Die Abrechnung der Hämorrhoiden-OP nach GOÄ 3240 birgt Fallstricke. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie Ausschlüsse beachten und Honorarverluste vermeiden.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3240
Operation der Hämorrhoidalknoten
Die GOÄ-Ziffer 3240 beschreibt die operative Sanierung von Hämorrhoidalleiden. Diese Leistung ist im Abschnitt L (Chirurgie, Orthopädie) unter der Rubrik der Abdominalchirurgie angesiedelt und mit 554 Punkten bewertet.
Der Leistungsinhalt umfasst die vollständige operative Entfernung von Hämorrhoidalknoten, unabhängig von der angewandten chirurgischen Methode. Obwohl historische Verfahren wie die Operation nach Langenbeck im Fokus standen, gilt die Ziffer heute für moderne, analoge oder klassische Exzisionstechniken.
GOÄ 3240 in der Praxis: Indikationen und chirurgische Abgrenzung
Die Indikation zur Abrechnung der GOÄ 3240 ist gegeben, wenn eine operative Exzision von Hämorrhoidalknoten (meist Stadium III oder IV) durchgeführt wird. Typische klinische Szenarien umfassen prolabierte Knoten, die sich nicht mehr manuell reponieren lassen oder erhebliche Beschwerden verursachen.
Wichtig für die Praxis ist die strikte Abgrenzung zu anderen proktologischen Eingriffen. Die Entfernung von Marisken oder die Inzision von perianalen Thrombosen fallen nicht unter diese Ziffer. Hierfür existieren eigene, spezifische Gebührenordnungspositionen.
Tipp: Für die rein konservative oder minimalinvasive Behandlung wie die Gummibandligatur ist die GOÄ-Ziffer 766 anzuwenden, nicht die GOÄ 3240.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3240
Fallbeispiel 1: Operative Sanierung bei Hämorrhoiden Grad III
Ein Patient stellt sich mit prolabierten, blutenden Hämorrhoidalknoten Grad III vor. Es erfolgt die operative Exzision der Knoten in Allgemeinanästhesie. Da mehrere Knoten in einer Sitzung entfernt werden, wird die GOÄ 3240 einmalig mit dem Regelhöchstsatz (2,3-fach) abgerechnet.
Fallbeispiel 2: Zweizeitiges Vorgehen bei ausgeprägtem Befund
Bei einem Patienten mit zirkulärem Hämorrhoidalprolaps wird in einer ersten Sitzung nur ein Teil der Knoten exzidiert, um Strikturen zu vermeiden. Nach sechs Wochen erfolgt die Sanierung der verbliebenen Segmente. In diesem Fall kann die GOÄ 3240 für beide Sitzungen jeweils einmal berechnet werden.
Fallbeispiel 3: Kombination mit ambulantem OP-Zuschlag
Die Exzision der Hämorrhoidalknoten erfolgt ambulant in der Praxis des Chirurgen. Neben der GOÄ 3240 wird der OP-Zuschlag nach GOÄ 443 angesetzt, da es sich um eine ambulante chirurgische Leistung des Abschnitts L handelt.
Häufige Fehler bei der GOÄ 3240: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler in der Abrechnungspraxis ist die mehrfache Ansetzung der Ziffer 3240 in einer Sitzung. Da der Leistungstext im Plural von "Hämorrhoidalknoten" spricht, ist die Leistung auch bei der Entfernung mehrerer Knoten am selben Tag nur einmal berechnungsfähig.
Zudem beanstanden private Krankenversicherungen regelmäßig die Abrechnung der GOÄ 3240, wenn eigentlich eine Mariskenabtragung (GOÄ 765) oder die Eröffnung einer Analvenenthrombose (GOÄ 763) stattgefunden hat. Diese Leistungen sind explizit von der GOÄ 3240 abgegrenzt.
Achtung: Die GOÄ 3240 darf nicht neben den Ziffern 3224 (Rektumresektion), 3226 oder 3241 (Kryotherapie der Hämorrhoiden) in derselben Sitzung abgerechnet werden.
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Dokumentation der GOÄ 3240: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen durch Kostenträger. Im OP-Bericht müssen die genaue Lokalisation der Knoten (z. B. nach der Steinschnittlage), die angewandte Schnittführung und das abgetragene Gewebe präzise beschrieben werden.
Auch die Begründung für ein eventuelles zweizeitiges Vorgehen muss klar aus der Patientenakte hervorgehen. Nur so lässt sich die erneute Abrechnung der Ziffer nach wenigen Wochen plausibel begründen.
Dokumentation: Lokalanästhesie, Darstellung der Hämorrhoidalknoten bei 3, 7 und 11 Uhr in SSL. Radikalexzision der Knoten unter Schonung des Schließmuskels. Blutstillung mittels Elektrokoagulation. Histologische Sicherung des Resektats veranlasst.
GOÄ 3240: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Bei besonders schwierigen anatomischen Verhältnissen, starken Voroperationen mit Vernarbungen oder massiven intraoperativen Blutungen kann der Schwellenwert von 2,3 überschritten werden. Ein erhöhter Steigerungsfaktor (bis zum 3,5-fachen Satz) erfordert eine patientenbezogene, medizinische Begründung auf der Rechnung.
Typische Ziffernkombinationen
Häufig wird die GOÄ 3240 mit Anästhesieleistungen oder dem Zuschlag für ambulantes Operieren kombiniert. Der Zuschlag nach GOÄ 443 ist hierbei die regelhafte Ergänzung für ambulant tätige Chirurgen. Eine Kombination mit diagnostischen Leistungen wie der Proktoskopie (GOÄ 705) am selben Tag ist unter Beachtung der allgemeinen Bestimmungen möglich.
Ziffer 3240 in der neuen GOÄ
Je nach klinischer Konstellation ordnet die neue GOÄ die alte Ziffer 3240 (Operation der Hämorrhoidalknoten) verschiedenen Nachfolgepositionen zu (bisher 2,3-facher Satz: 74,27 €):
- 10912 „Operation von Hämorrhoiden durch Hämorrhoidopexie (z.B. mit Stapler), ggf. einschließlich …" (270,44 €) — bei Hämorrhoidopexie
- 10913 „Hohe intraanale Exzision(en) und/oder thermoablative Verfahren (Laser oder Radiofrequenz) …" (211,87 €) — bei hohe intraanale Exzision von Hämorrhoiden
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3240
Was hat nicht gestimmt?