Die korrekte Abrechnung der PET nach GOÄ-Ziffer 5489 wirft oft Fragen auf. Erfahren Sie alles zu Ganzkörper-Scans, PET/CT und Fallstricken.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 5489
Die Gebührenordnung für Ärzte beschreibt die Leistung der Ziffer 5489 im Abschnitt O (Strahlendiagnostik, Nuklearmedizin, Magnetresonanztomographie und Strahlentherapie) wie folgt:
Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit quantifizierender Auswertung – gegebenenfalls einschließlich Darstellung in mehreren Ebenen –
Diese Leistung umfasst die Durchführung einer Positronen-Emissions-Tomographie, bei der im Gegensatz zur Ziffer 5488 eine zusätzliche quantifizierende Auswertung erfolgt. Diese quantitative Analyse ermöglicht es, die Stoffwechselaktivität von Geweben präzise zu messen und numerisch darzustellen, beispielsweise über den Standardized Uptake Value (SUV). Die Rekonstruktion und Darstellung der Bilddaten in mehreren Ebenen (transversal, sagittal, koronal) ist bereits vollständig mit der Gebühr abgegolten.
GOÄ 5489 in der Praxis: Indikationen und korrekte Anwendung
Die PET mit quantifizierender Auswertung kommt vor allem in der Onkologie, Neurologie und Kardiologie zum Einsatz. In der Onkologie dient sie der präzisen Tumorstadienbestimmung, der Rezidivdiagnostik sowie der frühen Therapiekontrolle. Durch die quantitative Bestimmung des Tracer-Uptakes können Ärzte die Vitalität von Tumorgewebe exakt beurteilen.
In der Neurologie wird die Ziffer 5489 häufig zur Differenzialdiagnostik von Demenzerkrankungen oder zur Fokuslokalisation bei Epilepsie herangezogen. Kardiologische Fragestellungen betreffen meist den Nachweis von vitalem Myokard vor geplanten Revaskularisierungen. Die quantitative Auswertung liefert hierbei den entscheidenden klinischen Mehrwert gegenüber rein qualitativen Verfahren.
Tipp: Achten Sie darauf, dass die quantitative Auswertung (z. B. Angabe von SUV-Werten oder kinetische Modellierung) im Befundbericht explizit dokumentiert wird, um den Ansatz der Ziffer 5489 gegenüber Kostenträgern zweifelsfrei zu rechtfertigen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 5489
Fallbeispiel 1: Onkologisches Staging mittels PET/CT
Ein Patient mit einem malignen Lymphom erhält ein Ganzkörper-PET/CT zur Bestimmung des Krankheitsstadiums. Es erfolgt eine quantitative Auswertung der Lymphknotenherde mittels SUV-Bestimmung. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 5489 für die PET-Komponente sowie die GOÄ-Ziffer 5369 für den CT-Höchstwert der Ganzkörper-Computertomographie.
Fallbeispiel 2: Demenzdiagnostik in der Neurologie
Bei Verdacht auf eine Alzheimer-Demenz wird eine FDG-PET des Gehirns durchgeführt. Die Auswertung erfolgt quantitativ durch den Vergleich mit einer Normaldatenbank (z. B. mittels 3D-SSP). Der Arzt rechnet hierfür die Ziffer 5489 ab. Da keine CT durchgeführt wurde, entfallen zusätzliche radiologische Ziffern.
Fallbeispiel 3: Myokard-Vitalitätsdiagnostik
Zur Abklärung der Myokardvitalität bei bekannter koronarer Herzkrankheit erfolgt eine PET-Untersuchung des Herzens mit quantitativer Flussmessung. Die Berechnung erfolgt über die Ziffer 5489 zum Regelsatz, da die quantitative Analyse der regionalen Perfusion integraler Bestandteil der Untersuchung ist.
Häufige Fehler bei der GOÄ 5489: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Streitpunkt mit privaten Krankenversicherungen und Beihilfestellen ist die Mehrfachberechnung der Ziffer bei Ganzkörperuntersuchungen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 18. September 2003 (Az.: III ZR 416/02) unmissverständlich klargestellt, dass die Ziffer 5489 pro Sitzung nur einmal berechnet werden darf. Dies gilt unabhängig davon, wie viele Körperregionen oder Ebenen dargestellt werden.
