GOÄ A741: Ozonbeutelbegasung – Honorarverluste vermeiden

4 Min. Lesezeit
GOÄ A741
Ozonbeutelbegasung, je Sitzung – analog  Nr.741– entspr. GOÄ § 6 (2)
Punktzahl 76  
Einfachsatz 4,43 € 1,0x
Regelhöchstsatz 10,19 € 2,3x
Höchstsatz 15,50 € 3,5x

Die Ozonbeutelbegasung nach GOÄ A741 ist eine bewährte analoge Abrechnungsoption. Erfahren Sie, wie Sie die Ziffer rechtssicher und fehlerfrei anwenden.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer A741

Die Ziffer A741 ist keine originäre Ziffer der Gebührenordnung für Ärzte. Sie wird als Analogbewertung herangezogen, da die Ozontherapie im ursprünglichen Gebührenverzeichnis nicht enthalten ist. Als Referenz dient die Ziffer 741 aus dem Abschnitt G (Physikalische Therapie).

Ziffer 741 (analog): Ozonbeutelbegasung, je Sitzung – analog Nr. 741 – entsprechend GOÄ § 6 Abs. 2

Die medizinische Maßnahme umfasst die lokale Begasung einer Extremität mit einem definierten Ozon-Sauerstoff-Gemisch. Hierbei wird ein spezieller, gasdichter Kunststoffbeutel um das betroffene Körperteil gelegt und mit Ozon befüllt. Diese physikalisch-chemische Anwendung wirkt stark desinfizierend und fördert die lokale Durchblutung.

GOÄ A741 in der Praxis: Lokale Ozontherapie bei Wundheilungsstörungen

Die lokale Ozontherapie findet vor allem in der Dermatologie, der Diabetologie und der Gefäßmedizin Anwendung. Typische Indikationen sind das diabetische Fußsyndrom, chronisch-venöse Insuffizienzen mit Ulcus cruris sowie infizierte, schlecht heilende Wunden. Auch bei hartnäckigen Hautpilzinfektionen kann die Begasung therapeutisch sinnvoll sein.

Durch die keimtötende Wirkung des Ozons werden selbst multiresistente Erreger effektiv bekämpft. Gleichzeitig regt die Behandlung die lokale Sauerstoffversorgung im Gewebe an. Dies führt zu einer beschleunigten Granulation und Epithelisierung der Wundränder.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ A741

Fallbeispiel 1: Behandlung eines Ulcus cruris venosum

Ein Patient stellt sich mit einem infizierten, chronischen Ulcus cruris am linken Unterschenkel vor. Nach der Wundreinigung erfolgt eine 20-minütige Ozonbeutelbegasung zur Keimreduktion. Anschließend wird ein moderner Wundverband angelegt.

Die Abrechnung erfolgt über die Ziffer A741 für die Begasung. Zusätzlich können die Wundreinigung nach GOÄ 2009 und der Verband nach GOÄ 200 in Ansatz gebracht werden.

Fallbeispiel 2: Diabetisches Fußsyndrom

Bei einem Diabetiker mit einer nekrotischen Wunde am Vorfuß wird eine lokale Ozontherapie durchgeführt. Die Maßnahme dient der Durchblutungsförderung und der Bekämpfung anaerober Keime.

Neben der symptombezogenen Untersuchung nach GOÄ 5 wird die Ziffer A741 analog berechnet. Die medizinische Notwendigkeit der lokalen Ozontherapie ist in der Patientenakte detailliert zu begründen.

Fallbeispiel 3: Therapieresistente Mykose

Eine Patientin leidet an einer ausgedehnten, therapieresistenten Dermatomykose des Fußes. Zur Unterstützung der topischen Antimykotika-Therapie wird eine lokale Ozonbegasung verordnet.

Abgerechnet wird die Ziffer A741 zum Regelsatz. Da es sich um eine unterstützende physikalische Maßnahme handelt, ist die Kombination mit der Beratung nach GOÄ 1 zulässig.

Häufige Fehler bei der GOÄ A741: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler ist das Fehlen der Kennzeichnung als Analogabrechnung auf der Liquidation. Nach § 12 Abs. 4 GOÄ muss eine analoge Bewertung zwingend durch den Zusatz "analog" oder "A" kenntlich gemacht werden. Fehlt dieser Hinweis, kann die Erstattung durch die private Krankenversicherung (PKV) verweigert werden.

Achtung: Die bloße Angabe der Ziffer 741 ohne den Zusatz "analog" ist unzulässig, da das eigentliche Lichtbad eine völlig andere Leistung darstellt.

