Erfahren Sie, wie Sie die GOÄ-Ziffer 692a für die Platzierung von Gallen- und Pankreasgangdrainagen rechtssicher und ohne Honorarverluste abrechnen.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 692a
Plazierung einer Drainage in den Gallen- oder Pankreasgang – zusätzlich zu einer Leistung nach den Nummern 685, 686 oder 692 –
Die GOÄ-Ziffer 692a beschreibt eine zuschlagsähnliche operative Leistung im Rahmen der interventionellen Endoskopie. Sie kommt zum Einsatz, wenn während einer Duodenoskopie oder Jejunonoskopie eine Drainage platziert wird. Diese Maßnahme dient der Sicherung des Galle- oder Pankreassaftabflusses bei Verengungen oder Blockaden. Die Leistung ist explizit als Zusatzleistung definiert und setzt eine der Primärleistungen voraus.
GOÄ 692a in der Praxis: Indikationen und klinischer Einsatz
In der gastroenterologischen Praxis ist die Platzierung von Drainagen ein Standardverfahren bei Gallengangsstenosen oder chronischer Pankreatitis. Typische Indikationen umfassen maligne oder benigne Verengungen, die zu einem Gallestau führen. Auch nach einer schwierigen Steinextraktion kann das Einlegen einer nasobiliären Verweilsonde zur Spülung notwendig sein. Die Ziffer deckt den spezifischen Mehraufwand für das Einbringen und exakte Positionieren des Drainagesystems ab.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 692a
Fallbeispiel 1: Einbringen eines Plastikstents bei Gallengangsstenose
Ein Patient stellt sich mit schmerzlosem Ikterus bei bekanntem Pankreaskarzinom vor. Es erfolgt eine ERCP mit anschließender Platzierung eines Plastikstents im Gallengang. Die Platzierung des Stents stellt eine Drainageeinbringung dar und erfolgt zusätzlich zur Papillensondierung. Abgerechnet wird die Kombination aus der Basisleistung und der Zusatzleistung GOÄ 692a.
Fallbeispiel 2: Einlegen einer nasobiliären Sonde zur Steinauflösung
Nach einer unvollständigen Steinextraktion aus dem Hauptgallengang wird eine nasobiliäre Verweilsonde zur kontinuierlichen Spülung eingelegt. Das Einlegen einer solchen Sonde ist laut den offiziellen Anmerkungen explizit nach Nr. 692a berechnungsfähig. Die Abrechnung erfolgt neben der Sondierung der Papille nach GOÄ 686.
Fallbeispiel 3: Pankreasgangdrainage bei chronischer Pankreatitis
Bei einer Patientin mit chronisch-kalzifizierender Pankreatitis und hochgradiger Gangstenose wird eine endoskopische Drainage des Pankreasgangs durchgeführt. Die Drainage des Pankreasgangs erfolgt zusätzlich zur endoskopischen Intervention und ist über die 692a abzurechnen. Die Dokumentation muss den erfolgreichen Sekretabfluss nach Stenteinlage explizit erwähnen.
Häufige Fehler bei der GOÄ 692a: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler ist die isolierte Abrechnung der GOÄ 692a ohne die erforderliche Basisleistung. Die Ziffer darf niemals alleine auf der Liquidation stehen, da sie zwingend an die Nummern 685, 686 oder 692 gekoppelt ist. Private Krankenversicherungen prüfen diese Verknüpfung sehr genau. Ein weiterer Streitpunkt ist die mehrfache Abrechnung bei Einbringung mehrerer Stents in derselben Sitzung.
Achtung: Die mehrfache Berechnung der GOÄ 692a für mehrere Stents in derselben Sitzung ist hochgradig strittig. Viele Kostenträger erkennen die Ziffer pro Sitzung nur einmal an, weshalb ein erhöhter Aufwand besser über den Steigerungsfaktor abgebildet werden sollte.
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Dokumentation der GOÄ 692a: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen. Im Endoskopiebericht müssen die Indikation, die genaue Lage der Drainage sowie der Typ des verwendeten Stents exakt beschrieben werden. Auch der erfolgreiche Galle- oder Sekretabfluss nach der Platzierung sollte explizit erwähnt werden. Bei der Verwendung von Röntgenkontrollen ist die entsprechende Dokumentation der Durchleuchtungszeit obligat.
Dokumentationsbeispiel: Nach erfolgreicher Sondierung der Papilla Vateri (GOÄ 692) zeigt sich eine hochgradige Stenose im mittleren Drittel des DHC. Erfolgreiche Platzierung eines Plastikstents (10 French, 8 cm) über den Führungsdraht. Prompter Galleabfluss dokumentiert. Lagekontrolle mittels Durchleuchtung erfolgreich.
GOÄ 692a: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die Erhöhung des Schwellenwertes über den 2,3-fachen Satz hinaus ist bei schwierigen anatomischen Verhältnissen gerechtfertigt. Typische Begründungen sind ausgeprägte Strikturen, anatomische Varianten nach operativen Eingriffen oder eine erschwerte Drahtpassage. Auch eine starke Patientenunruhe oder erhebliche Blutungsneigung kann als Begründung dienen.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 692a wird regelhaft mit den endoskopischen Basisziffern kombiniert. Dazu gehören die GOÄ 692 (Sondierung der Papille), die GOÄ 685 (Duodeno-/Jejunoskopie) oder die GOÄ 686. Zusätzlich können radiologische Leistungen wie die GOÄ 5295 (Durchleuchtung) oder Sachkosten für die verwendeten Stents gesondert in Rechnung gestellt werden.
Tipp: Denken Sie daran, die Sachkosten für teure Einmal-Stents oder spezielle Führungsdrähte gemäß § 10 GOÄ als Auslagen gesondert auf der Rechnung auszuweisen, da diese nicht in der Gebühr der GOÄ 692a enthalten sind.
Ziffer 692a in der neuen GOÄ
Die Plazierung einer Drainage in den Gallen- oder Pankreasgang – zusätzlich zu einer Leistung nach den Nummern 685, 686 oder 692 – geht in Nummer 3217 auf — Festpreis 365,14 €, heute beim 2,3-fachen Satz: 53,61 €.
- 3217 Diagnostische retrograde Darstellung des Gallengangs und/oder des Pankreasgangs (Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie -ERCP), einschließlich Entnahme von Sekret(en), ggf. einschließlich -Biopsie(n) und/oder Bürstenzytologie -Lokalanästhesie Rachen -Pulsoxymetrie oder transkutaner Messung des Sauerstoffpartialdrucks - bis zu fünf Probeexzisionen und/oder -punktionen, je Sitzung (365,14 €)
- 3218 Zuschlag zu der Leistung nach Nummer 3217 für die therapeutische retrograde Darstellung des Gallengangs und/oder des Pankreasgangs, einschließlich endoskopischer Sondierung(en), Papillotomie und/oder Lithotripsie(n) und/oder Steinextraktion(en), je Sitzung (118,10 €)
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 692a
Was hat nicht gestimmt?