Ein Leitfaden zur korrekten Abrechnung der Mammasonographie nach GOÄ-Ziffer 418. Erfahren Sie alles über Kombinationen, Steigerungssätze und Dokumentation.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 418
Ultraschalluntersuchung einer Brustdrüse – gegebenenfalls einschließlich der regionalen Lymphknoten –
Die GOÄ-Ziffer 418 beschreibt die sonographische Untersuchung einer weiblichen oder männlichen Brustdrüse. Diese Leistung ist im Abschnitt C (Nichtgebietsbezogene Sonderleistungen), Unterabschnitt VI (Sonographische Leistungen) der Gebührenordnung für Ärzte verortet. Die Bewertung liegt bei 210 Punkten, was im einfachen Gebührensatz einem Honorar von 12,24 € entspricht.
Die Leistungslegende enthält den Zusatz „gegebenenfalls einschließlich der regionalen Lymphknoten“. Dies bedeutet, dass die Mituntersuchung der axillären Lymphknoten derselben Seite mit der Ziffer 418 abgegolten ist und nicht separat berechnet werden darf. Die Leistung umfasst die systematische sonographische Beurteilung des Drüsenkörpers, der Subkutis sowie der Retromammärregion.
GOÄ 418 in der Praxis: Indikationen und korrekte Anwendung
Die Mammasonographie nach GOÄ 418 ist ein zentrales diagnostisches Werkzeug in der Gynäkologie, Radiologie und Allgemeinmedizin. Typische Indikationen für den Einsatz dieser Ziffer sind die Abklärung von tastbaren Befunden, unklaren Schmerzen (Mastodynie) oder Sekretionen aus der Brustwarze. Auch die Verlaufskontrolle bekannter gutartiger Befunde wie Zysten oder Fibroadenome rechtfertigt den Ansatz.
Darüber hinaus dient die Ultraschalluntersuchung als ergänzende Diagnostik bei hoher Brustdrüsendichte (dense breast) im Rahmen der Krebsvorsorge, wenn die Mammographie allein keine ausreichende Beurteilung zulässt. Auch bei jungen Patientinnen, Schwangeren oder stillenden Müttern ist die Sonographie das primäre bildgebende Verfahren der Wahl.
Tipp: Bei der Untersuchung beider Brüste darf die GOÄ 418 nicht zweifach abgerechnet werden. Für die zweite Brustdrüse ist stattdessen die Zuschlagsziffer GOÄ 420 (für das Folgeorgan) anzusetzen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 418
Fallbeispiel 1: Einseitige Abklärung eines Tastbefundes
Eine Patientin stellt sich mit einem neu aufgetretenen, tastbaren Knoten in der linken Brust vor. Es erfolgt eine gezielte sonographische Untersuchung der linken Brustdrüse inklusive der linken Axilla zur Beurteilung der Lymphknoten.
Da es sich um eine einseitige Untersuchung handelt, ist die Abrechnung der GOÄ-Ziffer 418 zum Regelsatz (2,3-fach = 28,15 €) korrekt. Die Beurteilung der ipsilateralen Lymphknoten ist in der Ziffer enthalten.
Fallbeispiel 2: Beidseitige Mammasonographie zur Vorsorge
Im Rahmen einer erweiterten Vorsorgeuntersuchung wünscht eine Patientin eine Ultraschalluntersuchung beider Brustdrüsen. Beide Brüste sowie die Lymphknotenstationen beidseits werden sonographisch untersucht.
Die Abrechnung erfolgt über die Kombination aus GOÄ 418 (für die erste Brust) und GOÄ 420 (für die zweite Brust als Folgeorgan). Da auch die Lymphknoten beidseits als eigenständige Organe untersucht wurden, kann für die kontralateralen Lymphknoten eine weitere GOÄ 420 angesetzt werden. Insgesamt werden somit 1x GOÄ 418 und 2x GOÄ 420 abgerechnet.
Fallbeispiel 3: Verlaufskontrolle bei Zustand nach Mammakarzinom
Bei einer Patientin im Zustand nach brusterhaltender Therapie eines Mammakarzinoms rechts erfolgt die halbjährliche Nachsorge-Sonographie der verbliebenen rechten Brustdrüse. Aufgrund von postoperativem Narbengewebe gestaltet sich die Schallleitung und Beurteilung als äußerst schwierig.
Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 418. Aufgrund des hohen zeitlichen Aufwands und der schwierigen Beurteilbarkeit durch das Narbengewebe wird ein erhöhter Steigerungsfaktor von 3,5 gewählt und entsprechend begründet.
Häufige Fehler bei der GOÄ 418: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler in der Abrechnungspraxis ist die zweifache Ansetzung der GOÄ 418 bei einer beidseitigen Untersuchung. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen kürzen diese Rechnungen konsequent, da die GOÄ-Ziffer 418 pro Sitzung nur einmal berechnungsfähig ist. Die korrekte Abbildung der kontralateralen Seite muss über die Zuschlagsziffer GOÄ 420 erfolgen.
