wie die computergestützte Subtraktion nach Nr. 5733 oder die Zusatzserie nach Nr. 5731 berechnet werden, sofern diese medizinisch indiziert und dokumentiert sind.
Ziffer 5721 in der neuen GOÄ
Die Mamma-MRT erhält mit Nummer 13380 einen direkten Nachfolger: „Magnetresonanztomographie einer oder beider Mammae, ggf. einschließlich Darstellung der thorakalen Lymphabflussgebiete" zum Festpreis von 492,46 €. Der bisherige 2,3-fache Satz lag bei 419,67 €, der Festpreis liegt damit darüber.
Die neue Legende umfasst optional die Darstellung thorakaler und axillärer Lymphabflussgebiete — dies war in der alten GOÄ nicht gesondert hervorgehoben. Kontrastmittelsequenzen sind in der neuen Ziffer eingeschlossen; ein separater KM-Zuschlag ist nicht vorgesehen.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 5721
Was hat nicht gestimmt?