GOÄ 3742: Ferritin & Analogabrechnungen korrekt anwenden

5 Min. Lesezeit
GOÄ 3742
Ferritin Ligandenassay – gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve –
Punktzahl 250  
Einfachsatz 14,57 € 1,0x
Regelhöchstsatz 16,76 € 1,1x
Höchstsatz 18,94 € 1,3x

Die GOÄ-Ziffer 3742 regelt die Abrechnung von Ferritin sowie wichtigen Analogbewertungen wie sTfR und Troponin. Erfahren Sie alle Details für Ihre Praxis.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3742

Ferritin Ligandenassay – gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve –

Die GOÄ-Ziffer 3742 beschreibt eine quantitative Laborleistung aus dem Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen), Unterabschnitt 6 (Proteine, Aminosäuren, Elektrophoreseverfahren). Der Leistungsinhalt umfasst die Bestimmung von Ferritin mittels eines Ligandenassays.

In der Gebührenordnung dient der Begriff Ligandenassay als Oberbegriff für verschiedene immunologische Nachweismethoden. Eine eventuell durchgeführte Doppelbestimmung sowie das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve sind mit der Gebühr bereits abgegolten und dürfen nicht separat berechnet werden.

GOÄ 3742 in der Praxis: Diagnostik von Eisenmangel und Myokardschäden

Die Bestimmung von Ferritin im Serum oder Plasma ist der Goldstandard zur Beurteilung der Körpereisenspeicher. Ein erniedrigter Ferritinwert beweist einen Eisenmangel, während erhöhte Werte auf eine Eisenüberladung oder entzündliche Prozesse hinweisen können.

Neben der klassischen Ferritinbestimmung wird die GOÄ 3742 auch für wichtige Analogbewertungen herangezogen. Hierzu gehören die Bestimmung des löslichen Transferrinrezeptors (sTfR) sowie des kardialen Troponins (cTn).

Der lösliche Transferrinrezeptor ist besonders wertvoll, wenn Entzündungen oder Infekte den Ferritinwert künstlich erhöhen und einen bestehenden Eisenmangel maskieren. Die Bestimmung von kardialem Troponin hingegen ist essenziell für den schnellen Ausschluss oder Nachweis eines akuten Myokardinfarkts.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3742

Fallbeispiel 1: Abklärung eines latenten Eisenmangels

Eine Patientin stellt sich mit chronischer Müdigkeit und Haarausfall vor. Das Blutbild zeigt ein normales Hämoglobin, jedoch besteht der Verdacht auf einen leeren Eisenspeicher.

Zur Diagnostik wird Ferritin im Serum bestimmt. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 3742 zum Regelsatz (1,15-fach), da keine erschwerenden Faktoren vorliegen.

Fallbeispiel 2: Maskierter Eisenmangel bei rheumatoider Arthritis

Ein Patient mit bekannter rheumatoider Arthritis zeigt Symptome einer Anämie. Da Ferritin als Akute-Phase-Protein bei chronischen Entzündungen erhöht sein kann, wird zusätzlich der lösliche Transferrinrezeptor (sTfR) bestimmt.

Die Bestimmung des sTfR erfolgt analog nach GOÄ-Ziffer 3742. Dies ermöglicht trotz des entzündungsbedingt erhöhten Ferritinwerts eine verlässliche Beurteilung des tatsächlichen Eisenstatus.

Fallbeispiel 3: Ausschluss eines akuten Koronarsyndroms (ACS)

Ein Patient stellt sich mit unklaren pektanginösen Beschwerden in der Notaufnahme vor. Zum schnellen Ausschluss eines Myokardinfarkts wird eine quantitative Troponin-Bestimmung veranlasst.

Die labormedizinische Analyse von kardialem Troponin (cTnI oder cTnT) wird analog nach GOÄ-Ziffer 3742 abgerechnet. Bei Bedarf kann die Bestimmung im Rahmen der Verlaufskontrolle nach einigen Stunden wiederholt werden.

Häufige Fehler bei der GOÄ 3742: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler liegt in der Verwechslung von quantitativen Laboranalysen und qualitativen Schnelltests. Wird in der Praxis ein Troponin-Schnelltest (Point-of-Care-Test) durchgeführt, darf dieser nicht nach GOÄ 3742 abgerechnet werden.

Für den qualitativen oder semiquantitativen Schnelltest ist stattdessen die Ziffer A3732 (analog GOÄ 3741) anzusetzen. Die Abrechnung der höher bewerteten Ziffer 3742 setzt zwingend eine quantitative Laboranalyse voraus.

Achtung: Die Nebeneinanderberechnung von Ferritin (GOÄ 3742) und dem löslichen Transferrinrezeptor (analog GOÄ 3742) ist medizinisch begründet zulässig, wird jedoch von privaten Krankenversicherungen häufig kritisch geprüft. Eine präzise Dokumentation der Indikation ist hier unerlässlich.

Zudem ist darauf zu achten, dass die Ziffer 3742 bereits eine eventuelle Doppelbestimmung enthält. Eine mehrfache Abrechnung der Ziffer für denselben Untersuchungsgang ist unzulässig und führt regelmäßig zu Beanstandungen.

