GOÄ 405: cw-Doppler-Zuschlag korrekt abrechnen

5 Min. Lesezeit
GOÄ 405
Zuschlag zu den Leistungen nach Nummer oder – bei zusätzlicher Untersuchung mit cw-Doppler –
Punktzahl 200  
Einfachsatz 11,66 € 1,0x
Regelhöchstsatz 11,66 € 1,0x
Höchstsatz 11,66 € 1,0x
Ausschlüsse

Der Zuschlag GOÄ 405 für cw-Doppler-Untersuchungen sichert Ihnen zusätzliches Honorar. Erfahren Sie, wie Sie die Ziffer fehlerfrei abrechnen.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 405

Zuschlag zu den Leistungen nach Nummer 415 oder 424 – bei zusätzlicher Untersuchung mit cw-Doppler –

Die GOÄ-Ziffer 405 ist als reiner Zuschlagstarif konzipiert. Sie bewertet die zusätzliche Anwendung des cw-Doppler-Verfahrens (Continuous-Wave-Doppler) im Rahmen einer sonographischen Untersuchung. Diese Methode nutzt getrennte Sender- und Empfängerkristalle, um kontinuierlich Schallwellen auszusenden und zu registrieren.

Durch diese technische Besonderheit lassen sich auch extrem hohe Strömungsgeschwindigkeiten des Blutes präzise erfassen. Dies ist besonders bei der Diagnostik von hochgradigen Stenosen oder fetalen Gefäßveränderungen von klinischer Bedeutung. Die räumliche Zuordnung ist im Vergleich zum pw-Doppler (Pulsed-Wave) jedoch weniger exakt.

GOÄ 405 in der Praxis: Korrekte Anwendung und Indikation

Die Abrechnung der GOÄ 405 ist an strenge formale Vorgaben gebunden. Sie darf ausschließlich als Zuschlag neben den Hauptleistungen nach GOÄ 415 (Sonographie im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge) oder GOÄ 424 (Doppler-Echokardiographie) herangezogen werden. Eine isolierte Berechnung oder die Kombination mit anderen Ultraschallleistungen ist unzulässig.

In der Geburtshilfe dient das Verfahren zur Überwachung der Nabelschnurgefäße sowie der fetalen Aorta. Hierdurch können drohende Plazentainsuffizienzen und daraus resultierende fetale Retardierungen frühzeitig erkannt werden. In der Kardiologie wird der cw-Doppler zur exakten Quantifizierung von Klappenstenosen eingesetzt.

Tipp: Achten Sie darauf, dass der cw-Doppler klar von anderen Doppler-Verfahren wie dem Duplex-Verfahren abgegrenzt wird, da hierfür andere Abrechnungsregeln gelten.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 405

Fallbeispiel 1: Fetale Überwachung bei Verdacht auf Wachstumsretardierung

Eine schwangere Patientin stellt sich im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge vor. Es besteht der Verdacht auf eine intrauterine Wachstumsverzögerung des Feten. Der Arzt führt eine sonographische Untersuchung nach GOÄ 415 durch und setzt zusätzlich den cw-Doppler zur Beurteilung der Nabelschnurarterien ein.

Abrechnung: Neben der Hauptleistung GOÄ 415 wird der Zuschlag GOÄ 405 mit dem einfachen Gebührensatz (11,66 €) in Rechnung gestellt. Diese Kombination ist medizinisch begründet und vollumfänglich erstattungsfähig.

Fallbeispiel 2: Kardiologische Abklärung einer Aortenklappenstenose

Ein Patient stellt sich mit Belastungsdyspnoe in der kardiologischen Praxis vor. Zur Beurteilung der Herzklappenfunktion erfolgt eine Doppler-Echokardiographie. Um die maximale Flussgeschwindigkeit über der Aortenklappe zu bestimmen, wird zusätzlich das Dauerschallverfahren (cw-Doppler) angewendet.

Abrechnung: Der Arzt rechnet die Doppler-Echokardiographie nach GOÄ 424 ab. Der zusätzliche Einsatz des cw-Dopplers rechtfertigt den Ansatz der Zuschlagsziffer GOÄ 405 zum einfachen Satz.

Fallbeispiel 3: Ausschluss einer Plazentainsuffizienz bei Risikoschwangerschaft

Bei einer Schwangeren mit insulinpflichtigem Gestationsdiabetes soll eine Plazentainsuffizienz ausgeschlossen werden. Der Arzt untersucht die fetale Aorta mittels cw-Doppler im Rahmen der Vorsorge. Die Dokumentation zeigt einen unauffälligen Befund ohne pathologische Flussprofile.

Abrechnung: Berechnet werden die GOÄ 415 für die sonographische Untersuchung sowie die GOÄ 405 für die zusätzliche cw-Doppler-Messung.

Häufige Fehler bei der GOÄ 405: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist der Versuch, die GOÄ 405 mit einem erhöhten Steigerungssatz abzurechnen. Aufgrund der Allgemeinen Bestimmungen zu Abschnitt C VI ist diese Ziffer jedoch zwingend nur mit dem einfachen Gebührensatz (1,0-fach) berechnungsfähig. Eine Steigerung auf den Regelsatz oder Höchstsatz führt unweigerlich zur Beanstandung durch die privaten Krankenversicherungen.

