GOÄ 3985: Bestimmung weiterer Blutgruppenmerkmale

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GOÄ 3985
Bestimmung weiterer Blutgruppenmerkmaleim indirekten Anti-Humanglobulin-Test (indirekter Coombstest) (z. B. C, Kell, D, Duffy), je Merkmal
Punktzahl 200  
Einfachsatz 11,66 € 1,0x
Regelhöchstsatz 13,41 € 1,1x
Höchstsatz 15,15 € 1,3x

Leitfaden zur Abrechnung der GOÄ-Ziffer 3985 für weitere Blutgruppenmerkmale. Erfahren Sie alles zu Indikationen, Steigerung und Fallbeispielen.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3985

Die Gebührenordnung für Ärzte beschreibt die Leistung unter der Nummer 3985 im Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) präzise. Diese Ziffer deckt hochspezialisierte immunhämatologische Analysen ab.

Bestimmung weiterer Blutgruppenmerkmale im indirekten Anti-Humanglobulin-Test (indirekter Coombstest) (z. B. C, Kell, D, Duffy), je Merkmal

Die Leistung umfasst die Identifizierung spezifischer Antigenstrukturen auf den roten Blutkörperchen des Patienten. Hierbei kommt das klassische Verfahren des indirekten Coombstests zum Einsatz. Die Abrechnung erfolgt explizit je bestimmtem Merkmal, was bei multiplen Analysen eine mehrfache Ansetzung ermöglicht.

GOÄ 3985 in der Praxis: Indikationen und klinischer Einsatz

In der täglichen Praxis findet die GOÄ 3985 vor allem in der Transfusionsmedizin und der pränatalen Vorsorge Anwendung. Ein typisches Szenario ist die Abklärung nach einem positiven Antikörpersuchtest bei Schwangeren. Hierbei muss das genaue Risikoprofil für eine mögliche Rhesus-Inkompatibilität oder andere Antigen-Unverträglichkeiten bestimmt werden.

Auch vor geplanten Bluttransfusionen ist die Bestimmung weiterer Merkmale essenziell, um lebensgefährliche Unverträglichkeitsreaktionen zu verhindern. Dies gilt insbesondere für Patienten mit bereits bekannten Alloantikörpern oder chronischem Transfusionsbedarf. Durch die gezielte Phänotypisierung wird eine maßgeschneiderte Versorgung mit kompatiblen Blutprodukten sichergestellt.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3985

Fallbeispiel 1: Abklärung bei Schwangeren

Eine schwangere Patientin weist im routinemäßigen Antikörpersuchtest ein positives Ergebnis auf. Zur genaueren Differenzierung wird die Bestimmung des Kell-Antigens eingeleitet. Die medizinische Begründung liegt in der Abwendung einer fetalen Gefährdung. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 3985 einfach für das Merkmal Kell.

Fallbeispiel 2: Transfusionsvorbereitung bei bekanntem Antikörper

Bei einem Patienten mit bekanntem Anti-c-Antikörper steht eine elektive Operation mit wahrscheinlicher Transfusion an. Zur Sicherheit muss das eigene Antigenprofil des Patienten bezüglich des c-Merkmals verifiziert werden. Dies sichert die Auswahl c-negativer Erythrozytenkonzentrate. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ 3985 für das Antigen c.

Fallbeispiel 3: Erweiterte Phänotypisierung

Ein Patient mit myelodysplastischem Syndrom benötigt regelmäßige Transfusionen. Um eine Alloimmunisierung zu verhindern, werden die Merkmale C, c, E, e und Kell bestimmt. Die medizinische Notwendigkeit ergibt sich aus der Vermeidung von Antikörperbildungen bei chronischer Transfusion. In diesem Fall wird die GOÄ-Ziffer 3985 fünfmal nebeneinander abgerechnet.

Häufige Fehler bei der GOÄ 3985: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler liegt in der fehlerhaften Multiplikation des Steigerungssatzes anstelle der korrekten Mengenabrechnung. Da die Ziffer als "je Merkmal" definiert ist, müssen mehrere Antigene als separate Leistungspositionen oder mit entsprechender Anzahl deklariert werden. Eine Erhöhung des Faktors zur Abgeltung mehrerer Merkmale ist gebührenrechtlich unzulässig.

Achtung: Die GOÄ 3985 darf nicht für den allgemeinen Antikörpersuchtest missbraucht werden. Dieser ist separat nach GOÄ 3983 zu berechnen. Prüfstellen der privaten Krankenversicherungen achten streng auf diese Abgrenzung.

Zudem beanstanden Beihilfestellen häufig die Nebeneinanderberechnung, wenn die medizinische Indikation für jedes einzelne Merkmal nicht klar aus der Dokumentation hervorgeht. Jedes bestimmte Antigen muss eine therapeutische oder diagnostische Relevanz besitzen. Pauschale Großprofile ohne konkreten Verdacht werden in Prüfungen regelmäßig gestrichen.

