Erfahren Sie, wie Sie die Penis-Teilamputation nach GOÄ-Ziffer A1747 rechtssicher abrechnen, typische Fehler vermeiden und Steigerungssätze begründen.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer A1747
Die Ziffer A1747 wird als Analogbewertung herangezogen, da die originale Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) die Teilamputation des Penis ohne weiterführende plastische Rekonstruktionen nicht eigenständig abbildet. Als Referenz dient hierbei die Ziffer 1747.
A1747 (analog): Penis-Teilamputation ohne weiterführende Eingriffe. Bewertet mit 554 Punkten.
Diese Leistung umfasst die chirurgische Teilentfernung des Penis, meist im Bereich der Glans oder des Penisschaftes. Inbegriffen sind die Schnittführung, die Blutstillung, die Mobilisation der Harnröhre sowie der primäre Wundverschluss. Weiterführende plastische Korrekturen oder Lymphknotenentfernungen sind nicht Teil dieser Ziffer.
GOÄ A1747 in der Praxis: Indikationen und klinische Anwendung
Die Indikation für eine Penis-Teilamputation ist in der urologischen Praxis meist onkologischer Natur. Vor allem das Peniskarzinom im Frühstadium erfordert oft eine organerhaltende, aber radikale Resektion im Gesunden. Auch schwere, irreversible Gewebenekrosen oder traumatische Zerstörungen können diesen Eingriff notwendig machen.
Der Operateur muss bei der Anwendung der Ziffer A1747 darauf achten, dass keine aufwendigen plastischen Rekonstruktionen der Genitalregion erfolgen. Sobald eine komplexe Harnröhrenplastik oder eine Schwenklappenplastik zur Deckung des Defekts durchgeführt wird, greifen andere, höher bewertete Gebührenziffern. Die Ziffer A1747 bildet somit den chirurgischen Basiseingriff der partiellen Penektomie ab.
Tipp: Sollte im Rahmen des Eingriffs eine histologische Schnellschnittdiagnostik zur Sicherung der tumorfreien Ränder erfolgen, ist diese separat über die entsprechenden Ziffern der Pathologie abzurechnen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ A1747
Fallbeispiel 1: Organerhaltende Resektion bei Peniskarzinom
Ein Patient stellt sich mit einem lokal begrenzten Plattenepithelkarzinom der Glans penis vor. Es erfolgt die chirurgische Teilamputation des Penis im gesunden Gewebe unter Schonung der proximalen Schaftanteile. Die Harnröhre wird neu eingepflanzt und die Wunde primär verschlossen. Die Abrechnung erfolgt mit der Ziffer A1747 zum Regelsatz (2,3-fach), da keine außergewöhnlichen Erschwernisse vorlagen.
Fallbeispiel 2: Traumatische Teilamputation mit erhöhtem Aufwand
Nach einem schweren Unfall liegt eine irreversible Quetschung und Teilnekrose des distalen Penisschaftes vor. Der Operateur führt eine partielle Penektomie durch, wobei aufgrund starker parenchymatöser Blutungen eine zeitaufwendige Blutstillung notwendig ist. Die Abrechnung erfolgt mit der Ziffer A1747 unter Anwendung eines erhöhten Steigerungssatzes von 3,5 mit entsprechender Begründung.
Fallbeispiel 3: Versorgung einer infizierten Gewebenekrose
Bei einem multimorbiden Patienten zeigt sich eine fortgeschrittene, infizierte Gewebenekrose des präputialen Bereichs und der Glans. Zur Infektsanierung erfolgt die operative partielle Penektomie ohne plastische Deckung. Neben der Ziffer A1747 werden die präoperativen Beratungen und die postoperative Wundversorgung gesondert liquidiert.
Häufige Fehler bei der GOÄ A1747: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler liegt in der Verwechslung mit der Ziffer 1747 (totale Penisamputation). Private Krankenversicherungen prüfen sehr genau, ob tatsächlich nur eine Teilamputation oder eine vollständige Penektomie durchgeführt wurde. Die analoge Anwendung der A1747 muss auf der Liquidation klar als "analog" gekennzeichnet sein.
Zudem beanstanden Prüfstellen oft die Nebeneinanderberechnung von einfachen Wundverschlüssen. Der primäre Wundverschluss ist integraler Bestandteil der operativen Leistung und darf nicht zusätzlich über Ziffern wie die 2001 oder 2003 abgerechnet werden. Nur komplexe, eigenständige Verschiebeplastiken rechtfertigen eine separate Ziffer, schließen dann aber meist die A1747 in ihrer einfachen Form aus.
Achtung: Die gleichzeitige Abrechnung einer totalen Penektomie (Ziffer 1747) und einer Teilamputation (A1747) am selben Operationstag ist medizinisch unlogisch und führt unweigerlich zur Zurückweisung der Rechnung.
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Dokumentation der GOÄ A1747: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose und präzise OP-Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen. Im Operationsbericht müssen die genaue Resektionsgrenze, das Ausmaß der Gewebeentfernung sowie die Darstellung und Versorgung der Harnröhre detailliert beschrieben werden. Auch die histologische Sicherung des Resektionsrandes sollte dokumentiert sein.
Besondere Erschwernisse, wie zum Beispiel ausgeprägte Vernarbungen nach Voroperationen oder anatomische Varianten, müssen explizit im Bericht auftauchen. Diese Angaben dienen als direkte Rechtfertigung für eine eventuelle Faktorerhöhung bei der Liquidation.
Dokumentation: "...Nach zirkulärer Inzision des Penisschaftes 2 cm proximal des Tumorrandes erfolgt die schrittweise Präparation und die partielle Amputation des distalen Schaftdrittels. Sorgfältige Blutstillung der Schwellkörper. Die Harnröhre wird mobilisiert, um 5 mm gekürzt und spannungsfrei mit der Haut vernäht..."
GOÄ A1747: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Ein Abweichen vom Regelhöchstsatz (2,3-fach) hin zum Höchstsatz (3,5-fach) erfordert eine patientenindividuelle Begründung. Typische Gründe für eine Schwellenwertüberschreitung sind extreme Adipositas des Patienten, ausgeprägte Blutungsneigung, schwierige anatomische Verhältnisse oder entzündlich verändertes Gewebe, welches die Präparation erheblich verzögert.
Typische Ziffernkombinationen
Neben der operativen Hauptleistung nach A1747 können begleitende Anästhesieleistungen sowie die postoperative Schmerztherapie angesetzt werden. Häufig wird die Ziffer mit urologischen Basisleistungen wie der Zystoskopie (Ziffer 1720) zur präoperativen Beurteilung der Harnröhre kombiniert. Nicht zulässig ist die Kombination mit Ziffern, die den Wundverschluss derselben anatomischen Region beschreiben.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer A1747
Was hat nicht gestimmt?