GOÄ 5400: Schilddrüsenszintigraphie korrekt abrechnen

4 Min. Lesezeit
GOÄ 5400
Szintigraphische Untersuchung (Schilddrüse) – gegebenenfalls einschließlich Darstellung dystoper Anteile –
Punktzahl 350  
Einfachsatz 20,40 € 1,0x
Regelhöchstsatz 36,72 € 1,8x
Höchstsatz 51,00 € 2,5x
Ausschlüsse

Die GOÄ-Ziffer 5400 deckt die rein bildliche Schilddrüsenszintigraphie ab. Erfahren Sie, wie Sie typische Abrechnungsfehler und Kürzungen vermeiden.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 5400

Szintigraphische Untersuchung (Schilddrüse) – gegebenenfalls einschließlich Darstellung dystoper Anteile –

Die Leistung nach GOÄ-Ziffer 5400 stellt die nuklearmedizinische Basisuntersuchung der Schilddrüse dar. Sie umfasst die rein bildliche Darstellung des Organs mittels eines Gammakamera-Systems nach Applikation eines geeigneten Radiopharmakons. Wichtig ist hierbei, dass diese Ziffer keine quantitativen Analysen oder funktionellen Prüfungen beinhaltet.

Die Mitdarstellung von dystopem Schilddrüsengewebe, welches sich an untypischen anatomischen Stellen befindet, ist in der Ziffer bereits enthalten. Eine gesonderte Berechnung für die Suche nach solchen ektopen Gewebeanteilen ist daher nicht zulässig.

GOÄ 5400 in der Praxis: Indikation und Abgrenzung zur Funktionsdiagnostik

In der modernen nuklearmedizinischen Praxis wird die GOÄ 5400 vergleichsweise selten als alleinige Leistung abgerechnet. Sie eignet sich primär für spezielle klinische Fragestellungen, bei denen eine reine morphologische Orientierung ausreicht. Typische Indikationen sind der Nachweis oder Ausschluss von ektopen Schilddrüsenresten nach einer Operation.

Sobald jedoch eine funktionelle Aussage oder eine quantitative Auswertung erforderlich ist, stößt die Ziffer an ihre Grenzen. Für die Bestimmung des globalen oder regionalen Technetium-Uptakes ist die Ziffer ungeeignet. In diesen Fällen müssen Ärzte auf die spezifischeren Ziffern der Schilddrüsen-Funktionsdiagnostik zurückgreifen.

Tipp: Prüfen Sie vor der Abrechnung genau, ob eine quantitative Funktionsanalyse stattgefunden hat. Ist dies der Fall, müssen Sie zwingend auf die höher bewertete GOÄ 5401 ausweichen.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 5400

Fallbeispiel 1: Verdacht auf dystopes Schilddrüsengewebe

Ein Patient stellt sich mit einer unklaren Raumforderung am Zungengrund vor. Es besteht der klinische Verdacht auf eine Zungengrundschilddrüse.

Es erfolgt eine szintigraphische Untersuchung zur reinen Lokalisationsdiagnostik ohne funktionelle Quantifizierung. Die Abrechnung erfolgt nach GOÄ-Ziffer 5400 zum Regelsatz.

Fallbeispiel 2: Ausschluss retrosternaler Strumaanteile

Bei einer Patientin zeigt sich im Röntgen-Thorax eine mediastinale Verbreiterung. Zur Abklärung soll geprüft werden, ob retrosternale Kropfanteile vorliegen.

Die szintigraphische Untersuchung dient ausschließlich dem Nachweis oder Ausschluss von Schilddrüsengewebe im vorderen Mediastinum. Aufgrund einer ausgeprägten Kyphose der Patientin ist die Lagerung erheblich erschwert, weshalb die GOÄ 5400 mit erhöhtem Faktor abgerechnet wird.

Fallbeispiel 3: Postoperative Verlaufskontrolle

Nach einer vollständigen Schilddrüsenresektion soll das Vorhandensein von verbliebenem Schilddrüsenrestgewebe visuell überprüft werden.

Da keine funktionelle Quantifizierung notwendig ist, reicht die rein bildliche Darstellung aus. Die Leistung wird mit der GOÄ 5400 zum Regelsatz liquidiert.

Häufige Fehler bei der GOÄ 5400: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler in der Abrechnungspraxis ist die unzulässige Nebeneinanderberechnung. Die GOÄ 5400 darf explizit nicht neben den Ziffern 5401 und 5402 abgerechnet werden. Diese Ziffern schließen sich gegenseitig aus, da die Funktionsprüfung die bildliche Darstellung bereits beinhaltet.

