Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3834
Untersuchung auf Antikörper mittels quantitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (mehr als zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Endomysium
Die GOÄ-Ziffer 3834 beschreibt eine hochspezifische Laborleistung aus dem Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen). Im Zentrum steht der quantitative Nachweis von Endomysium-Antikörpern (EMA), die einen zentralen Stellenwert in der Diagnostik der glutenempfindlichen Enteropathie einnehmen. Die Leistung erfordert zwingend das Durchlaufen von mehr als zwei Titerstufen oder die Anwendung einer methodisch vergleichbaren, quantitativen Analyse.
Ein wichtiger formaler Aspekt dieser Ziffer ist die Kennzeichnungspflicht. Die untersuchten Parameter müssen zwingend auf der Liquidation angegeben werden, um die Transparenz für den Kostenträger zu gewährleisten. Ohne diese konkrete Benennung ist die Rechnung formal fehlerhaft.
GOÄ 3834 in der Praxis: Diagnostik der Zöliakie
In der täglichen Praxis wird die GOÄ-Ziffer 3834 vor allem bei Verdacht auf eine Zöliakie oder zur Überwachung einer glutenfreien Diät herangezogen. Da Endomysium-Antikörper der Klasse IgA eine extrem hohe Spezifität aufweisen, gilt diese Untersuchung als Goldstandard der serologischen Diagnostik. Ein positiver Befund sichert den Verdacht auf eine Zottenatrophie im Dünndarm nahezu zweifelsfrei ab.
Klinische Indikationen umfassen chronische Diarrhöen, unerklärten Gewichtsverlust, chronischen Eisenmangel oder Wachstumsstörungen bei Kindern. Auch das Screening von Risikogruppen, wie Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 oder Autoimmunthyreoiditis, rechtfertigt den Einsatz dieser Ziffer. Bei einem bekannten selektiven IgA-Mangel muss die Bestimmung stattdessen als IgG-Subklasse erfolgen, was ebenfalls über die GOÄ 3834 abgerechnet wird.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3834
Fallbeispiel 1: Erstdiagnostik bei chronischen Bauchschmerzen
Ein Patient stellt sich mit rezidivierenden Bauchschmerzen, Blähungen und Gewichtsverlust vor. Zum Ausschluss einer Zöliakie veranlasst der Arzt die Bestimmung der Endomysium-Antikörper (IgA) sowie des Gesamt-IgA im Serum. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 3834 für die EMA-Bestimmung und die GOÄ-Ziffer 3530 für das Gesamt-IgA.
Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle unter Diät
Bei einer Patientin mit gesicherter Zöliakie soll nach zwölf Monaten streng glutenfreier Ernährung der Therapieerfolg kontrolliert werden. Der Arzt bestimmt quantitativ die Endomysium-Antikörper, um den Abfall des Titers zu dokumentieren. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 3834 unter Angabe des Parameters auf der Rechnung.
Fallbeispiel 3: Diagnostik bei bekanntem IgA-Mangel
Bei einem Patienten mit Verdacht auf Zöliakie ist ein selektiver IgA-Mangel bereits dokumentiert. Der Arzt fordert daher gezielt die Endomysium-Antikörper der Klasse IgG an. Die Durchführung mittels quantitativer Immunfluoreszenz wird über die GOÄ-Ziffer 3834 liquidiert, wobei auf der Rechnung explizit "Endomysium-Antikörper IgG" ausgewiesen wird.
Häufige Fehler bei der GOÄ 3834: Was Prüfer beanstanden
Der häufigste Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 3834 ist die Missachtung des expliziten Ausschlusses. Die Ziffer darf unter keinen Umständen am selben Behandlungstag neben der GOÄ-Ziffer 3852 (Gliadin-Antikörper) abgerechnet werden. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen kürzen diese Kombination bei zeitgleicher Anforderung konsequent.
Achtung: Sollten sowohl Endomysium- als auch Gliadin-Antikörper bestimmt werden, ist nur eine der beiden Ziffern berechnungsfähig. In der Regel wird die höher bewertete Ziffer 3834 (510 Punkte) gegenüber der Ziffer 3852 (450 Punkte) bevorzugt.
Ein weiterer Beanstandungsgrund ist das Versäumnis, den konkreten Parameter auf der Rechnung anzugeben. Die bloße Nennung der Ziffernnummer ohne den Zusatz "Endomysium-Antikörper" führt regelmäßig zu Rückfragen und Verzögerungen bei der Erstattung.
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Dokumentation der GOÄ 3834: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen das angewandte Testverfahren, die untersuchte Immunglobulinklasse (IgA oder IgG) sowie die exakten Titerstufen dokumentiert werden. Da die Ziffer mehr als zwei Titerstufen voraussetzt, sollte die Verdünnungsreihe im Laborblatt klar ersichtlich sein.
Dokumentation: Bestimmung von Endomysium-Antikörpern (IgA) mittels indirekter Immunfluoreszenz (IFT). Titerstufen: 1:10, 1:40, 1:160. Befund: Positiv bei Titer 1:160. Indikation: Verdacht auf glutensensitive Enteropathie.
Auch die medizinische Indikation, die zur Veranlassung der Laboruntersuchung geführt hat, muss aus der Dokumentation der Behandlungsakte zweifelsfrei hervorgehen.
GOÄ 3834: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Als Leistung des Abschnitts M ist die Steigerung der GOÄ 3834 stark reglementiert. Der normale Gebührenrahmen für Laborleistungen sieht den Regelhöchstsatz von 1,15× vor. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3× ist nur in medizinisch begründeten Ausnahmefällen möglich, beispielsweise bei extrem schwieriger Differenzierung aufgrund von Kreuzreaktivitäten oder bei grenzwertigen Befunden, die eine wiederholte Messung erforderten.
Typische Ziffernkombinationen
Häufig wird die GOÄ 3834 mit der Bestimmung des Gesamt-IgA (GOÄ 3530) kombiniert, um einen Immunglobulinmangel auszuschließen. Auch die Kombination mit der GOÄ-Ziffer 3511 (Halbquantitative oder quantitative chemische Untersuchungen) für grundlegende Entzündungsparameter ist im klinischen Alltag üblich und gebührenrechtlich zulässig.
Tipp: Achten Sie bei der Kombination von Laborleistungen darauf, dass die Höchstgrenzen für Laboruntersuchungen gemäß den Vorbemerkungen des Abschnitts M eingehalten werden, sofern Basislaborwerte parallel erhoben werden.
Ziffer 3834 in der neuen GOÄ
An die Stelle der alten Ziffer 3834 (Untersuchung auf Antikörper mittels quantitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (mehr als zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Endomysium) treten in der neuen GOÄ 2 spezifische Leistungen (bisher beim 2,3-fachen Satz: 34,19 €). Welche zutrifft, hängt von Analyt und Methode ab:
- 11134 Endomysium-IgA, IFT quantitativ Autoantikörpernachweis (35,38 €) – bei: Endomysium-IgA
- 11133 Endomysium-IgG, IFT quantitativ Bei vermutetem oder bekannten IgA-Mangel und/oder negativem Befund für Endomysium-IgA. (35,38 €) – bei: Endomysium-IgG bei selektivem IgA-Mangel
Die Bandbreite reicht von 35,38 € bis 35,38 € — die Dokumentation des Analyten entscheidet.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3834
Was hat nicht gestimmt?