So rechnen Sie die Divertikelresektion im Halsbereich nach GOÄ-Ziffer 2753 korrekt ab: Indikationen, Kombinationen und Fallstricke im Überblick.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 2753
GOÄ-Ziffer 2753: Divertikelresektion im Halsbereich - 1660 Punkte
Die Leistungsbeschreibung umfasst die operative Entfernung oder Sanierung von Divertikeleinstülpungen im Bereich des Halses. Diese Ziffer deckt sowohl den klassischen offenen chirurgischen Zugang als auch moderne endoskopische Verfahren ab. Die Abrechnung setzt eine vollständige Durchführung der beschriebenen operativen Schritte voraus.
In der Praxis bezieht sich diese Ziffer fast ausschließlich auf die Behandlung des sogenannten Zenker-Divertikels. Da es sich hierbei um einen komplexen Eingriff an einer anatomisch sensiblen Engstelle handelt, ist die Bewertung mit 1660 Punkten vergleichsweise hoch angesetzt. Die Ziffer bildet die chirurgische Kernleistung ab, während begleitende Maßnahmen gesondert zu prüfen sind.
GOÄ 2753 in der Praxis: Indikationen und operative Verfahren
Das Zenker-Divertikel stellt eine Ausstülpung der Schleimhaut im muskelschwachen Dreieck, dem sogenannten Killian-Dreieck, dar. Typische Symptome der betroffenen Patienten sind ausgeprägte Schluckbeschwerden, das Gefühl eines Fremdkörpers im Hals sowie die Gefahr der Regurgitation unverdauter Speisen. Bei fortgeschrittenem Befund droht eine gefährliche Aspiration, weshalb eine operative Intervention medizinisch indiziert ist.
Für die chirurgische Therapie stehen dem Operateur verschiedene Wege offen. Neben der offenen Zervikotomie, die meist mit einer Myotomie des Musculus cricopharyngeus kombiniert wird, haben sich transorale endoskopische Verfahren etabliert. Beide methodischen Ansätze werden regelhaft unter der Ziffer 2753 abgerechnet. Auch laserchirurgische Spaltungen der Divertikelschwelle fallen unter dieses Leistungsspektrum.
Tipp: Auch moderne, minimal-invasive Verfahren wie die transoral-endoluminale Mukomyotomie können über die Ziffer 2753 abgerechnet werden, gegebenenfalls im Wege einer Analogbewertung, falls Abweichungen im Instrumenteneinsatz vorliegen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 2753
Fallbeispiel 1: Offene Zervikotomie bei großem Zenker-Divertikel
Ein Patient stellt sich mit einem großen, symptomatischen Zenker-Divertikel vor. Der Operateur entscheidet sich für den offenen Zugang über eine linksseitige Zervikotomie. Das Divertikel wird freipräpariert, abgetragen und eine Myotomie des oberen Speiseröhrenschließmuskels durchgeführt. Die Abrechnung erfolgt mit der Ziffer 2753 zum Regelsatz von 2,3.
Fallbeispiel 2: Endoskopische Schwellenspaltung mittels Laser
Bei einem älteren Patienten wird eine endoskopische Schwellenspaltung des Divertikels unter Einsatz eines chirurgischen Lasers durchgeführt. Der Laser dient hierbei der Durchtrennung des Muskelstegs zur Beseitigung der Passagebehinderung. Neben der Hauptleistung nach Ziffer 2753 wird die Ziffer 706 analog für den Lasereinsatz in Ansatz gebracht.
Fallbeispiel 3: Ambulante endoskopische Divertikelsanierung
Die Sanierung eines kleineren Divertikels erfolgt ambulant in einer spezialisierten Tagesklinik. Da der Eingriff ambulant durchgeführt wird, ist die Leistung zuschlagsfähig. Der Arzt rechnet neben der Ziffer 2753 den ambulanten Operationszuschlag nach Ziffer 445 ab, was das Honorar optimiert.
Häufige Fehler bei der GOÄ 2753: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler in der Abrechnungspraxis betrifft die separate Darstellung des Nervus laryngeus recurrens. Zur Vermeidung von Nervenschäden ist diese Darstellung bei offenen Eingriffen zwar medizinisch geboten, jedoch ist die gesonderte Berechnung der Ziffern 2583 oder 2584 neben der Ziffer 2753 explizit ausgeschlossen. Diese Leistung ist mit der Hauptziffer abgegolten.
