GOÄ A691: Endoskopische Sklerosierung korrekt abrechnen

4 Min. Lesezeit
GOÄ A691
endoskopische Sklerosierungsbehandlung von Fundusvarizen oder Ulzerationen des Magens oder des Bulbus duodeni
Punktzahl 1400  
Einfachsatz 81,60 € 1,0x
Regelhöchstsatz 187,68 € 2,3x
Höchstsatz 285,60 € 3,5x

Die endoskopische Sklerosierung von Fundusvarizen und Magenulzera nach GOÄ A691 wirft oft Abrechnungsfragen auf. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie Fehler vermeiden.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer A691

A691: endoskopische Sklerosierungsbehandlung von Fundusvarizen oder Ulzerationen des Magens oder des Bulbus duodeni (analog Ziffer 691)

Die Ziffer A691 ist eine Analogbewertung, die auf der regulären GOÄ-Ziffer 691 basiert. Da die ursprüngliche Gebührenordnung keine spezifische Ziffer für die Verödung im Magen- oder Duodenalbereich vorsieht, wird diese Analogie herangezogen. Die Leistung umfasst die gezielte Einbringung von Sklerosierungsmitteln zur Blutstillung oder Rezidivprophylaxe.

Zu den inkludierten Maßnahmen gehören die endoskopische Einstellung der Blutungsquelle sowie das präzise Platzieren der Injektionsnadel. Auch die anschließende Überprüfung der erfolgreichen Hämostase ist fester Bestandteil dieser Ziffer. Die Abrechnung setzt eine medizinisch notwendige, interventionelle Maßnahme voraus.

GOÄ A691 in der Praxis: Indikationen und klinischer Stellenwert

Die Anwendung der GOÄ A691 ist im klinischen Alltag meist ein akuter Notfall oder eine geplante Rezidivprophylaxe. Typische Indikationen sind blutende Fundusvarizen bei portaler Hypertension oder therapierefraktäre Ulzera im Magen und Duodenum. Der Eingriff erfordert ein hohes Maß an endoskopischer Präzision und schnelles Handeln.

Eine klare Abgrenzung muss zur klassischen Ösophagusvarizen-Sklerosierung nach Ziffer 691 erfolgen. Während Ziffer 691 die Speiseröhre betrifft, deckt die Analogziffer A691 den gastroduodenalen Bereich ab. Diese anatomische Trennung ist für die korrekte Honorierung von entscheidender Bedeutung.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ A691

Fallbeispiel 1: Akute Fundusvarizenblutung bei Leberzirrhose

Ein Patient stellt sich mit akutem Erbrechen von Blut in der Notaufnahme vor. Die Notfall-Gastroskopie zeigt eine aktive, spritzende Blutung aus einer großen Fundusvarix. Der Arzt führt eine erfolgreiche Sklerosierung mit Gewebekleber durch. Aufgrund des hohen Risikos und des Notfallcharakters wird die GOÄ A691 mit dem erhöhten Faktor 3,5 abgerechnet.

Fallbeispiel 2: Sickerblutung aus einem Ulcus ventriculi

Bei einer diagnostischen Gastroskopie aufgrund von Teerstuhl zeigt sich ein Magenulkus mit einer aktiven Sickerblutung (Forrest Ib). Der Untersucher entscheidet sich zur sofortigen Injektionstherapie mit Polidocanol. Die Blutung kommt erfolgreich zum Stehen. Die Abrechnung erfolgt mit dem Regelhöchstsatz von 2,3× über die Ziffer A691.

Fallbeispiel 3: Geplante Eradikation von Fundusvarizen

Im Rahmen einer geplanten Kontrolluntersuchung erfolgt die elektive Verödung verbliebener Fundusvarizen zur Rezidivprophylaxe. Der Eingriff verläuft komplikationslos und ohne erhöhten Zeitaufwand. Die Leistung wird regelhaft mit dem Faktor 2,3 liquidiert.

Häufige Fehler bei der GOÄ A691: Was Prüfer beanstanden

Achtung: Die Nebeneinanderberechnung von Ziffer A691 und der Referenzziffer 691 für dieselbe Sitzung wird von privaten Krankenversicherungen häufig beanstandet, wenn die anatomische Trennung im Bericht nicht zweifelsfrei hervorgeht.