Zudem beanstanden Prüfstellen häufig die unzureichende Begründung bei einer Überschreitung des Schwellenwertes von 2,3. Standardformulierungen wie "erhöhter Zeitaufwand" ohne patientenspezifische Details werden meist nicht anerkannt. Auch die mehrfache Abrechnung der Ziffer in einer Sitzung für dieselbe Extremität ist ausgeschlossen.

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Dokumentation der GOÄ A741: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die therapeutische Indikation, die Dauer der Begasung sowie die verwendete Ozonkonzentration exakt festgehalten werden. Auch der Zustand der Wunde vor und nach der Behandlung sollte kurz beschrieben werden.

Dokumentation: Lokale Ozonbeutelbegasung des re. Unterschenkels bei Ulcus cruris. Begasungszeit: 20 Min., Ozonkonzentration: 40 µg/ml. Wundgrund sauber, keine Rötung der Umgebungshaut, schmerzfreie Anwendung.

Besonders bei längeren Behandlungsserien fordern private Kostenträger häufig einen Nachweis des Therapiefortschritts. Daher empfiehlt es sich, regelmäßige Wundfotografien und Messungen der Wundgröße in die Dokumentation zu integrieren.

GOÄ A741: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Eine Steigerung über den 2,3-fachen Regelsatz hinaus bis zum 3,5-fachen Höchstsatz ist bei besonderem Aufwand möglich. Typische Begründungen sind eine erschwerte Lagerung des Patienten, stark nässende Wunden mit aufwendigen Hygienemaßnahmen oder eine extrem unruhige Patientenmitwirkung. Die Begründung muss individuell und nachvollziehbar auf der Rechnung formuliert sein.

Typische Ziffernkombinationen

Die Ziffer A741 lässt sich hervorragend mit chirurgischen und beratenden Leistungen kombinieren. Häufig erfolgt die Abrechnung zusammen mit der symptombezogenen Untersuchung nach GOÄ 5 oder der Beratung nach GOÄ 1. Auch die Kombination mit der Ziffer 2009 für die Wundpräparation ist in der täglichen Praxis üblich.

Tipp: Werden in einer Sitzung zwei voneinander unabhängige Extremitäten (z. B. linker und rechter Fuß) begast, kann dies durch eine entsprechende Erhöhung des Steigerungsfaktors mit Verweis auf den doppelten Aufwand honoriert werden.

Ziffer A741 in der neuen GOÄ

Auch für die Ozonbeutelbegasung (systemische Ozon-Begasung des Körpers in einem Plastikbeutel, je Sitzung) findet sich im Entwurf keine eigenständige Nachfolgeziffer. Der Gesamtkatalog der neuen GOÄ enthält keine Ozon-Therapie-Ziffer. Der alte 2,3-fache Satz lag bei 10,19 €.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer A741

Die Ozonbeutelbegasung wird analog über die GOÄ-Ziffer A741 (entsprechend Ziffer 741, Lichtbogen- oder Glühlichtbad) abgerechnet. Da die Ozontherapie nicht direkt in der GOÄ abgebildet ist, greift hier die Analogbewertung nach § 6 Abs. 2 GOÄ.
Der einfache Gebührensatz der Ziffer A741 beträgt 4,43 Euro, während der Regelsatz (2,3-facher Faktor) bei 10,19 Euro liegt. Bei medizinischer Begründung kann der Höchstsatz mit dem 3,5-fachen Faktor auf bis zu 15,50 Euro gesteigert werden.
Typische Indikationen sind chronische Wundheilungsstörungen wie das Ulcus cruris, das diabetische Fußsyndrom sowie infizierte Wunden oder lokale Pilzinfektionen. Die keimtötende und durchblutungsfördernde Wirkung des Ozons steht dabei im Vordergrund.
Ja, die Abrechnung der GOÄ A741 ist neben einem Verbandwechsel nach Ziffer 200 grundsätzlich zulässig. Da es sich um eigenständige therapeutische Schritte handelt, müssen beide Leistungen separat dokumentiert werden.
Auf der Liquidation muss die Ziffer 741 mit dem Zusatz „analog“ sowie einer verständlichen Beschreibung der tatsächlich erbrachten Leistung (z. B. „Ozonbeutelbegasung“) aufgeführt werden. Dies ist eine zwingende Vorgabe nach § 12 Abs. 4 GOÄ, um Beanstandungen zu vermeiden.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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