GOÄ 752: Schweißtest bei Mukoviszidose korrekt abrechnen

5 Min. Lesezeit
GOÄ 752
Bestimmung des Elektrolytgehalts im Schweiß durch Widerstandsmessung – einschließlich Stimulation der Schweißsekretion –
Punktzahl 150  
Einfachsatz 8,74 € 1,0x
Regelhöchstsatz 20,10 € 2,3x
Höchstsatz 30,59 € 3,5x
Ausschlüsse
552

Die Bestimmung des Elektrolytgehalts im Schweiß nach GOÄ-Ziffer 752 ist essenziell für die Mukoviszidose-Diagnostik. Erfahren Sie alles zur korrekten Abrechnung.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 752

Bestimmung des Elektrolytgehalts im Schweiß durch Widerstandsmessung – einschließlich Stimulation der Schweißsekretion –

Die GOÄ-Ziffer 752 beschreibt eine spezialisierte pädiatrische und internistische Untersuchung zur Bestimmung der Elektrolytkonzentration im Schweiß. Diese Methode nutzt die elektrische Leitfähigkeit beziehungsweise den elektrischen Widerstand zur indirekten Bestimmung des Salzgehalts. Die für die Messung notwendige Anregung der Schweißdrüsen ist bereits vollständig in der Leistung enthalten.

Die Ziffer ist im Abschnitt F der Gebührenordnung für Ärzte verortet. Sie deckt den gesamten apparativen und zeitlichen Aufwand der Iontophorese sowie der anschließenden messtechnischen Erfassung ab. Weitere vorbereitende Maßnahmen dürfen für diesen Prozess nicht separat in Rechnung gestellt werden.

GOÄ 752 in der Praxis: Diagnostik der zystischen Fibrose

Die Schweißtestung mittels Widerstandsmessung stellt ein zentrales Werkzeug in der Diagnostik der zystischen Fibrose (Mukoviszidose) dar. Ein erhöhter Salzgehalt im Schweiß gilt als pathognomonisch für diese autosomal-rezessive Stoffwechselerkrankung. Häufig erfolgt die Untersuchung nach einem auffälligen Neugeborenen-Screening oder bei klinischen Warnzeichen.

Zu den typischen klinischen Symptomen gehören chronisch rezidivierende pulmonale Infekte, exokrine Pankreasinsuffizienz oder Gedeihstörungen im Kindesalter. Auch bei Erwachsenen mit unklaren Bronchiektasen oder chronischer Sinusitis kann die Durchführung der Schweißanalytik indiziert sein. Die Methode der Leitfähigkeitsmessung bietet hierbei ein schnelles und zuverlässiges Screening-Verfahren.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 752

Fallbeispiel 1: Abklärung nach Neugeborenen-Screening

Ein vier Wochen alter Säugling wird mit einem auffälligen Befund im erweiterten Neugeborenen-Screening (erhöhtes immunreaktives Trypsinogen) vorgestellt. Zur weiteren Abklärung erfolgt die Durchführung eines Schweißtests mittels Pilocarpin-Iontophorese und anschließender Widerstandsmessung. Die Stimulation verläuft komplikationslos, und die Messung zeigt normale Werte. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 752 zum Regelsatz neben der Ziffer 26 für die eingehende Untersuchung des Säuglings.

Fallbeispiel 2: Verdacht bei chronischer Bronchitis

Ein dreijähriges Kind leidet unter rezidivierenden, therapieresistenten bronchitischen Infekten und zeigt ein unzureichendes Längenwachstum. Zum Ausschluss einer Mukoviszidose wird die Schweißsekretion stimuliert und der Elektrolytgehalt bestimmt. Aufgrund starker Unruhe des Kindes verzögert sich die Messung erheblich. Die Abrechnung der GOÄ 752 erfolgt mit einem erhöhten Steigerungsfaktor von 3,0 unter Angabe der Begründung.

Fallbeispiel 3: Diagnostik bei atypischem Verlauf im Erwachsenenalter

Ein 25-jähriger Patient stellt sich mit chronischer Rhinosinusitis und rezidivierenden pulmonalen Infekten in einer pneumologischen Praxis vor. Zur differentialdiagnostischen Abklärung einer milden Verlaufsform der zystischen Fibrose wird die Widerstandsmessung im Schweiß durchgeführt. Neben der GOÄ 752 wird die symptombezogene Untersuchung nach GOÄ-Ziffer 5 sowie eine ausführliche Beratung abgerechnet.

Häufige Fehler bei der GOÄ 752: Was Prüfer beanstanden

Der häufigste Fehler bei der Abrechnung der GOÄ-Ziffer 752 ist die zusätzliche Ansetzung der GOÄ-Ziffer 552 für die Stimulation der Schweißsekretion. Da die Stimulation explizit im Leistungstext der Ziffer 752 enthalten ist, führt diese Doppelabrechnung regelmäßig zu Kürzungen durch private Krankenversicherungen. Die Ziffer 552 ist in diesem Kontext streng abrechnungsunfähig.

