GOÄ 2292: Eröffnung von Brust- oder Bauchhöhle abrechnen

4 Min. Lesezeit
GOÄ 2292
Eröffnung von Brust- oder Bauchhöhle bei vorderem Zugang, nur im Zusammenhang mit Leistungen nach den Nummern , , , und
Punktzahl 1110  
Einfachsatz 64,70 € 1,0x
Regelhöchstsatz 148,81 € 2,3x
Höchstsatz 226,45 € 3,5x
Ausschlüsse

Die Abrechnung der GOÄ-Ziffer 2292 erfordert Präzision. Erfahren Sie alles über Voraussetzungen, Kombinationen mit Wirbelsäuleneingriffen und typische Fehler.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 2292

Eröffnung von Brust- oder Bauchhöhle bei vorderem Zugang, nur im Zusammenhang mit Leistungen nach den Nummern 2285, 2286, 2287, 2332 und 2333

Diese Gebührenziffer beschreibt die operative Eröffnung der Brust- oder Bauchhöhle über einen vorderen Zugang. Sie dient als vorbereitender Schritt, um die Wirbelsäule für komplexe chirurgische Eingriffe von ventral her zugänglich zu machen. Die Leistung umfasst die Präparation durch die anatomischen Schichten und die Darstellung des Operationsgebietes unter Schonung der umliegenden Organe und Gefäße bei großen Wirbelsäuleneingriffen.

GOÄ 2292 in der Praxis: Indikationen und vorderer Zugang

Der vordere Zugang zur Wirbelsäule wird gewählt, wenn eine dorsale Instrumentierung anatomisch oder mechanisch nicht ausreicht. Typische Indikationen sind die ventrale Spondylodese, der Wirbelkörperersatz oder die Korrektur ausgeprägter Deformitäten. Die Eröffnung der Höhle erfordert eine hohe chirurgische Präzision, um Verletzungen von Pleura, Peritoneum oder großen Leitungsbahnen zu vermeiden. Daher ist die Abrechnung über die GOÄ 2292 bei diesen komplexen Indikationen mit einem thorako-abdominalen Zugang medizinisch vollumfänglich begründet.

Tipp: Wenn der Zugang von einem separaten Operateur, beispielsweise einem Viszeral- oder Thoraxchirurgen, durchgeführt wird, kann dieser die GOÄ 2292 eigenständig abrechnen, während der Orthopäde die eigentliche Wirbelsäulenleistung ansetzt.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 2292

Fallbeispiel 1: Ventrale Spondylodese der Lendenwirbelsäule

Ein Patient stellt sich mit einer fortgeschrittenen Spondylolisthese vor. Zur Durchführung einer ventralen Spondylodese (GOÄ 2285) erfolgt der Zugang über eine mediane Laparotomie. Die Eröffnung der Bauchhöhle wird mit der GOÄ 2292 liquidiert.

Fallbeispiel 2: Thorakaler Wirbelkörperersatz bei Tumor

Bei einer pathologischen Fraktur im Brustwirbelbereich wird ein Wirbelkörperersatz (GOÄ 2332) notwendig. Der Zugang erfolgt transthorakal durch Eröffnung der Brusthöhle. Neben der Hauptleistung wird die GOÄ 2292 für den Zugang berechnet.

Fallbeispiel 3: Mehretagige Skoliosekorrektur

Zur Korrektur einer rigiden thorakolumbalen Skoliose erfolgt ein kombinierter thorako-phreniko-retroperitonealer Zugang. Die komplexe Eröffnung beider Höhlen zur Vorbereitung der Osteosynthese (GOÄ 2333) rechtfertigt den Ansatz der GOÄ 2292 für die Skoliosekorrektur.

Häufige Fehler bei der GOÄ 2292: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler ist die Abrechnung der GOÄ 2292 als solitäre Leistung ohne eine der im Text genannten Hauptleistungen. Private Krankenversicherungen prüfen zudem genau, ob unzulässige Ausschlussziffern wie die 2990 (Thorakotomie) oder die 3135 (Laparotomie) nebeneinander auf der Rechnung stehen. Diese Ziffern sind als selbstständige Leistung definiert und dürfen bei einem kombinierten Eingriff nicht zusätzlich zur GOÄ 2292 berechnet werden.

