GOÄ 4042: Testosteron richtig abrechnen – Tipps & Fehler

4 Min. Lesezeit
GOÄ 4042
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Testosteron
Punktzahl 350  
Einfachsatz 20,40 € 1,0x
Regelhöchstsatz 23,46 € 1,1x
Höchstsatz 26,52 € 1,3x

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4042

Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Testosteron

Die GOÄ-Ziffer 4042 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung aus dem Bereich der Hormonanalytik. Die Methode des Ligandenassays umfasst moderne Verfahren wie RIA, ELISA oder ECLIA. Diese hochsensitiven Tests dienen der präzisen Quantifizierung des Hormons im Serum oder Plasma.

In der Leistungsbeschreibung ist die Doppelbestimmung bereits explizit enthalten. Das bedeutet, dass eine zweifache Messung zur Qualitätssicherung nicht separat berechnet werden darf. Auch die Erstellung der aktuellen Bezugskurve ist mit der Gebühr abgegolten.

Ein wichtiger formaler Aspekt ist die Kennzeichnungspflicht auf der Liquidation. Der konkret untersuchte Parameter, in diesem Fall Testosteron, muss zwingend auf der Rechnung ausgewiesen werden.

GOÄ 4042 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen

Die Bestimmung von Testosteron ist ein zentraler Baustein in der endokrinologischen Diagnostik. Bei männlichen Patienten steht der Verdacht auf einen Androgenmangel oder Hypogonadismus im Vordergrund. Typische Symptome hierfür sind Libidoverlust, erektile Dysfunktion oder unerklärte Müdigkeit.

Bei Frauen wird die Ziffer 4042 häufig bei Verdacht auf ein Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS) herangezogen. Auch bei klinischen Zeichen einer Virilisierung oder bei Hirsutismus ist die Diagnostik medizinisch notwendig. Die präzise Bestimmung hilft, die Ursache der Hyperandrogenämie einzugrenzen.

Darüber hinaus dient die Untersuchung dem Monitoring einer laufenden Hormonsubstitutionstherapie. Hierbei wird überprüft, ob die therapeutischen Zielbereiche sicher erreicht und Nebenwirkungen vermieden werden.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4042

Fallbeispiel 1: Verdacht auf Alters-Hypogonadismus

Ein 58-jähriger Patient stellt sich mit depressiver Verstimmung und Libidoverlust vor. Zum Ausschluss eines Androgenmangels wird eine venöse Blutentnahme durchgeführt. Die Abrechnung umfasst die Blutentnahme nach GOÄ 250 sowie die Testosteronbestimmung nach GOÄ 4042.

Fallbeispiel 2: Abklärung eines Hirsutismus bei einer Patientin

Eine 24-jährige Patientin klagt über verstärkten Haarwuchs im Gesichtsbereich. Es besteht der Verdacht auf ein PCOS oder eine adrenale Überfunktion. Neben der GOÄ 4042 für Testosteron werden weitere Hormonparameter wie SHBG und DHEA-S bestimmt und liquidiert.

Fallbeispiel 3: Therapiekontrolle unter Testosteronsubstitution

Ein Patient unter laufender Gel-Substitution stellt sich zur Routinekontrolle vor. Zur Überprüfung der Hormonwerte wird das Serum-Testosteron bestimmt. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4042 zum Regelhöchstsatz von 1,15-fach.

Häufige Fehler bei der GOÄ 4042: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger formaler Fehler ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Rechnung. Private Krankenversicherungen weisen Rechnungen zurück, wenn dort lediglich die Ziffer ohne den Zusatz Testosteron aufgeführt ist. Die Transparenz für den Patienten muss stets gewährleistet sein.

Ein weiterer Fehler betrifft die unzulässige Mehrfachberechnung. Wird aus einer einzigen Blutprobe am selben Tag mehrfach Testosteron bestimmt, darf die Ziffer dennoch nur einmal berechnet werden. Die Doppelbestimmung ist, wie in der Leistungsbeschreibung definiert, bereits abgegolten.