Ein weiterer Streitpunkt mit privaten Krankenversicherungen betrifft die unvollständige Dokumentation. Wenn ein Technetium-Uptake durchgeführt wurde, die Praxis aber fälschlicherweise die GOÄ 5400 ansetzt, geht wertvolles Honorar verloren. Umgekehrt führen fehlende Nachweise einer quantitativen Auswertung bei der GOÄ 5401 oft zur Kürzung auf die GOÄ 5400 durch die Prüfstellen.

Achtung: Die Nebeneinanderberechnung von GOÄ 5400 und GOÄ 5401 am selben Untersuchungstag führt unweigerlich zur Beanstandung und Honorarkürzung durch die Prüfstellen.

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Dokumentation der GOÄ 5400: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist essenziell, um Honorarkürzungen erfolgreich abzuwehren. Der schriftliche Befundbericht muss die Indikation, das verwendete Radiopharmakon sowie die exakte Aktivität in Megabequerel enthalten. Auch die anatomische Zuordnung der Aktivitätsanreicherungen muss präzise beschrieben werden.

Besonders die Darstellung oder der Ausschluss von dystopen Gewebeanteilen sollte explizit im Text erwähnt werden. Dies untermauert die medizinische Notwendigkeit und rechtfertigt die Wahl dieser spezifischen Ziffer gegenüber den Kostenträgern.

Dokumentationsbeispiel: Schilddrüsenszintigraphie nach i.v. Applikation von 75 MBq Tc-99m-Pertechnetat. Statische Akquisition in anteriorer Projektion. Homogene Nuklidverteilung in beiden regelrecht lokalisierten Schilddrüsenlappen. Kein Nachweis dystoper oder ektoper Schilddrüsenanteile, insbesondere kein retrosternales Gewebe.

GOÄ 5400: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Ein Überschreiten des Regelsatzes (1,8-fach) bis zum Höchstsatz von 2,5-fach ist bei besonderen Erschwernissen möglich. Typische Begründungen sind eine extreme Adipositas des Patienten oder ausgeprägte Lagerungsschwierigkeiten bei schweren Wirbelsäulendeformitäten. Auch eine mangelnde Kooperationsfähigkeit des Patienten kann als begründeter Erschwernisfaktor herangezogen werden.

Typische Ziffernkombinationen

Neben der GOÄ 5400 können die Sachkosten für das Radiopharmakon gemäß Paragraph 10 GOÄ gesondert in Rechnung gestellt werden. Häufig wird die Untersuchung mit einer Sonographie der Schilddrüse nach GOÄ 417 kombiniert. Auch Beratungen nach GOÄ 1 oder 3 sowie symptombezogene Untersuchungen nach GOÄ 5 sind am selben Tag unter Beachtung der allgemeinen Kombinationsregeln berechenbar.

Ziffer 5400 in der neuen GOÄ

Die Schilddrüsenszintigraphie erhält mit Nummer 13500 einen direkten Nachfolger: „Szintigraphische Untersuchung der Schilddrüse, ggf. einschließlich Darstellung dystoper Anteile" zum Festpreis von 77,00 €. Der bisherige 2,3-fache Satz lag bei 36,72 €, der Festpreis liegt damit mehr als doppelt so hoch.

Die dystopen Anteile bleiben wie bisher fakultativ eingeschlossen. Zu beachten: 13500 ist neben 13501 oder 13502 nicht berechnungsfähig.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 5400

Nein, die gleichzeitige Abrechnung der GOÄ 5400 und GOÄ 5401 ist ausgeschlossen. Die GOÄ 5401 enthält bereits die bildliche Darstellung und erweitert diese um eine quantitative Funktionsprüfung.
Dystop bedeutet, dass sich Schilddrüsengewebe an einer untypischen anatomischen Stelle befindet, wie beispielsweise retrosternal oder am Zungengrund. Die Suche nach und Darstellung solcher Anteile ist mit der GOÄ 5400 abgegolten.
Die GOÄ 5400 wird gewählt, wenn eine rein morphologische Orientierung ohne quantitative Funktionsanalyse medizinisch ausreichend ist. Dies ist häufig bei der Suche nach ektopen Schilddrüsenresten oder rein anatomischen Fragestellungen der Fall.
Ja, die Kosten für das verabreichte Radiopharmakon können als Sachkosten gemäß Paragraph 10 GOÄ zusätzlich in Rechnung gestellt werden. Achten Sie darauf, die Einkaufskosten exakt zu dokumentieren.
Ein erhöhter Steigerungssatz kann durch schwierige Lagerungsbedingungen des Patienten, mangelnde Kooperationsfähigkeit oder extreme anatomische Besonderheiten begründet werden. Die Begründung muss individuell und patientenbezogen in der Rechnung dargelegt werden.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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