GOÄ A832: Prüfung der Sphinkterfunktion korrekt abrechnen

5 Min. Lesezeit
GOÄ A832
Prüfung der Sphinkterfunktion
Punktzahl 158  
Einfachsatz 9,21 € 1,0x
Regelhöchstsatz 21,18 € 2,3x
Höchstsatz 32,23 € 3,5x

So rechnen Sie die Prüfung der Sphinkterfunktion nach GOÄ Ziffer A832 rechtssicher ab. Erfahren Sie alles zu Indikationen, Fallbeispielen und Ausschlussziffern.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer A832

Prüfung der Sphinkterfunktion (z. B. durch Sphinkterometrie, Profilometrie) - analog Ziffer 832

Die Gebührenordnungsziffer A832 beschreibt die Prüfung der Sphinkterfunktion im analogen Ansatz. Diese Leistung umfasst die apparative oder manuelle Überprüfung des Schließmuskeltonus, um Funktionsstörungen wie Inkontinenz oder chronische Obstipationen diagnostisch abzuklären. Durch die analoge Anwendung wird eine methodisch vergleichbare Untersuchung abgebildet, die im Originalverzeichnis der GOÄ nicht spezifischer erfasst ist.

Die medizinische Maßnahme beinhaltet die Vorbereitung des Patienten, die Platzierung der Messsonde oder die Durchführung der manuellen Prüfung sowie die anschließende Auswertung der Druckprofile. Auch die Dokumentation der Messergebnisse ist integraler Bestandteil dieser Ziffer.

GOÄ A832 in der Praxis: Indikationen und klinischer Einsatz

Der klinische Einsatz der GOÄ A832 konzentriert sich vor allem auf die Proktologie, Urologie und Gynäkologie. Typische Indikationen für diese Untersuchung sind der Verdacht auf eine Analsphinkterinsuffizienz nach traumatischen Geburten oder operativen Eingriffen im Beckenbereich. Auch bei chronischer Stuhlinkontinenz oder unklaren Entleerungsstörungen liefert das Verfahren essenzielle diagnostische Daten.

Darüber hinaus kommt die Ziffer bei neurologischen Erkrankungen zum Einsatz, die die Schließmuskelkontrolle beeinträchtigen können. Die Abgrenzung zu rein bildgebenden Verfahren ist wichtig, da hier die funktionelle Druckmessung im Vordergrund steht.

Tipp: Achten Sie bei der Analogabrechnung darauf, dass die gewählte Referenzziffer 832 im Rechnungsdokument explizit als "analog" gekennzeichnet wird, um Erstattungsprobleme zu vermeiden.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ A832

Fallbeispiel 1: Diagnostik bei postpartaler Inkontinenz

Eine Patientin stellt sich mit anhaltender Stuhlinkontinenz nach einer vaginalen Entbindung vor. Zur Abklärung eines vermuteten Schließmuskeldefekts erfolgt eine analgetische Sphinkterometrie zur Bestimmung des Ruhe- und Kneifdrucks. Neben der klinischen Untersuchung wird die Ziffer A832 analog angesetzt. Die Abrechnung erfolgt zum Regelsatz (2,3-fach) mit 21,18 €.

Fallbeispiel 2: Präoperative Diagnostik vor Fistelspaltung

Vor einer geplanten operativen Sanierung einer komplexen Analfistel muss die Integrität des Schließmuskels überprüft werden. Der Arzt führt eine manometrische Profilometrie durch, um das Risiko einer postoperativen Inkontinenz einzuschätzen. Die Dokumentation zeigt einen reduzierten Ruhedruck. Abgerechnet wird die Ziffer A832 analog neben der symptombezogenen Untersuchung nach Ziffer 5.

Fallbeispiel 3: Neurologisch bedingte Sphinkterstörung

Ein Patient mit bekannter Multipler Sklerose klagt über zunehmende Probleme bei der Stuhlentleerung. Die neurologisch-proktologische Untersuchung umfasst die elektrophysiologisch gestützte Sphinkterprüfung. Aufgrund des erhöhten Zeitaufwands bei der Koordination mit dem Patienten wird die Ziffer A832 mit einem gesteigerten Faktor von 2,8 abgerechnet.

Häufige Fehler bei der GOÄ A832: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ A832 ist die mangelnde Kennzeichnung als Analogbewertung auf der Liquidation. Private Krankenversicherungen fordern in diesen Fällen oft eine Korrektur der Rechnung, was den Zahlungsprozess verzögert. Es muss stets das Zeichen "A" vorangestellt und die Originalziffer 832 als Referenz genannt werden.

Zudem beanstanden Prüfstellen regelmäßig die unzulässige Nebeneinanderberechnung mit anderen manometrischen Leistungen derselben anatomischen Region am selben Tag. Wenn beispielsweise eine umfassende Gastrointestinale Manometrie durchgeführt wird, ist die isolierte Sphinkterprüfung meist bereits in der höherwertigen Leistung enthalten.

Achtung: Die Ziffer A832 darf nicht zeitgleich mit Ziffern für einfache rektale Tastuntersuchungen abgerechnet werden, wenn diese lediglich der orientierenden Überprüfung dienen und keine apparative Messung stattfindet.