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Dokumentation der GOÄ 3985: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das wirksamste Mittel gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die Indikation, die konkret untersuchten Antigene und die angewandte Testmethode zweifelsfrei festgehalten werden. Auch das Testergebnis selbst gehört zwingend in den Befundbericht.

Dokumentationsbeispiel: Bestimmung des Kell-Antigens mittels indirektem Coombstest bei positivem Antikörpersuchtest. Ergebnis: Kell-negativ. Indikation: Schwangerschaftsvorsorge bei Verdacht auf Alloimmunisierung.

Für die Abrechnung mehrerer Merkmale in einer Sitzung sollte jedes Merkmal einzeln mit seinem Testergebnis aufgeführt werden. Dies erleichtert die Nachvollziehbarkeit für medizinische Gutachter der Versicherungen erheblich. Verwenden Sie standardisierte Laborblätter oder digitale Dokumentationsvorlagen.

GOÄ 3985: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Da es sich um eine Laborleistung des Abschnitts M handelt, ist der Gebührenrahmen auf den 1,3-fachen Höchstsatz begrenzt. Eine Steigerung über den Regelsatz von 1,15-fach hinaus erfordert eine einzelfallbezogene Begründung. Typische Gründe sind ein extrem hoher Zeitaufwand bei störenden Kälteautoantikörpern oder die Verwendung seltener, schwer beschaffbarer Testseren.

Typische Ziffernkombinationen

Die GOÄ 3985 wird im klinischen Alltag häufig mit anderen immunhämatologischen Leistungen kombiniert. Zulässig ist die gemeinsame Abrechnung mit der GOÄ 3983 (Antikörpersuchtest) oder der GOÄ 3980 (Blutgruppenbestimmung). Auch die Kombination mit der GOÄ 3960 für die Blutentnahme ist üblich und regelkonform.

Tipp: Achten Sie bei der Kombination darauf, dass die Bestimmung weiterer Merkmale zeitlich oder kausal auf den Ergebnissen des Suchtests aufbaut, um Begründungsschwierigkeiten zu vermeiden.

Ziffer 3985 in der neuen GOÄ

Die Bestimmung weiterer Blutgruppenmerkmale im indirekten Anti-Humanglobulin-Test (Duffy, Kidd u. a.) wird in der neuen GOÄ auf zwei Ziffern aufgeteilt:

  • 11797 für die Du/weak-D-Abklärung bei einem fraglich positiven RhD-Befund nach 11763 oder 11764: 15,58 € — nur bei diesem spezifischen Ausgangsbefund berechnungsfähig
  • 11776 als allgemeine AHG-Blutgruppenmerkmale-Ziffer, je Merkmal: 14,92 € — die untersuchten Merkmale sind auf der Rechnung anzugeben

Heute bringt die 3985 beim 2,3-fachen Satz 13,41 €. Der diagnostische Kontext entscheidet: Bei fraglich positivem RhD gilt 11797; für alle anderen AHG-Merkmale ist 11776 je Merkmal anzusetzen.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3985

Die GOÄ-Ziffer 3985 wird für die Bestimmung spezifischer weiterer Blutgruppenmerkmale wie Kell, Duffy oder C mittels des indirekten Anti-Humanglobulin-Tests berechnet. Dies ist typischerweise nach einem positiven Antikörpersuchtest oder zur Vorbereitung von Transfusionen der Fall. Die Abrechnung erfolgt explizit je bestimmtem Merkmal einzeln.
Ja, die GOÄ 3985 ist als Leistung je Merkmal definiert und darf daher für jedes einzeln bestimmte Antigen separat angesetzt werden. Werden beispielsweise die Merkmale C, c und Kell bestimmt, kann die Ziffer dreimal auf der Rechnung aufgeführt werden. Eine entsprechende Dokumentation der einzelnen Testergebnisse ist hierfür zwingend erforderlich.
Während die GOÄ 3983 den allgemeinen Antikörpersuchtest beschreibt, dient die GOÄ 3985 der gezielten Bestimmung einzelner Blutgruppenmerkmale auf den Erythrozyten. Der Suchtest sucht nach freien Antikörpern im Serum, während die Ziffer 3985 die Antigenstruktur der Zellen selbst analysiert. Beide Ziffern können bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit nebeneinander berechnet werden.
Für Laborleistungen des Abschnitts M der GOÄ gilt ein reduzierter Gebührenrahmen, bei dem der Regelhöchstsatz bei 1,15-fach und der Höchstsatz bei 1,3-fach liegt. Eine Steigerung über den Schwellenwert von 1,15-fach hinaus ist nur mit einer schriftlichen, patientenbezogenen Begründung zulässig. Typische Gründe sind schwierige Serumkonstellationen oder störende Autoantikörper.
Ja, die GOÄ 3985 kann neben der GOÄ 3984 abgerechnet werden, sofern beide Untersuchungen medizinisch indiziert sind. Der direkte Coombstest nach GOÄ 3984 weist in vivo beladene Erythrozyten nach, während die Ziffer 3985 spezifische Antigene im indirekten Testverfahren bestimmt. Die unterschiedliche medizinische Fragestellung muss aus der Dokumentation klar hervorgehen.
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