Zudem müssen die strikten Ausschlussziffern beachtet werden. Die GOÄ 405 darf nicht neben den Ziffern 422, 423, 435, 644, 645, 649 sowie 1754 abgerechnet werden. Insbesondere die Nebeneinanderberechnung mit peripheren Gefäßuntersuchungen (z. B. GOÄ 644 oder 645) ist ausgeschlossen.

Achtung: Prüfstellen achten penibel darauf, dass die GOÄ 405 niemals isoliert auf der Liquidation erscheint. Sie muss immer physikalisch und zeitlich an die Ziffern 415 oder 424 gekoppelt sein.

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Dokumentation der GOÄ 405: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose und präzise Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die medizinische Indikation, das untersuchte Gefäß oder die untersuchte Herzklappe sowie die konkreten Messergebnisse festgehalten werden. Auch die Unterscheidung zwischen unidirektionalem und bidirektionalem cw-Doppler sollte dokumentiert werden.

Bei der Mutterschaftsvorsorge ist die Erfassung der Flusskurven der Nabelschnurarterie oder der fetalen Aorta essenziell. In der Kardiologie müssen die ermittelten maximalen Strömungsgeschwindigkeiten (Vmax) und Druckgradienten dokumentiert werden, um den Einsatz des cw-Dopplers plausibel zu begründen.

Dokumentationsbeispiel:
Zusätzliche cw-Doppler-Untersuchung der A. umbilicalis bei V. a. fetale Retardierung. Flusskurven bidirektional dargestellt, RI und PI im Normbereich. Kein Hinweis auf Plazentainsuffizienz.

GOÄ 405: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Wie bereits erläutert, existiert für die GOÄ 405 keine Steigerungsfähigkeit. Sie ist eine der wenigen Ziffern in der GOÄ, die fest an den einfachen Gebührensatz gebunden sind. Selbst bei extrem schwierigen Schallbedingungen oder unruhigen Patienten darf der Faktor von 1,0 nicht überschritten werden.

Typische Ziffernkombinationen

Die sinnvollsten und rechtlich zulässigen Kombinationen ergeben sich direkt aus dem Leistungstext. Typischerweise wird die GOÄ 405 zusammen mit der GOÄ 415 für die fetale Sonographie oder der GOÄ 424 für die Echokardiographie aufgeführt. Andere Ultraschallziffern des Abschnitts C VI können zwar am selben Tag erbracht werden, dürfen jedoch nicht als Basis für diesen spezifischen Zuschlag dienen.

Ziffer 405 in der neuen GOÄ

Der CW-Doppler-Zuschlag (Nummer 405, heute beim 2,3-fachen Satz: 11,66 €) entfällt in der neuen GOÄ als eigenständige Ziffer — die Leistung geht je nach Kontext in zwei neue Komplexziffern auf:

  • Im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge-Sonographie: in der neuen 1318, die den CW-Doppler als optionalen Bestandteil ausdrücklich einschließt
  • Im Rahmen der Doppler-Echokardiographie: in der neuen 1303 bzw. der Komplexleistung 1300, die PW- und CW-Doppler als integralen Leistungsbestandteil enthält

Eine separate Berechnung neben diesen Nachfolgeziffern ist nicht mehr möglich.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 405

Die GOÄ 405 darf ausschließlich als Zuschlag neben den Ziffern 415 (Mutterschaftsvorsorge) oder 424 (Doppler-Echokardiographie) berechnet werden. Sie setzt die zusätzliche Anwendung eines cw-Dopplers voraus. Eine isolierte Abrechnung ist nicht zulässig.
Nein, die GOÄ 405 ist nicht steigerungsfähig und darf nur mit dem einfachen Gebührensatz abgerechnet werden. Dies ist in den Allgemeinen Bestimmungen zu Abschnitt C VI der GOÄ festgeschrieben. Der Erstattungssatz liegt somit immer bei exakt 11,66 €.
Die GOÄ 405 darf nicht neben den Ziffern 422, 423, 435, 644, 645, 649 und 1754 abgerechnet werden. Ein gleichzeitiger Ansatz mit diesen Leistungen am selben Tag führt zu Erstattungsproblemen. Achten Sie daher genau auf die Ziffernkombinationen in Ihrer Liquidation.
Beim cw-Doppler werden kontinuierlich Schallwellen gesendet und empfangen, was die Messung sehr hoher Strömungsgeschwindigkeiten ermöglicht. Der pw-Doppler hingegen arbeitet gepulst und erlaubt eine präzisere räumliche Zuordnung. Die GOÄ 405 honoriert spezifisch das cw-Verfahren als Zuschlag.
Für eine sichere Abrechnung müssen das untersuchte Gefäß oder die Herzklappe sowie die gemessenen Flussgeschwindigkeiten dokumentiert werden. Auch die medizinische Indikation, wie der Verdacht auf eine Plazentainsuffizienz, gehört in die Patientenakte. Eine unvollständige Dokumentation kann bei Prüfungen zum Honorarverlust führen.
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