GOÄ 2324: Einrichtung des Schlüsselbeins korrekt abrechnen

4 Min. Lesezeit
GOÄ 2324
Einrichtung des gebrochenen Schlüsselbeins
Punktzahl 152  
Einfachsatz 8,86 € 1,0x
Regelhöchstsatz 20,38 € 2,3x
Höchstsatz 31,01 € 3,5x
Ausschlüsse

Die geschlossene Reposition einer Claviculafraktur nach GOÄ 2324 erfordert präzise Dokumentation. Erfahren Sie, wie Sie Fallstricke bei der Abrechnung vermeiden.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 2324

Einrichtung des gebrochenen Schlüsselbeins

Die Ziffer 2324 der Gebührenordnung für Ärzte beschreibt die geschlossene Reposition einer Claviculafraktur. Diese Leistung umfasst das manuelle Einrichten der verschobenen Knochenfragmente ohne operativen Eingriff. Ziel ist es, die anatomische Ausrichtung des Schlüsselbeins bestmöglich wiederherzustellen.

Die Maßnahme wird in der Regel unter lokaler oder regionaler Anästhesie durchgeführt. Sie stellt den zentralen Schritt der konservativen Frakturbehandlung dar. Vorbereitende und nachfolgende diagnostische Maßnahmen sind nicht in dieser Ziffer enthalten.

GOÄ 2324 in der Praxis: Konservative Reposition der Claviculafraktur

Die Indikation zur geschlossenen Einrichtung nach GOÄ 2324 ist bei dislozierten Frakturen des Schlüsselbeins gegeben, die für einen konservativen Therapieversuch geeignet sind. Häufig betrifft dies mittlere Schaftfrakturen ohne neurovaskuläre Begleitverletzungen. Der Behandler versucht hierbei, die Achsenfehlstellung durch gezielten Zug und Druck zu korrigieren.

Nach erfolgreicher Reposition erfolgt die Ruhigstellung der Schulter. Hierzu wird meist ein spezieller Rucksackverband oder ein Gilchrist-Verband angelegt. Diese mechanische Stabilisierung sorgt dafür, dass die Fragmente in der gewünschten Position verbleiben.

Tipp: Die anschließende Anlage eines stabilisierenden Verbandes ist separat berechenbar, beispielsweise nach GOÄ 200 oder GOÄ 207. Dies sichert eine vollständige Abbildung des Behandlungsaufwands.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 2324

Fallbeispiel 1: Konservative Reposition bei dislozierter Schaftfraktur

Ein Patient stellt sich mit einer dislozierten Claviculamittelschaftfraktur nach einem Sturz vor. Nach Durchführung einer Lokalanästhesie erfolgt die manuelle Einrichtung der Fragmente. Anschließend wird ein Rucksackverband angelegt.

Die Abrechnung umfasst die GOÄ 2324 für die Reposition. Zusätzlich werden die Infiltrationsanästhesie nach GOÄ 491 und der Verband nach GOÄ 207 liquidiert.

Fallbeispiel 2: Reposition einer Grünholzfraktur bei einem Jugendlichen

Ein 14-jähriger Patient zeigt eine unvollständige Grünholzfraktur des Schlüsselbeins mit Achsenknick. Der Arzt führt eine vorsichtige manuelle Begradigung der Clavicula durch.

Neben der GOÄ 2324 für die Einrichtung wird die beratende und diagnostische Leistung sowie die Verbandanlage abgerechnet. Die Reposition sichert hier das physiologische Wachstum des Knochens.

Fallbeispiel 3: Erschwerte Reposition bei ausgeprägter Adipositas

Bei einem stark adipösen Patienten ist die geschlossene Reposition der Clavicula aufgrund der Weichteilmanteldicke erheblich erschwert. Der Arzt benötigt deutlich mehr Zeit und Kraftaufwand für die anatomische Rekonstruktion.

In diesem Fall wird die GOÄ 2324 mit einem erhöhten Steigerungsfaktor von 3,5 abgerechnet. Die Begründung der Erschwernis wird detailliert in der Rechnung aufgeführt.

Häufige Fehler bei der GOÄ 2324: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler in der Abrechnungspraxis ist die unzulässige Nebeneinanderberechnung von konservativen und operativen Leistungen. Die GOÄ 2324 darf nicht neben der operativen Einrichtung nach GOÄ 2325 berechnet werden. Wenn ein konservativer Repositionsversuch scheitert und am selben Tag operiert wird, ist die Abrechnung genau zu prüfen.