Achtung: Die Nebeneinanderberechnung von GOÄ 752 und GOÄ 552 in derselben Sitzung ist formal ausgeschlossen und wird bei Rechnungsprüfungen konsequent gestrichen.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Abgrenzung zu rein laborchemischen Bestimmungen des Chlorid-Ions im Schweiß. Wird ausschließlich die physikalische Leitfähigkeitsmessung durchgeführt, ist zwingend die Ziffer 752 zu wählen. Eine analoge Anwendung von Laborkatalognummern für die physikalische Messung ist nicht zulässig.

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Dokumentation der GOÄ 752: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen und Nachfragen der Kostenträger. In der Patientenakte müssen die medizinische Indikation, der genaue Ablauf der Iontophorese sowie die gemessenen Werte exakt festgehalten werden. Auch die Dauer der Stimulation und eventuelle Besonderheiten während der Durchführung gehören in den Bericht.

Besonders bei der Anwendung von Steigerungsfaktoren ist eine detaillierte Beschreibung der erschwerenden Umstände unerlässlich. Die Dokumentation sollte direkt im Anschluss an die Untersuchung erfolgen, um alle Details präzise zu erfassen.

Dokumentation: Indikation: V. a. zystische Fibrose bei rezidivierenden Infekten. Pilocarpin-Iontophorese über 5 Minuten an der Innenseite des Unterarms durchgeführt. Schweißgewinnung erfolgreich. Widerstandsmessung ergibt eine Leitfähigkeit von 32 mmol/l NaCl-Äquivalent (Normbereich). Keine Hautirritationen.

GOÄ 752: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Die Erhöhung des Gebührensatzes über den 2,3-fachen Regelsatz hinaus bis zum 3,5-fachen Höchstsatz erfordert eine einzelfallbezogene Begründung. Typische Gründe im Rahmen der GOÄ 752 sind eine extrem empfindliche Haut des Patients, die eine besonders vorsichtige Iontophorese verlangt. Auch eine mangelnde Kooperation bei Säuglingen oder Kleinkindern, die zu einer erheblichen zeitlichen Verzögerung führt, rechtfertigt einen höheren Faktor.

Typische Ziffernkombinationen

Die Bestimmung des Elektrolytgehalts wird selten als isolierte Leistung erbracht. Sinnvolle und zulässige Kombinationen umfassen die klinische Untersuchung des Patienten nach den Ziffern 5, 6 oder 26. Auch die Blutentnahme nach Ziffer 250 zur ergänzenden Labordiagnostik kann am selben Tag berechnet werden. Beratungsleistungen nach den Ziffern 1 oder 3 sind ebenfalls häufig Bestandteil des Behandlungsfalles.

Tipp: Achten Sie bei der Kombination mit Beratungsleistungen darauf, dass die Beratungsinhalte über die reine Erläuterung des Schweißtestergebnisses hinausgehen, um Konflikte mit der Ziffer 1 zu vermeiden.

Ziffer 752 in der neuen GOÄ

Der Entwurf differenziert bei der Bestimmung des Elektrolytgehalts im Schweiß durch Widerstandsmessung – einschließlich Stimulation der Schweißsekretion – nach der genauen Leistungserbringung — zwei Konstellationen:

  • Bei Bestimmung der Chloridionenkonzentration im Schweiß: 3540 „Zuschlag zu der Leistung nach Nummer 3539 für Bestimmung der Chloridionenkonzentration" (35,21 €, je Schweißtest)
  • Sonst: 3539 „Schweißtest (Pilocarpin-Iontophorese), einschließlich Aufbringen von Pilocarpin, ggf. einschließlich Bestimmung der Leitfähigkeit" (58,80 €)

Die Spanne der Festpreise reicht von 35,21 € bis 58,80 €; heute liegt der 2,3-fache Satz bei 20,10 €.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 752

Der Einfachsatz der GOÄ-Ziffer 752 beträgt 8,74 Euro bei einer Bewertung von 150 Punkten. Bei der Abrechnung mit dem Regelhöchstsatz (2,3-fach) belaufen sich die Kosten auf 20,10 Euro, während der Höchstsatz (3,5-fach) bei 30,59 Euro liegt.
Nein, die Stimulation der Schweißsekretion ist bereits integraler Bestandteil der GOÄ-Ziffer 752. Eine zusätzliche Abrechnung der Ziffer 552 für die Stimulation ist daher explizit ausgeschlossen und wird von Kostenträgern gestrichen.
Die typische Indikation für die Schweißtestung nach GOÄ 752 ist der Verdacht auf zystische Fibrose (Mukoviszidose). Dies betrifft häufig Säuglinge mit auffälligem Neugeborenen-Screening oder Patienten mit chronischen Atemwegsinfekten und Gedeihstörungen.
Eine Steigerung über den 2,3-fachen Satz hinaus ist bei erschwerten Bedingungen möglich. Typische Begründungen sind eine mangelnde Kooperation bei Kleinkindern oder eine extrem verzögerte Schweißsekretion, die eine verlängerte Überwachung erfordert.
Ja, die Abrechnung neben einer Untersuchung nach GOÄ-Ziffer 5 oder Ziffer 26 bei Kindern ist grundsätzlich zulässig. Die erbrachten Leistungen müssen jedoch medizinisch begründet und separat dokumentiert sein.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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