Ein häufiger Fehler liegt in der unvollständigen Abgrenzung zu rein diagnostischen Maßnahmen. Die reine Inspektion ohne therapeutische Konsequenz rechtfertigt die Ziffer A691 nicht. Zudem versuchen Prüfstellen oft, die Ziffer A691 in der allgemeinen Gastroskopie-Gebühr aufgehen zu lassen.

Ein weiterer Streitpunkt ist die gesonderte Berechnung der verwendeten Materialien. Die Kosten für teure Sklerosierungsmittel oder Gewebekleber dürfen gemäß § 10 GOÄ als Sachkosten zusätzlich in Rechnung gestellt werden. Dies sollte auf der Liquidation transparent ausgewiesen werden.

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Dokumentation der GOÄ A691: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das beste Schild gegen Honorarkürzungen. Im Endoskopiebericht müssen die genaue Lokalisation, der Befund nach der Forrest-Klassifikation und das exakte Vorgehen beschrieben sein. Auch die Menge des injizierten Mediums gehört zwingend in die Akte.

Dokumentation: Notfall-Gastroskopie bei V.a. obere GI-Blutung. Nachweis einer spritzenden Blutung aus einer Fundusvarix (Forrest Ia). Endoskopische Sklerosierung mittels Injektion von 1,5 ml Histoacryl/Lipiodol-Gemisch. Primäre Hämostase erfolgreich erzielt. Keine unmittelbaren Komplikationen.

Zusätzlich empfiehlt es sich, die fotografische Dokumentation der Blutungsquelle vor und nach der Intervention abzuspeichern. Diese Bildnachweise dienen im Streitfall als objektiver Beleg für die medizinische Notwendigkeit der therapeutischen Maßnahme.

Tipp: Vermerken Sie die Chargennummer und den Handelsnamen des verwendeten Sklerosierungsmittels direkt im OP-Protokoll, um Rückfragen der Kostenträger zur Sachkostenabrechnung sofort zu entkräften.

GOÄ A691: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Eine Überschreitung des Schwellenwertes von 2,3× bis hin zum Höchstsatz von 3,5× ist bei der GOÄ A691 gut begründbar. Typische Gründe sind eine erschwerte Sicht durch massive Blutkoagel, anatomische Besonderheiten oder eine akute vitale Bedrohung des Patienten. Auch ein extrem unruhiger Patient unter Sedierung kann als Begründung dienen.

Typische Ziffernkombinationen

Die GOÄ A691 wird häufig in Kombination mit der diagnostischen Gastroskopie nach Ziffer 683 erbracht. Wenn die therapeutische Intervention erst aufgrund des endoskopischen Befundes beschlossen wurde, sind beide Ziffern nebeneinander berechenbar. Zudem können anästhesiologische Leistungen wie die Analgosedierung nach Ziffer 5200 oder Ziffer 451 zusätzlich angesetzt werden.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer A691

Die GOÄ-Ziffer A691 ist eine Analogziffer zur Abrechnung der endoskopischen Sklerosierungsbehandlung von Fundusvarizen oder Ulzerationen im Magen und Bulbus duodeni. Sie basiert auf der Referenzziffer 691 und wird mit 1400 Punkten bewertet.
Zum einfachen Gebührensatz beträgt das Honorar 81,60 Euro. Bei der Abrechnung mit dem Regelhöchstsatz von 2,3× beläuft sich der Betrag auf 187,68 Euro, während der Höchstsatz von 3,5× mit 285,60 Euro vergütet wird.
Ja, die Kosten für verwendete Sklerosierungsmittel oder Gewebekleber können gemäß § 10 GOÄ als Sachkosten zusätzlich in Rechnung gestellt werden. Diese sollten mit Namen und genauer Verbrauchsmenge auf der Liquidation aufgeführt werden.
Eine Erhöhung des Faktors bis 3,5× ist bei erschwerten Bedingungen wie massiven Blutungen, schlechter Sicht durch Koagel oder anatomischen Besonderheiten zulässig. Auch eine akute vitale Gefährdung des Patienten rechtfertigt eine Steigerung.
Ja, wenn die diagnostische Gastroskopie der therapeutischen Intervention vorausging und der Entschluss zur Sklerosierung erst intraoperativ gefasst wurde. Die medizinische Notwendigkeit beider Schritte muss jedoch detailliert dokumentiert sein. Rechnungsbegründungen dokumentiert sein.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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