GOÄ 2063: Drahtentfernung abrechnen – Fehler vermeiden

5 Min. Lesezeit
GOÄ 2063
Entfernung einer Drahtstiftung nach Nummer
Punktzahl 126  
Einfachsatz 7,34 € 1,0x
Regelhöchstsatz 16,88 € 2,3x
Höchstsatz 25,69 € 3,5x

Wie wird die Entfernung einer Drahtstiftung nach GOÄ 2063 korrekt abgerechnet? Erfahren Sie alles zu Fallbeispielen, Ausschlüssen und Steigerungsfaktoren.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 2063

Entfernung einer Drahtstiftung nach Nummer 2062

Die GOÄ-Ziffer 2063 beschreibt die operative Entfernung einer Drahtstiftung, die zuvor im Rahmen einer Frakturversorgung oder Osteosynthese nach der Ziffer 2062 eingebracht wurde. Diese Leistung umfasst alle typischen Teilschritte wie die Desinfektion, das Freilegen des Drahtendes, das eigentliche Herausziehen des Drahtes sowie den anschließenden Wundverschluss und die Erstversorgung der Wunde.

Da es sich um eine eigenständige operative Leistung handelt, sind die typischen chirurgischen Basismaßnahmen mit der Gebühr abgegolten. Die Ziffer bezieht sich explizit auf die Entfernung von Drähten, die zur Fixation von Knochenfragmenten oder Gelenken verwendet wurden.

GOÄ 2063 in der Praxis: Korrekte Anwendung und Indikation

Die Entfernung von Kirschner-Drähten oder anderen Drahtstiftungen ist ein Routineeingriff in der Unfallchirurgie und Orthopädie. Typische Indikationen für die Anwendung der GOÄ 2063 sind verheilte Frakturen an den Extremitäten, insbesondere an Fingern, Zehen, dem Handgelenk oder dem Schlüsselbein, bei denen eine temporäre Spickdrahtosteosynthese durchgeführt wurde.

Der Eingriff erfolgt häufig nach Ablauf der Konsolidierungsphase des Knochens. Je nach Lage des Drahtes kann die Entfernung perkutan ohne Hautschnitt oder nach einem kleinen Hautschnitt unter Lokalanästhesie erfolgen. Die Wahl der Ziffer 2063 setzt voraus, dass es sich um eine Drahtstiftung nach Nummer 2062 handelt.

Tipp: Wenn mehrere Drähte über getrennte Zugänge entfernt werden, kann die Ziffer 2063 für jeden getrennten operativen Zugang einzeln abgerechnet werden. Dies muss jedoch in der Rechnung klar begründet und dokumentiert werden.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 2063

Fallbeispiel 1: Entfernung eines Spickdrahtes am Finger

Ein Patient stellt sich sechs Wochen nach einer operativ versorgten Fingergliedfraktur zur Materialentfernung vor. Der Kirschner-Draht wird nach lokaler Infiltrationsanästhesie perkutan entfernt. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 2063 zum Regelsatz (2,3-fach) sowie der entsprechenden Anästhesieziffer (z. B. GOÄ 490).

Fallbeispiel 2: Entfernung von zwei Drähten über getrennte Schnitte

Nach einer Claviculafraktur müssen zwei Drähte über zwei anatomisch getrennte Schnitte entfernt werden. Da es sich um zwei eigenständige operative Zugänge handelt, ist die zweimalige Abrechnung der GOÄ 2063 zulässig. In der Liquidation wird dies durch den Zusatz "zweimal, getrennte Zugänge" transparent dargestellt.

Fallbeispiel 3: Erschwerte Drahtentfernung bei tief liegendem Material

Ein tief im Gewebe liegender Draht am Vorfuß lässt sich nur schwer lokalisieren und erfordert eine aufwendige Präparation. Die Entfernung gelingt schließlich unter Durchleuchtungskontrolle. Abgerechnet wird die GOÄ 2063 mit einem erhöhten Steigerungssatz von 3,5-fach unter Angabe der zeitlichen Verzögerung und des erhöhten Schwierigkeitsgrades.

Häufige Fehler bei der GOÄ 2063: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler in der Abrechnungspraxis ist die Verwechslung der GOÄ 2063 mit der GOÄ-Ziffer 2007 (Entfernung eines tiefsitzenden Fremdkörpers) oder der GOÄ-Ziffer 2068 (Entfernung von Osteosynthesematerial). Die Ziffer 2063 ist eine Spezialziffer für Drahtstiftungen und verdrängt allgemeinere Ziffern, sofern es sich um einfachen Draht handelt.

Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen beanstanden häufig die mehrfache Abrechnung der Ziffer 2063, wenn die Drähte über denselben Hautschnitt entfernt wurden. Liegen die Drähte im selben Operationsgebiet und werden über einen gemeinsamen Zugang extrahiert, ist die Ziffer nur einmal berechenbar.

