GOÄ 5442: Statische Nierenszintigraphie korrekt abrechnen

5 Min. Lesezeit
GOÄ 5442
Statische Nierenszintigraphie
Punktzahl 600  
Einfachsatz 34,97 € 1,0x
Regelhöchstsatz 62,95 € 1,8x
Höchstsatz 87,42 € 2,5x
Ausschlüsse

Leitfaden zur GOÄ-Ziffer 5442 (Statische Nierenszintigraphie): Erfahren Sie alles über korrekte Indikationen, Abrechnungsausschlüsse und Steigerungsfaktoren.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 5442

Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) beschreibt die Leistung unter der Ziffer 5442 im Abschnitt O (Strahlendiagnostik, Nuklearmedizin, Magnetresonanztomographie und Strahlentherapie) wie folgt:

GOÄ-Ziffer 5442: Statische Nierenszintigraphie – 600 Punkte

Diese Leistung umfasst die statische Darstellung des Nierenparenchyms mittels eines geeigneten Radiopharmakons, in der Regel Technetium-99m-DMSA. Im Gegensatz zur dynamischen Funktionsszintigraphie steht hier die morphologische und funktionelle Beurteilung des verbliebenen, aktiven Gewebes im Vordergrund. Die Ziffer ist je Sitzung nur einmal berechnungsfähig.

GOÄ 5442 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen

Die statische Nierenszintigraphie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn strukturelle Veränderungen des Nierenparenchyms exakt lokalisiert werden müssen. Ein klassisches Einsatzgebiet ist die Detektion von Nierenparenchymnarben nach abgelaufenen oberen Harnwegsinfektionen, insbesondere bei Kindern. Durch die hohe Sensitivität des Verfahrens lassen sich irreversible Schäden frühzeitig erkennen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Bestimmung der seitengetrennten Nierenfunktion. Dies ist vor operativen Eingriffen oder bei chronischen Nierenerkrankungen essenziell, um den funktionellen Beitrag jedes einzelnen Organs präzise zu quantifizieren. Auch bei angeborenen Anomalien wie Hufeisennieren oder dystopen Nieren liefert die Untersuchung wertvolle anatomische Details.

Tipp: Die statische Nierenszintigraphie liefert zwar hervorragende morphologische Daten, zeigt jedoch keine Ausscheidungsdynamik. Für die Beurteilung von Abflussstörungen ist die dynamische Nierenszintigraphie nach GOÄ 5440 die geeignetere Wahl.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 5442

Fallbeispiel 1: Verdacht auf Parenchymnarben bei rezidivierender Pyelonephritis

Ein 6-jähriges Kind stellt sich nach mehreren fieberhaften Harnwegsinfekten zur Abklärung von Nierenparenchymnarben vor. Es erfolgt eine statische Nierenszintigraphie mit Tc-99m-DMSA. Die Untersuchung zeigt umschriebene Speicherdefekte im oberen Nierenpol links, passend zu postentzündlichen Narben. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 5442 zum Regelsatz sowie der Zuschlag für Radionuklide nach GOÄ-Ziffer 357.

Fallbeispiel 2: Abklärung einer Hufeisenniere

Bei einem erwachsenen Patienten besteht sonographisch der Verdacht auf eine Hufeisenniere. Zur Bestätigung und funktionellen Beurteilung der Parenchymbrücke wird eine statische Nierenszintigraphie durchgeführt. Die Aufnahmen bestätigen die fusionierten Nierenunterpole mit funktionstüchtigem Gewebe in der Brücke. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ 5442, da die statische Darstellung zur morphologischen Beurteilung der Anomalie dient.

Fallbeispiel 3: Präoperative Funktionsbestimmung vor Nephrektomie

Vor einer geplanten Nephrektomie bei einer Schrumpfniere rechts muss die verbliebene Funktion der linken Niere exakt bestimmt werden. Die statische Szintigraphie ermittelt einen Funktionsanteil der rechten Niere von lediglich 8 Prozent. Die Indikation zur Operation ist damit nuklearmedizinisch untermauert. Abgerechnet wird die GOÄ 5442 in Kombination mit der Ziffer 357 für das verwendete Radiopharmakon.

Häufige Fehler bei der GOÄ 5442: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler in der Abrechnungspraxis ist die unzulässige Nebeneinanderberechnung von statischer und dynamischer Nierenszintigraphie. Die GOÄ schließt die gleichzeitige Abrechnung der Ziffern 5440 (Funktionsszintigraphie) oder 5441 und der Ziffer 5442 in derselben Sitzung explizit aus. Prüfstellen der privaten Krankenversicherungen kürzen solche Rechnungen konsequent.

Zudem wird oft vergessen, den Zuschlag für die Anwendung von Radionukliden anzusetzen. Der Zuschlag nach GOÄ 357 ist neben der 5442 voll berechnungsfähig und deckt den logistischen sowie materiellen Mehraufwand ab. Das Fehlen dieses Zuschlags führt zu vermeidbaren Honorarverlusten für die Praxis.