Achtung: Die GOÄ 2292 darf niemals als solitäre Leistung abgerechnet werden. Sie ist zwingend an die Durchführung einer der im Leistungstext genannten knochenchirurgischen Hauptleistungen gebunden.

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Dokumentation der GOÄ 2292: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation im OP-Bericht ist essenziell, um Honorarkürzungen zu vermeiden. Es muss detailliert beschrieben werden, wie die Eröffnung der jeweiligen Höhle durchgeführt wurde und welche anatomischen Strukturen dargestellt wurden. Auch der schichtweise Verschluss und die Verknüpfung zum nachfolgenden Wirbelsäuleneingriff müssen klar aus der Akte hervorgehen, um den Zugangsweg zweifelsfrei zu belegen.

Dokumentation: Vorderer retroperitonealer Zugang zur Lendenwirbelsäule (L3/L4) nach medianer Laparotomie. Darstellung und Mobilisierung der großen Gefäße zur Vorbereitung der Spondylodese nach GOÄ 2285. Schichtweiser Verschluss der Bauchhöhle.

GOÄ 2292: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Ein erhöhter Schwierigkeitsgrad kann den Ansatz eines höheren Steigerungssatzes (bis 3,5-fach) rechtfertigen. Typische Begründungen sind ausgeprägte Verwachsungen nach Voroperationen, anatomische Varianten der großen Gefäße oder eine ausgeprägte Adipositas des Patienten, die den Zugang erheblich erschweren.

Typische Ziffernkombinationen

Die GOÄ 2292 wird regelhaft mit den im Legendentext genannten Kombinationsleistungen wie der GOÄ 2285 (Spondylodese) oder GOÄ 2332 (Osteosynthese) kombiniert. Hinzu kommen meist Ziffern für die Anästhesie, die postoperative Überwachung sowie gegebenenfalls Ziffern für das intraoperative Neuromonitoring.

Ziffer 2292 in der neuen GOÄ

Eröffnung von Brust- oder Bauchhöhle bei vorderem Zugang, nur im Zusammenhang mit Leistungen nach den Nummern 2285, 2286, 2287, 2332 und 2333 (heute 2,3-fach: 148,81 €) wird zur Nummer 8517 „Zuschlag zu der Leistung nach Nummer 8515 für einen zusätzlichen ventralen Zugan" (bei: Zuschlag zu Nummer 8515) — fester Satz 458,03 €.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 2292

Die GOÄ-Ziffer 2292 wird für die Eröffnung der Brust- oder Bauchhöhle über einen vorderen Zugang berechnet. Dies ist jedoch nur im direkten Zusammenhang mit bestimmten wirbelsäulenchirurgischen Eingriffen wie den Nummern 2285 bis 2287 sowie 2332 und 2333 zulässig.
Die Ziffern 2990 und 3135 sind nicht neben der GOÄ 2292 berechenbar. Diese betreffen die Thorakotomie beziehungsweise Laparotomie als selbstständige operative Leistungen, die durch den spezifischen Zugang abgegolten sind.
Ja, wenn der Zugangsweg durch einen eigenständigen Operateur wie einen Viszeralchirurgen hergestellt wird, kann dieser die GOÄ 2292 liquidieren. Der orthopädische oder unfallchirurgische Hauptoperateur rechnet dann die eigentliche Wirbelsäulenleistung ab.
Ein Überschreiten des Regelsatzes kann durch einen erhöhten Zeitaufwand oder besondere Schwierigkeit begründet werden. Typische Gründe sind ausgeprägte Verwachsungen im Bauch- oder Brustraum, anatomische Varianten oder starkes Übergewicht des Patienten.
Nein, die GOÄ 2292 setzt zwingend einen vorderen beziehungsweise ventralen Zugang voraus, der die Eröffnung der Brust- oder Bauchhöhle erfordert. Bei rein posterioren oder dorsalen Zugängen zur Wirbelsäule ist diese Ziffer nicht anwendbar.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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