Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3812.H2
Untersuchung auf Antikörper mittels qualitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (bis zu zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Herzmuskulatur (HMA)
Die GOÄ-Ziffer 3812.H2 beschreibt eine spezialisierte labormedizinische Leistung zum qualitativen Nachweis von Autoantikörpern gegen die Herzmuskulatur (HMA). Diese Untersuchung erfolgt in der Regel mittels der indirekten Immunfluoreszenz (IIF) an Gewebeschnitten oder über vergleichbare qualitative Verfahren. Die Leistung deckt die Analyse von bis zu zwei Titerstufen ab, um eine erste diagnostische Einschätzung zu ermöglichen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Leistungsbeschreibung ist die Verpflichtung, die konkret untersuchten Parameter auf der Rechnung anzugeben. Dies dient der Transparenz gegenüber dem Patienten und den privaten Krankenversicherungen. Die Einordnung in den Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) der GOÄ bedingt zudem, dass die allgemeinen Bestimmungen für Laborleistungen zu beachten sind.
GOÄ 3812.H2 in der Praxis: Diagnostik bei Myokarderkrankungen
Die Bestimmung von Herzmuskelantikörpern (HMA) besitzt einen hohen Stellenwert in der kardiologischen und rheumatologischen Differenzialdiagnostik. Typische klinische Indikationen umfassen den Verdacht auf eine autoimmune Myokarditis oder eine dilatative Kardiomyopathie (DCM). Auch bei der Abklärung eines Postkardiotomiesyndroms nach herzchirurgischen Eingriffen liefert der Nachweis wertvolle Hinweise.
Die Abgrenzung zu anderen Autoantikörper-Untersuchungen ist essenziell, da im Rahmen einer systemischen Autoimmunerkrankung oft mehrere Parameter bestimmt werden. Die Ziffer 3812.H2 ist spezifisch für die Herzmuskulatur reserviert. Für andere Organe oder Gewebe existieren eigene Unterziffern im Bereich der GOÄ-Ziffer 3812, die separat abgerechnet werden müssen, sofern die medizinische Notwendigkeit gegeben ist.
Tipp: Bei der Anforderung von Autoantikörper-Profilen sollte stets genau dokumentiert werden, warum der spezifische Verdacht auf eine Beteiligung des Myokards vorliegt, um spätere Rückfragen der Kostenträger zu vermeiden.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3812.H2
Fallbeispiel 1: Verdacht auf autoimmune Myokarditis
Ein Patient stellt sich mit unklaren Thoraxschmerzen, Dyspnoe und vorausgegangenem viralen Infekt vor. Zum Ausschluss einer autoimmunen Myokarditis wird eine qualitative Immunfluoreszenzuntersuchung auf Herzmuskelantikörper veranlasst. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 3812.H2 zum Regelhöchstsatz (1,15-fach), da keine außergewöhnlichen Erschwernisse vorlagen.
Fallbeispiel 2: Postkardiotomiesyndrom nach Bypass-Operation
Drei Wochen nach einer aortokoronaren Bypass-Operation entwickelt ein Patient Perikardreiben und Fieber. Es besteht der Verdacht auf ein Postkardiotomiesyndrom. Die Bestimmung der HMA mittels qualitativer Immunfluoreszenz sichert die Diagnose. Die Ziffer 3812.H2 wird korrekt liquidiert, und der Parameter "HMA" wird explizit auf der Rechnung ausgewiesen.
Fallbeispiel 3: Abklärung einer dilatativen Kardiomyopathie (DCM)
Bei einer Patientin mit neu aufgetretener Herzinsuffizienz und echokardiografisch nachgewiesener linksventrikulärer Dilatation soll eine immunologische Genese abgeklärt werden. Die Laboruntersuchung auf Herzmuskelantikörper verläuft positiv. Die Abrechnung der Ziffer 3812.H2 erfolgt neben den kardiologischen Basisuntersuchungen, wobei der Ausschluss von dilatativer Kardiomyopathie-Ausschlüssen beachtet wird.