Achtung: Achten Sie penibel darauf, dass bei Laborleistungen des Abschnitts M die Höchstsätze nicht ohne triftige, einzelfallbezogene Begründung überschritten werden. Standardmäßige Steigerungen ohne Dokumentation führen regelmäßig zu Kürzungen durch Beihilfestellen.

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Dokumentation der GOÄ 4042: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation schützt vor Honorarausfällen bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation und der konkrete Laborauftrag klar ersichtlich sein. Auch der Befundbericht des Labors gehört zwingend in die Dokumentation.

Besonders wichtig ist die Dokumentation des Entnahmezeitpunkts. Da Testosteron einer zirkadianen Rhythmik unterliegt, sollte die Blutentnahme vorzugsweise am Morgen erfolgen. Diese Information ist für die Interpretation des Befundes essenziell.

Dokumentation: Blutentnahme um 08:30 Uhr bei Verdacht auf Hypogonadismus. Laborauftrag erteilt für Gesamt-Testosteron (GOÄ 4042). Befund liegt vor und zeigt erniedrigte Werte.

GOÄ 4042: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Laborleistungen des Abschnitts M unterliegen einer besonderen Gebührenstruktur. Der Regelhöchstsatz liegt hier bei 1,15-fach, der maximale Höchstsatz bei 1,3-fach. Eine Steigerung auf den 1,3-fachen Satz erfordert eine medizinische Begründung auf der Rechnung.

Gründe für eine Steigerung können schwierige Probenaufbereitungen sein. Auch das Vorliegen von störenden Faktoren wie einer starken Lipämie oder Hämolyse, die zusätzliche Arbeitsschritte erfordern, rechtfertigt den höheren Faktor.

Typische Ziffernkombinationen

Die GOÄ 4042 wird selten isoliert eingesetzt. Sinnvoll ist die Kombination mit der Bestimmung von SHBG nach GOÄ 4039, um das freie Testosteron zu berechnen. Auch die Gonadotropine LH (GOÄ 4028) und FSH (GOÄ 4024) werden häufig parallel bestimmt.

Tipp: Kombinieren Sie die Testosteronbestimmung bei Verdacht auf Androgenmangel immer mit dem SHBG-Wert. Dies ermöglicht die Berechnung des Freien Androgenindex (FAI), was eine deutlich präzisere Aussagekraft besitzt und vollumfänglich liquidiert werden kann.

Ziffer 4042 in der neuen GOÄ

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Die Testosteron-Bestimmung mittels Ligandenassay wird zur neuen Nummer 12028 — „Testosteron" — mit 8,69 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 23,46 €). Die neue Legende nennt Serum oder Plasma; keine Indikationseinschränkung.

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Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4042

Der einfache Gebührensatz für die GOÄ-Ziffer 4042 beträgt 20,40 Euro. Bei Anwendung des Regelhöchstsatzes von 1,15-fach ergibt sich ein Betrag von 23,46 Euro. Der maximale Höchstsatz von 1,3-fach liegt bei 26,52 Euro.
Auf der Liquidation muss der konkret untersuchte Parameter explizit angegeben werden. Im Fall der GOÄ-Ziffer 4042 ist dies die Bezeichnung 'Testosteron'. Ohne diese Angabe ist die Rechnung formal fehlerhaft.
Ja, eine Steigerung der GOÄ 4042 ist bis zum Höchstsatz von 1,3-fach möglich. Da es sich um eine Laborleistung des Abschnitts M handelt, liegt der Regelhöchstsatz bei 1,15-fach. Höhere Sätze erfordern eine medizinische Begründung.
Generell können identische Laboruntersuchungen aus derselben Blutprobe nicht mehrfach berechnet werden. Zudem sind bestimmte allgemeine Laborleistungen am selben Behandlungstag neben Speziallaborleistungen eingeschränkt. Achten Sie auf die Bestimmungen des Abschnitts M.
Die Bestimmung ist bei Verdacht auf Hypogonadismus, Erektionsstörungen oder Fertilitätsstörungen beim Mann angezeigt. Bei Frauen wird sie häufig bei Verdacht auf ein polyzystisches Ovarsyndrom oder Hirsutismus durchgeführt. Auch das Monitoring einer Hormonsubstitution ist eine typische Indikation.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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