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Dokumentation der GOÄ 3742: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation sichert den Honoraranspruch bei Rückfragen durch Kostenträger. In der Patientenakte müssen die spezifische Indikation, das verwendete Testverfahren sowie das quantitative Messergebnis dokumentiert werden.

Besonders bei der analogen Anwendung für Troponin oder sTfR muss die medizinische Notwendigkeit klar aus den Aufzeichnungen hervorgehen. Bei wiederholten Bestimmungen im Rahmen einer Verlaufskontrolle sind die jeweiligen Uhrzeiten der Probenentnahme festzuhalten.

Dokumentation: Bestimmung von sTfR analog GOÄ 3742 bei V. a. maskierten Eisenmangel bei chronischer Polyarthritis. Entnahme Serum um 08:15 Uhr. Ergebnis: sTfR erhöht (3,4 mg/l), Bestätigung des Eisenmangels trotz normwertigem Ferritin.

GOÄ 3742: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Als Leistung des Speziallabors (Abschnitt M III) ist die GOÄ-Ziffer 3742 im Gebührenrahmen eingeschränkt. Der Regelhöchstsatz liegt beim 1,15-fachen Satz, der Höchstsatz beim 1,3-fachen Satz.

Eine Überschreitung des Schwellenwerts von 1,15 bis zum 1,3-fachen Satz erfordert eine schriftliche Begründung auf der Rechnung. Typische Begründungen sind ein außergewöhnlicher analytischer Aufwand oder schwierige Probenbedingungen (z. B. stark lipämisches oder hämolytisches Serum).

Typische Ziffernkombinationen

In der Praxis wird die Ziffer 3742 selten isoliert angewendet. Zur vollständigen Beurteilung des Eisenhaushalts erfolgt die Abrechnung meist in Kombination mit dem Blutbild (GOÄ 3550), dem CRP-Wert (GOÄ 3741) und der Eisenkonzentration (GOÄ 3620).

Auch die Bestimmung von Transferrin bzw. der Transferrinsättigung nach GOÄ 3575 ist ein häufiger Kombinationspartner. Bei kardiologischen Fragestellungen wird Troponin oft zusammen mit der CK-MB (GOÄ 3788) oder Myoglobin (GOÄ 3756) bestimmt.

Tipp: Nutzen Sie bei der Erstdiagnostik eines unklaren Eisenmangels das komplette laborchemische Profil. Die Kombination aus Ferritin (3742), Transferrin (3575) und CRP (3741) liefert die höchste diagnostische Sicherheit und ist voll erstattungsfähig.

Ziffer 3742 in der neuen GOÄ

Die Ferritinbestimmung wird in der neuen GOÄ aufgeteilt — die Altziffer umfasste per Kommentar auch den löslichen Transferrinrezeptor (sTfR). Aus der einen alten Ziffer (2,3-facher Satz: 16,76 €) entstehen zwei Positionen:

  • 12741 „Ferritin" aus Serum oder Plasma mittels Signal-(Tracer-)verstärktem Immunoassay oder latexpartikelverstärkter Immunturbidimetrie: 9,50 €.
  • 12743 „Löslicher Transferrinrezeptor (sTfR)" aus Serum oder Plasma: 21,08 €.

Beide Ziffern werden je Bestimmung einmal abgerechnet.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3742

Die GOÄ-Ziffer 3742 kostet im einfachen Gebührensatz 14,57 €. Bei der Abrechnung im Regelsatz (1,15-fach) beträgt die Gebühr 16,76 €, während der Höchstsatz (1,3-fach) mit 18,94 € berechnet wird. Höhere Sätze als der 1,15-fache Regelsatz müssen auf der Rechnung medizinisch begründet werden.
Der lösliche Transferrinrezeptor (sTfR) wird analog nach der GOÄ-Ziffer 3742 abgerechnet. Diese Analogbewertung ist medizinisch sinnvoll, um einen latenten Eisenmangel bei gleichzeitig bestehenden Entzündungen oder Infekten nachzuweisen. Der sTfR-Wert wird im Gegensatz zum Ferritin nicht durch Akute-Phase-Reaktionen beeinflusst.
Ja, die quantitative Bestimmung von kardialem Troponin (cTnI oder cTnT) erfolgt analog nach der GOÄ-Ziffer 3742. Dies gilt für hochsensitive Laboranalysen im Serum oder Plasma, die zur Infarktdiagnostik eingesetzt werden. Qualitative Schnelltests müssen hingegen nach der Ziffer A3732 analog GOÄ 3741 abgerechnet werden.
Die GOÄ-Ziffer 3742 darf nicht neben qualitativen Schnelltests für dieselbe Zielsubstanz abgerechnet werden. Zudem sind eventuelle Doppelbestimmungen oder das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve bereits mit der Gebühr abgegolten. Eine mehrfache Abrechnung für denselben Untersuchungsgang ist somit ausgeschlossen.
Eine Steigerung über den 1,15-fachen Regelsatz bis zum 1,3-fachen Höchstsatz ist bei besonderem Aufwand zulässig. Typische Gründe sind schwierige Probenverhältnisse wie stark lipämische oder hämolytische Seren, die eine aufwendigere Vorbereitung im Labor erfordern. Die Begründung muss verständlich auf der Liquidation dokumentiert werden.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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