Ein weiterer Stolperstein sind die expliziten Ausschlussziffern. Die GOÄ 418 darf nicht neben den Ziffern 410 (Sonographie der Abdominalorgane), 412, 413, 415, 417 sowie 435 am selben Tag für dieselbe Region abgerechnet werden. Werden in einer Sitzung verschiedene sonographische Leistungen erbracht, muss die räumliche und organische Trennung präzise dokumentiert sein.
Achtung: Die Mituntersuchung der regionalen Lymphknoten auf derselben Seite darf niemals als separate Organ-Sonographie (z. B. nach GOÄ 410 oder 420) abgerechnet werden, da diese explizit Teil der Leistungsbeschreibung der GOÄ 418 ist.
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Dokumentation der GOÄ 418: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose und präzise Dokumentation ist die beste Absicherung gegen Honorarkürzungen. Der Befundbericht muss Angaben zur Parenchymstruktur (z. B. echoreich, fettig involutiert), zur Symmetrie und zu eventuellen Herdbefunden enthalten. Gefundene Läsionen müssen exakt nach Uhrzeit-Lokalisation, Abstand zur Mamille und in mindestens zwei Dimensionen vermessen dokumentiert werden.
Auch die Beurteilung der regionalen Lymphknoten (z. B. unauffällig, lipomatös degeneriert oder suspekt) gehört zwingend in den Befundbericht, wenn diese untersucht wurden. Das Speichern von repräsentativen Bilddokumenten (Sonogrammen) mit eingezeichneten Messungen ist für den Nachweis der Leistungserbringung unerlässlich.
Dokumentation: Mammasonographie beidseits. Parenchymtyp ACR B. Rechts unauffälliger Befund ohne Herdläsionen. Links bei 2 Uhr, 3 cm präpektoral, echofreie, scharf begrenzte Zyste von 8x5 mm mit dorsalem Schallschatten. Axilläre Lymphknoten beidseits oval, mit schmalem Randsaum, unauffällig. BI-RADS links: 2, rechts: 1.
GOÄ 418: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Der Schwellenwert (Regelhöchstsatz) der GOÄ 418 liegt beim 2,3-fachen Satz (28,15 €). Eine Erhöhung des Faktors bis zum 3,5-fachen Satz (42,84 €) ist bei Vorliegen besonderer Erschwernisse möglich. Typische Begründungen für eine Steigerung sind eine extrem dichte Brustdrüsenstruktur (BI-RADS Dichte C oder D), ausgeprägte postoperative Narbenschrumpfungen, Zustand nach Implantatversorgung oder mangelnde Kooperationsfähigkeit der Patientin.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 418 wird häufig mit Beratungs- und Untersuchungsleistungen kombiniert. Zulässig ist die Nebeneinanderberechnung mit der GOÄ-Ziffer 5 (symptombezogene Untersuchung) oder der GOÄ-Ziffer 1 (Beratung). Bei einer umfassenden Krebsvorsorge kann die Sonographie neben der GOÄ-Ziffer 27 (Vorsorgeuntersuchung beim Mann) oder GOÄ-Ziffer 28 (Vorsorgeuntersuchung bei der Frau) erbracht werden, sofern die Sonographie über das normale Maß der Vorsorge hinaus medizinisch indiziert ist.
Ziffer 418 in der neuen GOÄ
Ziffer 418 (Ultraschalluntersuchung einer Brustdrüse – gegebenenfalls einschließlich der regionalen Lymphknoten –, bisher beim 2,3-fachen Satz: 28,15 €) wird in der neuen GOÄ je nach Indikation und Methode unterschiedlichen Leistungen zugeordnet:
- 1220 „Sonographische Untersuchung einer Brustdrüse mittels automatisiertem 3D-Brustultraschallsystem (z.B. ABUS-System), ggf. einschließlich - partieller Mitdarstellung von benachbarten Organen und Strukturen, - partieller Mitdarstellung der regionären, auch axillären Lymphknoten einer Seite“ (35,52 €, je Brustdrüse und Sitzung) — bei: Automatisiertes 3D-Brustultraschallsystem, z. B. ABUS
- 1217 „Sonographische Untersuchung einer Brustdrüse mittels B-Mode-(2D-real-time-)Verfahren, ggf. einschließlich - partieller Mitdarstellung von benachbarten Organen und Strukturen - der regionären, auch axillären Lymphknoten einer Seite“ (35,00 €, 1 je Brustdrüse und Sitzung)
Je nach Konstellation sind 35,00 € bis 35,52 € abrechenbar — die genaue Indikation und Dokumentation entscheiden.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 418
Was hat nicht gestimmt?