Achtung: Es ist streng darauf zu achten, dass bei einer kombinierten Fragestellung (z. B. Abfluss und Parenchym) nur die höherwertige bzw. medizinisch im Vordergrund stehende Leistung abgerechnet wird. Eine Doppelabrechnung von 5440 und 5442 am selben Kalendertag ist nicht statthaft.

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Dokumentation der GOÄ 5442: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das beste Schild gegen Honorarkürzungen und Regresse. In der Patientenakte müssen die genaue rechtfertigende Indikation, das verwendete Radiopharmakon inklusive der applizierten Aktivität in Megabecquerel (MBq) sowie die exakten Akquisitionszeiten festgehalten werden. Auch die Auswertung der seitengetrennten Funktion in Prozent gehört zwingend in den Befundbericht.

Darüber hinaus sollten eventuelle Besonderheiten während der Untersuchung, wie eine erschwerte Lagerung oder unruhige Patienten, detailliert beschrieben werden. Dies liefert im Nachgang die notwendige Argumentationsbasis für eine eventuelle Schwellenwertüberschreitung.

Dokumentation: Statische Nierenszintigraphie mit 80 MBq Tc-99m-DMSA i.v. bei V. a. Parenchymnarben nach Pyelonephritis. Aufnahme nach 3 Stunden in posteriorer und schräger Projektion. Befund: Homogene Speicherung beidseits, keine umschriebenen Defekte. Seitengetrennte Funktion: links 51%, rechts 49%.

GOÄ 5442: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Der Regelhöchstsatz für die GOÄ 5442 liegt beim 1,8-fachen Satz (62,95 €). Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 2,5-fach (87,42 €) ist bei Vorliegen besonderer Umstände möglich. Typische Begründungen sind eine erhöhte Untersuchungsdauer bei unkooperativen Patienten (z. B. Kleinkindern) oder extreme Adipositas, die zusätzliche Aufnahmen oder längere Messzeiten erfordert.

Typische Ziffernkombinationen

Die wichtigste Kombination im Praxisalltag ist die gemeinsame Abrechnung mit der GOÄ-Ziffer 357 (Zuschlag für Radionuklide). Beratungsleistungen nach GOÄ 1 oder GOÄ 3 sowie symptombezogene Untersuchungen nach GOÄ 5 können bei entsprechender Indikation ebenfalls am selben Tag anfallen, sofern sie zeitlich getrennt oder vor der eigentlichen nuklearmedizinischen Untersuchung stattfinden.

Ziffer 5442 in der neuen GOÄ

Die statische Nierenszintigraphie erhält mit Nummer 13523 einen direkten Nachfolger mit identischem Titel zum Festpreis von 75,52 €. Der bisherige 2,3-fache Satz lag bei 62,95 €, der Festpreis liegt damit leicht darüber.

Je Sitzung nur einmal und nicht neben 13520 oder 13521 berechnungsfähig.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 5442

Zum einfachen Gebührensatz (1,0-fach) beträgt das Honorar für die GOÄ-Ziffer 5442 genau 34,97 €. Bei Abrechnung des Regelhöchstsatzes (1,8-fach) beläuft sich der Betrag auf 62,95 €. Der Höchstsatz (2,5-fach) liegt bei 87,42 €.
Nein, die gleichzeitige Abrechnung der GOÄ 5442 und der GOÄ 5440 (Funktionsszintigraphie) in derselben Sitzung ist ausgeschlossen. Beide Leistungen schließen sich gegenseitig aus. Der Arzt muss sich für die Ziffer entscheiden, die der primären medizinischen Fragestellung entspricht.
Neben der GOÄ-Ziffer 5442 kann der Zuschlag nach GOÄ-Ziffer 357 für die Anwendung von Radionukliden abgerechnet werden. Dieser Zuschlag deckt den besonderen Aufwand bei der Verwendung radioaktiver Stoffe ab. Andere nuklearmedizinische Funktionsziffern sind hingegen gesperrt.
Eine Steigerung über den Regelhöchstsatz von 1,8-fach hinaus ist bei erschwerten Bedingungen möglich. Typische Begründungen sind mangelnde Kooperationsfähigkeit bei Kleinkindern, extreme Adipositas oder erhebliche anatomische Varianten. Diese Erschwernisse müssen in der Rechnung detailliert begründet werden.
Die statische Nierenszintigraphie wird primär zur Detektion von Parenchymnarben nach Pyelonephritis eingesetzt. Auch die Bestimmung der seitengetrennten Nierenfunktion sowie der Nachweis von Lageanomalien wie Hufeisennieren rechtfertigen die Abrechnung. Die Indikation muss klar aus der Dokumentation hervorgehen.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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