Häufige Fehler bei der GOÄ 3812.H2: Was Prüfer beanstanden
Der häufigste Fehler bei der Abrechnung der GOÄ-Ziffer 3812.H2 ist das Missachten des Ausschlusses bezüglich der Ziffer 3852. Die Ziffer 3852 regelt die quantitative Bestimmung von Antikörpern mittels ähnlicher Methoden. Eine gleichzeitige Abrechnung der qualitativen Suche (3812.H2) und der quantitativen Bestimmung (3852) für denselben Antikörper am selben Untersuchungstag ist nicht zulässig und führt regelmäßig zur Kürzung.
Ein weiterer formaler Fehler ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Liquidation. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass die untersuchten Parameter in der Rechnung anzugeben sind. Fehlt die Angabe "Herzmuskelantikörper" oder "HMA", ist die Rechnung formell fehlerhaft, was privaten Krankenversicherungen und Beihilfestellen als berechtigter Grund zur Zahlungsverweigerung dient.
Achtung: Die Ziffer 3812.H2 darf nicht mehrfach für dieselbe Probe abgerechnet werden, wenn lediglich verschiedene Verdünnungsstufen innerhalb der ersten zwei Titerstufen untersucht wurden. Dies ist mit der Grundgebühr abgegolten.
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Dokumentation der GOÄ 3812.H2: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung und schützt vor Regressansprüchen. In der Patientenakte muss die medizinische Indikation für die Untersuchung der Herzmuskelantikörper klar hervorgehen. Dazu gehören die Dokumentation der klinischen Symptomatik (z. B. Thoraxschmerz, Herzrhythmusstörungen) sowie die Ergebnisse von Voruntersuchungen wie EKG oder Echokardiografie.
Zusätzlich müssen das Laborergebnis und die angewandte Methode (z. B. indirekte Immunfluoreszenz) dokumentiert werden. Das Laborjournal oder der elektronische Laborbefund sollte die Anzahl der untersuchten Titerstufen ausweisen, um die Abrechnung der Ziffer 3812.H2 transparent zu belegen.
Dokumentationsbeispiel:
Verdacht auf Myokarditis nach viralem Infekt. Echokardiografie zeigt leichte EF-Minderung. Blutentnahme zur Bestimmung von Herzmuskelantikörpern (HMA) mittels qualitativer Immunfluoreszenz (IIF, bis zu zwei Titerstufen). Befund: HMA positiv bei Titer 1:10.
GOÄ 3812.H2: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die Steigerung der GOÄ-Ziffer 3812.H2 über den Regelhöchstsatz von 1,15-fach bis zum Höchstsatz von 1,3-fach ist bei Vorliegen besonderer Umstände möglich. Ein erhöhter Schwierigkeitsgrad oder ein überdurchschnittlicher Zeitaufwand bei der Durchführung der Immunfluoreszenz kann eine Steigerung rechtfertigen. Typische Begründungen sind beispielsweise eine schwierige Differenzierung von unspezifischen Hintergrundfluoreszenzen oder eine stark lipämische beziehungsweise hämolytische Serumprobe, die eine aufwendige Vorbereitung erfordert.
Typische Ziffernkombinationen
In der Praxis wird die Bestimmung der Herzmuskelantikörper häufig mit anderen labormedizinischen Parametern kombiniert. Sinnvoll und zulässig ist die Kombination mit Entzündungsmarkern wie dem C-reaktiven Protein (CRP, GOÄ 3524) oder kardialen Biomarkern wie Troponin (GOÄ 3741) zur Akutdiagnostik. Auch die Kombination mit anderen Autoantikörper-Suchtests (z. B. ANA nach GOÄ 3812.H1) is bei systemischen Verdachtsdiagnosen möglich, solange die jeweiligen Abrechnungsausschlüsse beachtet werden.
Ziffer 3812.H2 in der neuen GOÄ
Die Ziffer 3812.H2 (Untersuchung auf Antikörper mittels qualitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (bis zu zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Herzmuskulatur (HMA)) wird in der neuen GOÄ zur Nummer 11137. Titel: Herzmuskulatur (HMA), IFT qualitativ Autoantikörpernachweis. Der Festpreis liegt bei 18,33 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 19,43 €). Die Leistung ist 1 berechnungsfähig.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3812.H2
Was hat nicht gestimmt?