Ein weiterer Fehler ist die gleichzeitige Nebeneinanderberechnung der Ziffern 5488 und 5489. Da die Ziffer 5489 die quantifizierende Auswertung als höherwertige Leistung einschließt, ist die Ziffer 5488 ausgeschlossen. Auch der Versuch, eine Ganzkörper-PET durch analoge Bewertungen künstlich zu verteuern, wird von Prüfstellen regelmäßig zurückgewiesen.
Achtung: Bei GKV-Patienten ist die PET/CT außerhalb der engen G-BA-Richtlinien oder der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) keine Kassenleistung. Rechnen Sie diese Untersuchungen in solchen Fällen zwingend als IGeL-Leistung nach der GOÄ ab und schließen Sie vorab einen schriftlichen Behandlungsvertrag.
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Dokumentation der GOÄ 5489: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte und im Befundbericht müssen die medizinische Indikation, das verwendete Radiopharmakon (Tracer) inklusive Aktivität sowie die exakten Parameter der quantitativen Auswertung festgehalten werden. Die bloße Erwähnung einer visuellen Beurteilung reicht für die Ziffer 5489 nicht aus.
Zusätzlich sollten die rekonstruierten Bildebenen und die zur Quantifizierung herangezogenen Referenzregionen dokumentiert werden. Dies belegt die Durchführung der aufwendigeren quantitativen Analyse im Vergleich zur Standard-PET nach Ziffer 5488.
Dokumentationsbeispiel: Indikation: V. a. Rezidiv bei Bronchialkarzinom. Durchführung einer Ganzkörper-PET nach i.v. Applikation von 250 MBq 18F-FDG. Rekonstruktion in drei Ebenen. Quantitative Auswertung: SUVmax der pulmonalen Raumforderung im rechten Oberlappen beträgt 8,2 (Referenz mediastinales Blutpool: 1,8). Befund spricht für ein vitales Tumorrezidiv.
GOÄ 5489: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Ein Überschreiten des 1,8-fachen Regelsatzes bis zum 2,5-fachen Höchstsatz erfordert eine patientenbezogene Begründung. Typische Gründe für eine Faktorerhöhung sind extreme Unruhe des Patienten (z. B. bei Tremor oder Klaustrophobie), die aufwendige Bewegungskorrekturen bei der Bildrekonstruktion notwendig macht. Auch eine außergewöhnlich komplexe quantitative Auswertung, wie die kinetische Kompartimentanalyse, rechtfertigt eine Steigerung.
Typische Ziffernkombinationen
Sehr häufig wird die PET mit einer Computertomographie kombiniert (PET/CT). Bei einer Ganzkörper-PET/CT kann neben der Ziffer 5489 der CT-Höchstwert nach Ziffer 5369 berechnet werden. Bei Teilkörperuntersuchungen werden stattdessen die jeweiligen CT-Einzelleistungen angesetzt. Die Kombination mit einer SPECT-Untersuchung nach Ziffer 5410 ist ebenfalls zulässig, sofern diese medizinisch indiziert ist.
Ziffer 5489 in der neuen GOÄ
Die PET mit quantifizierender Auswertung (bisher 2,3-facher Satz 786,87 €) wird in der neuen GOÄ — wie die alte Ziffer 5488 — über dieselben zwei Ziffern abgebildet:
- 13550 „Positronen-Emissions-Tomographie mit quantitativer Auswertung, je Region" (598,83 €) — bei PET einer einzelnen Region
- 13551 „Positronen-Emissions-Tomographie von Körperstamm und proximalen Extremitäten mit quantitativer Auswertung" (686,80 €) — bei PET des gesamten Körperstamms und proximaler Extremitäten
Da die neue GOÄ keine Unterscheidung zwischen PET mit und ohne quantifizierender Auswertung mehr kennt, laufen sowohl die alte 5488 als auch die alte 5489 auf 13550 bzw. 13551 zu.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 5489
Was hat nicht gestimmt?