Achtung: Die Nebeneinanderberechnung der GOÄ 2063 mit aufwendigeren Metallentfernungen (wie der Entfernung von Platten oder Marknägeln nach GOÄ 2068) im selben anatomischen Bereich ist unzulässig und führt regelmäßig zu Kürzungen.

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Dokumentation der GOÄ 2063: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose und präzise Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen durch Kostenträger. Im OP-Bericht oder der Patientenakte müssen die anatomische Lokalisation, die Anzahl der entfernten Drähte sowie die Art des operativen Zugangs exakt festgehalten werden.

Besonders wichtig ist der Nachweis getrennter Zugänge, falls die Ziffer mehrfach angesetzt wird. Auch die Angabe von Besonderheiten, die eine Faktorerhöhung rechtfertigen, muss detailliert im Krankenblatt dokumentiert sein.

Dokumentation: Lokalanästhesie mit 2 ml Xylocitin am Digitus II links. Desinfektion und steriles Abdecken. Inzision über dem tastbaren Drahtende. Darstellung und komplikationslose Extraktion des Kirschner-Drahtes (Drahtstiftung nach GOÄ 2062). Wundspülung, Hautnaht mit Ethilon 4-0, steriler Verband.

GOÄ 2063: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Die Erhöhung des Schwellenwertes über den 2,3-fachen Satz hinaus bis zum 3,5-fachen Höchstsatz ist bei erschwerten Bedingungen möglich. Typische Begründungen sind ein tief im Knochen oder Weichteilgewebe versenkter Draht, ein abgebrochener Draht, der eine aufwendige Suche erfordert, oder ausgeprägte Narbenverhältnisse im Operationsgebiet.

Typische Ziffernkombinationen

Häufig wird die GOÄ 2063 in Kombination mit Anästhesieleistungen wie der Infiltrationsanästhesie (GOÄ 490) oder der Leitungsanästhesie (GOÄ 491) abgerechnet. Auch die postoperative Wundversorgung oder das Anlegen eines speziellen Verbandes (z. B. Schienenverband) kann je nach Einzelfall zusätzlich berechnungsfähig sein, sofern die allgemeinen Bestimmungen der GOÄ eingehalten werden.

Ziffer 2063 in der neuen GOÄ

Die Entfernung einer Drahtstiftung nach Nummer 2062 wird zur neuen Nummer 7598 — Festpreis 136,90 €. Das sind 711 % mehr als der heutige 2,3-fache Satz von 16,88 €. Mittelhand- und Mittelfußknochen gelten orthopädisch als kleine Knochen (i. S.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 2063

Die GOÄ-Ziffer 2063 wird für die operative Entfernung einer zuvor eingebrachten Drahtstiftung (z. B. eines Kirschner-Drahtes) berechnet. Voraussetzung ist, dass die Einbringung der Drahtstiftung nach der Ziffer 2062 erfolgt ist. Der Eingriff kann sowohl ambulant als auch stationär stattfinden.
Ja, die GOÄ 2063 darf mehrfach abgerechnet werden, wenn mehrere Drähte über anatomisch getrennte Zugänge entfernt werden. Werden mehrere Drähte über denselben Schnitt entfernt, ist die Ziffer nur einmal berechenbar. In der Rechnung sollte die Mehrfachabrechnung durch den Hinweis auf getrennte Zugänge begründet werden.
Die GOÄ 2063 ist nicht neben aufwendigeren Metallentfernungen wie der GOÄ 2068 für dasselbe Operationsgebiet berechenbar. Auch die Nebeneinanderberechnung mit der GOÄ 2007 für die Entfernung eines tief sitzenden Fremdkörpers im selben Areal ist in der Regel ausgeschlossen. Allgemeine Wundversorgungsziffern sind meist ebenfalls mit der Operationsgebühr abgegolten.
Eine Steigerung auf den 3,5-fachen Höchstsatz kann durch einen erhöhten zeitlichen oder technischen Aufwand begründet werden. Typische Gründe sind ein tief im Knochen eingewachsener oder abgebrochener Draht, der mühsam freigelegt werden muss. Auch starke Vernarbungen oder eine erschwerte Lokalisation unter Röntgenkontrolle rechtfertigen den erhöhten Faktor.
Ja, eine erforderliche Lokalanästhesie kann neben der GOÄ 2063 separat in Rechnung gestellt werden. Hierfür kommen je nach Verfahren die GOÄ-Ziffern 490 (Infiltrationsanästhesie) oder 491 (Leitungsanästhesie) infrage. Die Anästhesie muss eigenständig dokumentiert sein.
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