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Dokumentation der GOÄ A832: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das wirksamste Mittel gegen Honorarkürzungen durch Kostenträger. In der Patientenakte müssen die Indikation, die angewandte Methode sowie die konkreten Messergebnisse detailliert festgehalten werden. Dazu gehören insbesondere die Werte für den Ruhedruck und den maximalen Kneifdruck.

Auch die Dauer der Untersuchung und eventuelle Besonderheiten bei der Sondenplatzierung sollten vermerkt werden. Dies erleichtert im Nachgang eine eventuell notwendige Begründung für Schwellenwertüberschreitungen.

Dokumentation: Indikation: V. a. Sphinkterruptur postpartal. Durchführung einer analen Sphinkterometrie mittels Ballonkatheter. Ruhedruck: 45 mmHg (erniedrigt), Kneifdruck: 80 mmHg. Keine Komplikationen.

GOÄ A832: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Eine Überschreitung des Regelsatzes (2,3-fach) bis zum Höchstsatz (3,5-fach) ist bei der GOÄ A832 möglich, erfordert jedoch eine einzelfallbezogene Begründung. Typische Gründe für eine Steigerung sind anatomische Besonderheiten wie ausgeprägte Stenosen, die das Einführen der Messsonde erheblich erschweren. Auch eine mangelnde Compliance des Patienten, beispielsweise bei neurologischen Vorerkrankungen, rechtfertigt einen erhöhten Zeitaufwand und somit einen höheren Steigerungsfaktor.

Typische Ziffernkombinationen

Die Ziffer A832 wird häufig mit beratenden und untersuchenden Leistungen kombiniert. Zulässig ist die gemeinsame Abrechnung mit der Ziffer 1 (Beratung) oder der Ziffer 5 (Symptombezogene Untersuchung) in derselben Sitzung. Auch proktologische Grundleistungen wie die Anoskopie nach Ziffer 705 können in der Regel problemlos neben der Sphinkterprüfung aufgeführt werden, sofern die medizinische Notwendigkeit gegeben ist.

Ziffer A832 in der neuen GOÄ

A832 war die Analogziffer für ein breites Spektrum elektrophysiologischer und alternativdiagnostischer Verfahren. In der neuen GOÄ wird jedes Verfahren eigenständig abgerechnet:

Elektrische Stimulationsakupunktur (Nadelstich-Technik)

  • 731 Akupunktur, Dauer bis zu 20 Minuten — 18,55 € plus 732 Zuschlag für elektrische Stimulationsakupunktur — 5,55 € (Sitzung bis zu 20 Minuten)
  • 733 Akupunktur, Dauer mehr als 20 Minuten — 42,90 € plus 734 Zuschlag für elektrische Stimulationsakupunktur — 7,50 € (Sitzung mehr als 20 Minuten)

Alternativdiagnostik

  • 13911 „Umfangreicher Arzneimittel-Test nach Übersichtsmessungen der peripheren Messpunkte" — 77,84 €, im Behandlungsfall bis zu zweimal (Arzneimitteltest nach peripheren Messpunkten)
  • 13913 „Erfassung der Mundbatteriemessung, einschließlich Protokoll bei maximal 8 Messvorgängen oder 12 verschiedenen Messungen" — 4,29 €, im Behandlungsfall bis zu zweimal (Mundbatteriemessung)
  • 13915 „Regulationstest" — 69,14 €, bis zu zweimal im Behandlungsfall (Regulationstest)

Kein Nachfolger in der neuen GOÄ für Elektroakupunktur nach Voll (EAV), elektrische Punktdetektion, bioelektrische Funktionsdiagnostik und Punkttherapie bis 40 Punkte ohne Nadelstich-Technik. Heute liegt der 2,3-fache Satz bei 21,18 €.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer A832

Die GOÄ-Ziffer A832 rechnet die Prüfung der Sphinkterfunktion als analoge Leistung ab. Sie kommt typischerweise bei der apparativen oder manuellen Diagnostik von Schließmuskelstörungen zum Einsatz. Die Abrechnung erfolgt in Anlehnung an die Ziffer 832 der Gebührenordnung.
Der einfache Gebührensatz der Ziffer A832 liegt bei 9,21 €. Bei der Abrechnung des üblichen Regelhöchstsatzes mit dem Faktor 2,3 beträgt das Honorar 21,18 €. Der maximale Höchstsatz mit dem Faktor 3,5 beläuft sich auf 32,23 €.
Eine Steigerung über den Schwellenwert von 2,3 ist bei erschwerten Untersuchungsbedingungen zulässig. Dies ist beispielsweise bei ausgeprägten anatomischen Stenosen oder mangelnder Compliance des Patienten der Fall. Die konkreten Gründe müssen in der Rechnung nachvollziehbar dokumentiert werden.
Die Ziffer A832 darf nicht neben komplexeren, denselben Bereich betreffenden manometrischen Untersuchungen abgerechnet werden. Auch einfache rektale Tastuntersuchungen ohne apparativen Mehraufwand rechtfertigen den Ansatz dieser Ziffer nicht. Eine sorgfältige Abgrenzung ist daher zwingend erforderlich.
Für eine rechtssichere Abrechnung müssen die Indikation, die genaue Untersuchungsmethode sowie die Messergebnisse in der Patientenakte dokumentiert werden. Insbesondere die exakten Druckwerte wie Ruhe- und Kneifdruck sind festzuhalten. Diese Angaben dienen als Nachweis bei Rückfragen der Kostenträger.
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