Ein weiterer Streitpunkt mit privaten Krankenversicherungen ist der unzulässige Ansatz von Laserzuschlägen. Die Ziffer 706 darf nur dann zusätzlich berechnet werden, wenn der Laser zur Blutstillung oder zur Beseitigung von Stenosen dient. Erfolgt der Einsatz primär zur Gewebedurchtrennung, muss die Abrechnung zwingend als Analogbewertung begründet werden, um Kürzungen zu vermeiden.
Achtung: Private Kostenträger kürzen die Rechnung konsequent, wenn die Ziffern 2583 oder 2584 neben der Ziffer 2753 aufgeführt sind. Achten Sie darauf, diese Nervendarstellung ausschließlich im OP-Bericht zu dokumentieren, nicht jedoch auf der Liquidation.
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Dokumentation der GOÄ 2753: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen durch Prüfstellen. Im Operationsbericht müssen der gewählte Zugangsweg, die genaue Lokalisation des Divertikels sowie die Durchführung der Myotomie detailliert beschrieben werden. Auch die Schonung der umliegenden Strukturen, insbesondere des Stimmnervs, sollte explizit Erwähnung finden.
Wird ein Laser verwendet, muss dessen medizinische Notwendigkeit und die genaue Funktion im Bericht festgehalten werden. Dies erleichtert die Durchsetzung der analogen Ziffer 706 bei Rückfragen der Beihilfe oder Privatversicherungen.
Dokumentation: Nach linksseitiger Zervikotomie Darstellung des Retropharyngealraums. Identifikation des Zenker-Divertikels (Größe ca. 4 cm). Präparation des Divertikelsacks unter Schonung des N. laryngeus recurrens. Vollständige Resektion des Divertikels mittels Klammernahtgerät und anschließende Myotomie des M. cricopharyngeus über eine Länge von 3 cm.
GOÄ 2753: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Eine Überschreitung des 2,3-fachen Regelsatzes bis zum 3,5-fachen Höchstsatz ist bei schwierigen anatomischen Verhältnissen gerechtfertigt. Typische Begründungen sind ausgeprägte Verwachsungen nach Voroperationen, eine extreme Größe des Divertikelsacks oder ein erhöhtes Perforationsrisiko bei dünner Wandstruktur. Auch ein starker Würgereiz oder anatomische Engpässe bei endoskopischem Zugang begründen einen erhöhten Steigerungsfaktor.
Typische Ziffernkombinationen
Neben der operativen Hauptleistung nach Ziffer 2753 sind begleitende Anästhesieleistungen sowie postoperative Überwachungsziffern berechnungsfähig. Bei ambulanter Durchführung ist der Zuschlag nach Ziffer 445 obligat. Der Einsatz des Lasers wird über die Ziffer 706 (ggf. analog) abgebildet, während diagnostische Endoskopien im Vorfeld der Operation eigenständig liquidiert werden können.
Ziffer 2753 in der neuen GOÄ
Die Ziffer 2753 (Divertikelresektion im Halsbereich, heute 222,55 € beim 2,3-fachen Satz) wird in der neuen GOÄ je nach klinischer Konstellation unterschiedlich abgebildet:
- 8902 „Divertikelspaltung im Halsbereich mit Myotomie des M. constrictor pharyngis, endoskopisch, ggf. einschließlich -Legen einer Magensonde -Anwendung eines Lasers -Anwendung eines Staplers -Infiltrationsanästhesie“ (218,66 €) — bei: endoskopisch
- 8903 „Divertikelresektion im Halsbereich mit Myotomie des M. constrictor pharyngis, offen chirurgisch, ggf. einschließlich -Legen einer Magensonde -Freipräparation der Speiseröhre -Ösophagusverschlussnaht -Infiltrationsanästhesie“ (383,41 €) — bei: offen chirurgisch
Die Dokumentation der konkreten Leistung entscheidet: Die Spanne reicht von 218,66 € bis 383,41 €.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 2753
Was hat nicht gestimmt?