Private Krankenversicherungen beanstanden zudem häufig das Fehlen einer ausführlichen Begründung bei Schwellenwertüberschreitungen. Wird der Regelhöchstsatz überschritten, müssen patientenspezifische Besonderheiten dokumentiert sein. Allgemeine Floskeln reichen hierfür nicht aus.

Achtung: Die gleichzeitige Abrechnung von GOÄ 2324 und GOÄ 2325 für dieselbe Fraktur ist ausgeschlossen. Führt der konservative Versuch direkt zur Operation, darf in der Regel nur die höherwertige operative Leistung liquidiert werden.

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Dokumentation der GOÄ 2324: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die genaue Diagnose, die Richtung der Dislokation sowie der neurovaskuläre Status vor und nach dem Eingriff festgehalten werden. Auch die angewandte Repositionstechnik sollte kurz beschrieben werden.

Zusätzlich ist die Durchführung einer Röntgenkontrolle nach der Einrichtung zu dokumentieren. Dies belegt den medizinischen Erfolg oder die Notwendigkeit weiterer Schritte.

Dokumentationsbeispiel: Diagnose: Dislozierte Claviculafraktur rechts (S42.0). DMS-Kontrolle vor Reposition intakt. Lokalanästhesie mit 10 ml Prilocain 1%. Manuelle geschlossene Reposition der Clavicula durch vorsichtigen Zug und Druck. DMS-Kontrolle nach Reposition: Seitengleich unauffällig. Anlage eines Rucksackverbandes. Röntgenkontrolle veranlasst.

GOÄ 2324: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Die Erhöhung des Gebührensatzes über den 2,3-fachen Satz hinaus erfordert eine medizinische Begründung. Relevante Kriterien sind ein überdurchschnittlicher Zeitaufwand oder besondere anatomische Schwierigkeiten. Typische Beispiele hierfür sind starke Trümmerzonen, extreme Adipositas oder mangelnde Kooperationsfähigkeit des Patienten.

Typische Ziffernkombinationen

Die GOÄ 2324 wird selten isoliert erbracht. Sinnvolle und erlaubte Kombinationen umfassen die bildgebende Diagnostik nach GOÄ 5100 oder GOÄ 5101 zur Lagekontrolle. Ebenso können Anästhesieleistungen und die anschließende Verbandtherapie regelkonform kombiniert werden.

Ziffer 2324 in der neuen GOÄ

Einrichtung des gebrochenen Schlüsselbeins wird in der neuen GOÄ zur Nummer 7503 — „Geschlossene Reposition einer einfachen Fraktur oder Epiphysenlösung eines Schlü" — mit festem Satz von 84,43 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 20,38 €). Die Zuordnung gilt für die geschlossene Reposition; eine Osteosynthese ist in der alten 2324 nicht enthalten.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 2324

Die Ziffer GOÄ 2324 beschreibt die geschlossene, konservative Einrichtung des gebrochenen Schlüsselbeins. Im Gegensatz dazu rechnet die GOÄ 2325 die operative, offene Einrichtung mittels Osteosynthese ab. Beide Ziffern schließen sich nebeneinander aus.
Ja, die Anlage eines stabilisierenden Verbandes ist eine eigenständige Leistung. Typischerweise wird hierfür die GOÄ 207 für einen Rucksackverband oder die GOÄ 200 für einen einfachen Verband herangezogen. Diese Leistungen sind neben der Reposition abrechenbar.
Ein erhöhter Steigerungsfaktor bis zum 3,5-fachen Satz ist bei besonderen Erschwernissen gerechtfertigt. Typische Gründe sind eine starke Dislokation der Fragmente, extreme Adipositas des Patienten oder eine erschwerte Reposition bei unruhigen Patienten. Die Begründung muss in der Rechnung dokumentiert werden.
Nein, die Anästhesie ist nicht Bestandteil der GOÄ 2324. Erforderliche Lokalanästhesien können separat nach den entsprechenden Ziffern, wie beispielsweise GOÄ 490 oder GOÄ 491, in Rechnung gestellt werden.
Ja, eine versuchte, aber medizinisch indizierte und fachgerecht durchgeführte geschlossene Reposition ist auch bei Misserfolg berechenbar. Sollte jedoch am selben Tag eine operative Versorgung notwendig werden, greifen strenge Ausschlussregeln bezüglich der Doppelabrechnung.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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